Rollläden und Sonnenschutz sommertauglich machen
Nachgefragt bei Martin Bürgel, Berater beim technischen Kompetenzzentrum des Bundesverbands
Rollladen und Sonnenschutz, erklärt im Gespräch, wie Fachbetriebe mit einem Frühjahrs-Check die Anlagen für den Sommer
rüsten
Die ersten Gartenblumen blühen und die Frühlingssonne hat nachmittags schon viel Kraft - worauf müssen Bewohner jetzt bei
ihren Rollläden und Sonnenschutzprodukten achten?
Martin Bürgel: Vorab ist zu sagen, dass die Produkte für den Außeneinsatz hergestellt und daher entsprechend robust sind.
Mit wenigen Handgriffen lassen sie sich leicht frühlingsfit machen - den Rest besorgen die Profis der Fachbetriebe
des Rollladen- und Sonnenschutztechniker-Handwerks. Schmutz, Laub oder Gegenstände müssen aus den Führungsschienen entfernt
werden - das können die Bewohner selbst regelmäßig erledigen. Die Rollladenpanzer und Jalousienlamellen sowie die
Führungsschienen lassen sich mit einem weichen Schwamm und warmem Wasser reinigen. Wichtig ist, dass keine aggressiven
Reinigungsmittel verwendet werden, die Materialien und Oberflächen angreifen können. Der professionelle Frühjahrs-Check durch
den Experten dient anschließend der sachkundigen Überprüfung von Funktion und Zustand der vorhandenen Anlagen: Der Fachmann
kontrolliert die Schienen, fettet die Gleitflächen gegebenenfalls ein und kann kleinere Witterungsschäden beheben, bevor sie
größer werden und die Anlagen dadurch Schaden nehmen. Wenn Rollläden, Markisen und Jalousien motorisiert und mit modernen
Bedienelementen ausgestattet sind, überprüft er deren einwandfreien Betrieb, damit sich die Produkte weiterhin bequem und
störungsfrei bewegen. Wer Rollläden und Sonnenschutzprodukte manuell, mit Gurt und Kurbel, bedient den beraten die
Fachbetriebe auch hinsichtlich einer nachträglichen Motorisierung ergänzt durch automatische Steuerungen.
Welchen Nutzen hat eine solche Automatisierung tatsächlich - außer dass die Bewohner selbst Kräfte sparen?
Martin Bürgel: Natürlich ist der Komfort ein großer Pluspunkt: Per Knopfdruck, Fernbedienung, Wettersensor oder
Zeitschaltuhr fahren die Produkte ganz einfach automatisch hoch und herunter. Die Bedienung mit Zeitschaltuhren und Sensorik
garantiert, dass auch bei Abwesenheit der Bewohner Rollläden und Co. nachts oder bei schlechtem Wetter geschlossen,tagsüber
geöffnet sind. So gerät ein vorübergehend leer stehendes Haus weniger schnell in das Blickfeld von Einbrechern - wirksamen
und geprüften Schutz vor Delikten dieser Art bieten allerdings nur spezielle einbruchhemmende Ausführungen, die
Eindringlingen einen mechanischen Widerstand entgegensetzen. Darüber hinaus verstärkt die Automatisierung den energetischen
Nutzen der Anlagen zusätzlich und unterstützt die Bewohner beim Energiesparen.
Welche energetischen Effekte haben Rollläden und Co.?
Martin Bürgel: Geschlossen schützen sie die Wohnräume im Sommer vor Hitze und unangenehm starker Sonneneinstrahlung.
Dadurch können die Bewohner meist auf eine zusätzliche elektrische Klimatisierung verzichten. Im Winter halten nachts
geschlossene Rollläden die Heizwärme im Innern; sie vermindern die Wärmeabstrahlung und zwischen Panzer und Scheibe entsteht
eine wärmedämmende Luftschicht. Tagsüber geöffnet ermöglichen sie solare Gewinne und lassen gesundes Tageslicht hinein.
Eine Automatisierung optimiert das Öffnen und Schließen und steigert dadurch den Wirkungsgrad. In kalten Nächten sinkt der
Wärmebedarf, Energieverluste über die Fenster werden verringert und die Behaglichkeit in den Räumen steigt. Dadurch
profitieren die Bewohner ganzjährig von einem angenehmen Raumklima in den eigenen vier Wänden und senken gleichzeitig
ihre Energiekosten.
Lohnt es sich, vorhandene Anlagen nachträglich zu automatisieren?
Martin Bürgel: Ob sich Motor und automatische Steuerung ohne weiteres einbauen lassen, prüfen die Fachleute vor Ort.
Ein nachträglicher Einbau ist meist ohne große Unannehmlichkeiten für die Bewohner möglich. Wie viel eine Umrüstung kostet,
hängt von vielen Faktoren ab und variiert je nach Ausgangssituation und den gewünschten Bedienelementen. Die Fachbetriebe
des Rollladen- und Sonnenschutztechniker-Handwerks beraten individuell und finden die passende Sonnenschutzlösung.
Gerade hinsichtlich des Trends zum Smart Home, das mittels elektronischer Messgeräte sämtliche Verbräuche im Haushalt
sichtbar und dadurch leichter kontrollierbar macht, ist eine Automatisierung ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft:
Bewohner können ganz einfach per Smartphone oder Tablet-PC den Status ihrer Rollläden und Sonnenschutzprodukte jederzeit
und überall überprüfen und ändern.
Wo können sich Interessierte über die verschiedenen Möglichkeiten und Anwendungsgebiete informieren?
Martin Bürgel: Hier sind die RS-Fachbetriebe die richtigen Ansprechpartner. Sie kennen die aktuellen Branchentrends und
neuesten technischen Entwicklungen. Eine ideale Möglichkeit, sich über die breite Produktpalette sowie die Vielzahl von
Möglichkeiten, Leistungen und Designs aus erster Hand zu informieren, ist der jährliche Aktionstag. Bereits seit sieben
Jahren organisiert die RS-Branche den bundesweiten Rollladen- und Sonnenschutztag. Am 21. April 2012, vielerorts auch
zusätzlich am Sonntag, 22. April, öffnen die teilnehmenden Betriebe ihre Ausstellungen für interessierte Besucher und
beraten zu allen Bereichen rund um das Thema Sonnenschutz. Bereits ab dem 21. März läuten zahlreiche Fachbetriebe mit
den Frühlingswochen die diesjährige Sonnenschutzsaison ein. Hausherren, Architekten und Modernisierer sind herzlich
eingeladen, sich vor Ort ein Bild von den Angeboten der Branche zu machen; teilnehmende Fachhändler in der Nähe finden
sie auf www.rollladen-sonnenschutz.de.