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Innendämmung – Die alternative Wärmedämmung

Die Innendämmung hat einen schweren Stand: Gilt es Wärmeverluste über die Außenwand zu verhindert, dann ist eine Außendämmung immer die erste Wahl. Doch was tun, wenn der Ursprungscharakter der Fassade erhalten werden soll oder aus Platzgründen keine Fassadendämmung angebracht werden kann? Informieren Sie sich jetzt zum Thema Innendämmung.

Innendämmung mit Holzfaserdämmmatte von Unger-Diffutherm

Bei denkmalgeschützten Häusern ist eine Außendämmung für die Fassade oft nicht zulässig. Eine mögliche Alternative für den Wärmeschutz an der Außenwand ist die Innendämmung. Im Bild: Holzfaserdämmmatte von Unger-Diffutherm

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Zusammenfassung:

  • Wird bei der Installation einer Innendämmung nicht auf eine sorgfältige und fachgerechte Ausführung geachtet, können Wärmebrücken, Tauwasser und Schimmel die Folge sein.
  • Bei der Innendämmung überwiegen die Nachteile die Vorteile. Dennoch ist eine Innendämmung immer noch besser als gar keine Dämmung.
  • Eine Innendämmung für die Außenwand ist ab etwa 60 Euro pro Quadratmeter zu haben. Mit Fördermitteln lassen sich die Ausgaben reduzieren.
  • Die Installation einer Innendämmung für Außenwände ist eine technische Herausforderung, die immer in die Hände von Profis gelegt werden sollte.

Die Innendämmung genießt unter Hausbesitzern aber auch unter Bau-Experten nicht gerade den besten Ruf. Leider zu Recht, denn die Entscheidung für ein Innendämmsystem kann unter Umständen negative Folgen haben, die in der Bauphysik begründet liegen.

Die Schwächen der Innendämmung

Zu den größten Problemen, die sich nach der Installation einer Innendämmung ergeben können, gehören Wärmebrücken, Tauwasserausfall und gesundheitsschädlicher Schimmel.

Die Wärmebrücken-Problematik:

Eine nachträglich angebrachte Innendämmung wirkt wie eine Sperre, die verhindert, dass warme Raumluft die dahinter liegende Außenwand erwärmen kann. Daher kühlt diese bei winterlichen Außentemperaturen stark aus. Da Innenwände und Decke in der Regel ohne eine thermische Trennung an die Außenwand angebunden sind, fließt die Kälte aus der Außenwand genau an diesen Stellen in Richtung Innenraum. Das hat zur Folge, dass Innenwand- und Deckenoberflächen im Übergangsbereich zur Innendämmung eine stark abgesenkte Oberflächentemperatur aufweisen. Eine sogenannte Wärmebrücke, die Tauwasserausfall und Schimmelwachstum begünstigt. Lösen lässt sich dieses Problem nur dadurch, indem die Anschlüsse von Innenwand und Decke auch gedämmt werden. Hierfür bietet der Baustoffhandel optisch ansprechende Lösungen, wie zum Beispiel spezielle Dämmkeile, an.

Die Tauwasser-Problematik:

Wie eben beschrieben, kann sich durch die Installation einer Innendämmung die Außenwandtemperatur hinter der Dämmung stark reduzieren und unter den Taupunkt der Raumluft absenken. Wasserdampfdiffusion aus dem Wohnraum führt dann in diesem Bereich zu einer Ansammlung von Feuchtigkeit, die wiederum Schimmelpilzwachstum begünstigt. Aus diesem Grund ist beim Anbringen einer Innendämmung unbedingt darauf zu achten, dass der neue Wandaufbau absolut (!) luftdicht ausgeführt wird. Des Weiteren sind Hohlräume zwischen Dämmung und Außenwand zu vermeiden. Dämmmaterialien wie zum Beispiel Dämmputze und Faserdämmstoffe, die sich den Unebenheiten der Wandoberfläche flexibel anpassen, sind daher eine gute Wahl. Starre Dämmplatten sind hingegen mit einer Dampfbremse oder Dampfsperre so abzudichten, dass keine feuchte Raumluft hinter die Innendämmung gelangen und dort kondensieren kann.

