Wie werden wir in Zukunft wohnen? Model Home 2020, ein europaweit angelegter Modellversuch des Fensterherstellers VELUX, soll
auf diese Frage Antworten geben: Unsere Visionen sind nachhaltige Gebäude, die sich dem Menschen anpassen – nicht umgekehrt,
kommentiert Sebastian Dresse, Geschäftsführer von VELUX Deutschland, das ambitionierte Projekt.
Sechs Häuser veranschaulichen die Entwicklung hin zu einer Wohnkultur, zu deren Alleinstellungsmerkmalen ein angenehmes Raumklima, ein
überdurchschnittliches Tageslichtangebot und eine optimale Energieeffizienz gehören. Wir sind davon überzeugt, dass
zukunftsweisende Gebäude beides sein können: energieeffizient, schonend im Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen – und
gleichzeitig behagliche, attraktive Lebensräume zum Wohlfühlen", so Dresse.
Null-Energiehaus
Auch das LichtAktiv Haus, vor seiner Verwandlung eine unansehnliche Doppelhaushälfte, gehört in diesen erlesenen Kreis.
100 Quadratmeter Wohnfläche, gedrungene Räumlichkeiten und gerade einmal 18 Quadratmeter Fensterfläche – so stellte sich dem
Expertenteam, das mit der Ausarbeitung der Umbaupläne betraut wurde, die Ausgangslage dar.
Das Sanierungsprojekt orientierten sich vor allem an der Maßgabe, die Räume von Tageslicht durchfluten zu lassen und so zu optimieren,
dass sie den Bewohnern ein Höchstmaß an Wohnqualität bieten. Künstliche Beleuchtung sollte, wenn irgend möglich,
nur eine untergeordnete Rolle spielen. So wurde beispielsweise das kleine und geschlossene Treppenhaus des Bestandsgebäudes aufgelöst
und der neu entstandene Eingangsbereich mit zehn großformatigen Dachfenstern und einer fünf Meter langen Fensterfront zum Garten hin
versehen. Auch die anderen Räumlichkeiten, wie die beiden Kinder- und Badezimmer sowie das Schlafzimmer, erhielten eine neue Aufteilung.
Ebenso der Spitzboden unter dem Dach, der sich dank eines großzügigen Lichtbandes aus Klapp-Schwingfenstern in eine attraktive
Dachgalerie verwandelte. Unterm Strich vergrößerte sich die Fensterfläche des Gebäudes so auf 60 Quadratmeter, was einem
Anstieg um mehr als dem Dreifachen entspricht.
Transparenter Erweiterungsbau
Das Wohn- und Esszimmer, inklusive offen gestalteter Küche sowie einem überdachten Freibereich, gehören zu den Räumlichkeiten,
die durch das VELUX-Expertenteam in einem separatem Erweiterungsbau untergebracht wurden. Darüber hinaus dient dieser dank einer
Fotovoltaikanlage und
Solarthermiekollektoren als kleines Kraftwerk.
Für ein optimales Zusammenspiel zwischen Beleuchtung,
solaren Wärmegewinnen und sommerlichem
Wärmeschutz sorgen transparente Bauteile an der Fassade des Anbaus. Durch die eingeschossige Bauweise kann die Versorgung des Wohnraums mit
natürlichem Licht auch über die Dachfenster erfolgen. Diese stellen eine gleichmäßige Ausleuchtung des Raums ohne Schattenwurf
sicher.
Innovatives Energie- und Belüftungkonzept
Alle Sanierungsmaßnahmen hatten zum Ziel, einen
CO2-neutralen Betrieb des LichtAktiv Hauses zu gewährleisten.
Der Großteil der benötigten Heizwärme und des Warmwasser wird über eine
Luft-Wasser-Wärmepumpe gedeckt. Im Zusammenspiel mit einer
solarthermischen Anlage, die neben der
Brauchwassererwärmung auch für die
Heizungsunterstützung ausgelegt ist, wird so
eine innovative Komplettlösung erzielt. Der Restenergiebedarf, etwa für den Haushaltsstrom und den Betrieb der
Wärmepumpe,
wird durch
Fotovoltaikmodule bereitgestellt.
Das aus energetischen Gründen luftdicht konstruierte Gebäude, setzt ein besonderes Lüftungskonzept für den Mindestluftwechsel
voraus, um Luftfeuchtigkeit abzuführen, die CO2-Konzentration zu regulieren und ein angenehmes Raumklima zu gewährleisten. Ein
selbsttätiges Steuerungssystem öffnet und schließt die Fenster automatisch, so dass Winddruck auf das Gebäude und der
Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen für die Belüftung Sorge tragen.
Besonders wirksam ist die Frischluftzufuhr, wenn mehrere Fassaden- und Fensterelemente im LichtAktiv Haus zur gleichen Zeit
geöffnet werden. Durch die Fenster, die in unterschiedlicher Höhe angebracht sind, kommt nämlich der sogenannte
Kamineffekt zum Tragen: Verbrauchte Luft steigt nach oben und zieht durch die Dachfenster ab.
Von unten strömt automatisch kühle, frische Luft nach.