Als Konsequenz daraus lässt sich abschließend festhalten, dass der Wärmeschutz mit einer Außen- beziehungsweise Fassadendämmung einer Innendämmung immer vorzuziehen ist. Dies gilt auch im Hinblick auf die verminderte Dämmleistung, die jedem Innendämmsystem zu Eigen ist. Trotzdem kann die Innendämmung eine sinnvolle Lösung sein. Etwa dann, wenn sich der Wärmeschutz eines Gebäudes nicht über eine Außendämmung realisieren lässt, weil die zu dämmende Fassade beispielsweise unter Denkmalschutz steht oder aus Platzgründen kein Wärmedämmverbundsystem installiert werden kann.

Vorteile und Nachteile der Innendämmung

Alles hat zwei Seiten. So auch die Innendämmung. An dieser Stelle möchten wir für Sie die Vorteile und die Nachteile der Innendämmung auflisten:

Die Vorteile der Innendämmung:

  • Die Innendämmung ist weniger kostenintensiv als eine Außendämmung. Bei einer Dämmstoffstärke von acht Zentimetern ergibt sich ein Quadratmeterpreis von etwa 30 Euro, wobei die Kosten in Abhängigkeit zum eingesetzten Dämmstoff stark schwanken.
  • Da kein Gerüst benötigt wird und die Dämmarbeiten nicht von der Witterung abhängig sind, lässt sich eine Innendämmung jederzeit installieren. Ideal ist es, sein Innendämmsystem dann zu realisieren, wenn sowieso eine Modernisierung der Innenräume ansteht.
  • Die Innendämmung eignet sich besonders für Räume im Keller, die nur unregelmäßig genutzt werden: Da nicht die komplette Wand mit aufgeheizt werden muss, stellen sich die Wohlfühltemperaturen mit einer Innendämmung deutlich schneller ein.

Die Nachteile der Innendämmung:

  • Wärmebrücken und Tauwasser sind ein großes Problem bei der Innendämmung. Ist die Dämmung nicht fachgerecht installiert, kann dies das Enstehen von Schimmel begünstigen, der die Bausubstanz nachhaltig schädigt und die Wohngesundheit beeinträchtigt. Wärmebrücken sorgen dafür, dass kostbare Heizwärme nach draußen verloren geht.
  • Eine Innendämmung verkleinert den Wohnraum merklich. Im Schnitt geht von zehn Quadratmetern Wohnfläche ein Quadratmeter verloren. Hinzu kommt, dass die Befestigungsmöglichkeiten für Regale und dergleichen zukünftig eingeschränkt sind.
  • Werden Polystyrol oder Polyurethan für die Innendämmung eingesetzt, geht diese Entscheidung mit einem ungünstigeren Brandschutz einher. Eine Fassaden- oder Kerndämmung schneidet beim Brandschutz hingegen deutlich besser ab.
  • Eine Innendämmsystem lässt sich nicht in Eigenregie installieren. Da es bei den komplexen Arbeiten auf absolute Genauigkeit ankommt, sollten diese nur von Profis ausgeführt werden.
  • Da die Außenwände bei der Innendämmung außerhalb der Dämmebene liegen, können sie im Sommer nicht dazu beitragen, die Innenräume kühl zu halten. Der sommerliche Hitzeschutz ist also eingeschränkt.
  • Die Innendämmung behindert die Trocknung der Außenwand: Da Feuchtigkeit nach einem Schlagregenereignis nicht mehr nach beiden Seiten, also auch in Richtung Raumseite, abtrocknen kann, verbleibt diese länger in der Wand und schädigt die Bausubstanz.

Welche Kosten verursacht eine Innendämmung

Die Kosten für eine Innendämmung der Außenwand belaufen sich auf etwa 60 bis 100 Euro pro Quadratmeter. Eine Kellerdeckendämmung ist bereits ab etwa 15 Quadratmer zu haben. Die Preise für eine Innendämmung variieren aber in Abhängigkeit zum eingesetzten Dämmstoff mitunter sehr stark.
Wer möchte, der kann sich bei seinen Dämmmaßnahmen staatlicher Fördermittel bedienen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stellt für kühle Rechner attraktive Zuschüsse und zinsverbilligte Kredite in Aussicht.

Die Innendämmung gehört in die Hände eines Experten

Planung und Installation einer Innendämmung ist nichts für den Laien. Wer seine Wärmeverluste nicht durch eine Fassadendämmung reduzieren kann, der sollte sich Hilfe bei einem Energieberater, Architekten oder versierten Handwerker holen. Diese klären auch alle offenen Fragen. Übrigens können clevere Sparfüche ihre Ausgaben reduzieren, indem sie bei der nächsten Steuererklärung die Handwerkerrechnung absetzen.

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Baulexikon

Wärmebrücke

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