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Altbausanierung Ross III  Neues Antzlitz für alte Mauern

Der Traum unserer Umbaufamilie nimmt Gestalt an: Die dreiköpfige Familie Ross modernisiert einen Lübecker Altbau zu ihrem neuen Domizil. Während außen eine neue Eindeckung und ein frisch angebrachtes Wärmedämm-Verbundsystem für Energieeinsparungen sorgt, hält im Hausinneren der Kamineinbau die Bauherren auf Trab.

Von außen kaum mehr wiederzuerkennen: Das Siedlungshäuschen von Familie Ross.

PROFI-TIPP

PROFI-TIPP

Wer das Haus in der Lübecker Poseidonstraße zum letzten Mal vor dem Beginn der Sanierung gesehen hat, glaubt seinen Augen nicht: Das Siedlungshäuschen aus den 1950er-Jahren macht gerade eine Verjüngungskur durch und hat sich äußerlich stark gewandelt: Das asymmetrischen Dach ist neu eingedeckt: Graue Betondachsteine von Eternit strahlen mit frisch montierten Regenrinnen in der Sonne um die Wette. Als der wohnraumerweiternde Holz-Anbau fertig gestellt war, feierte Umbaufamilie Ross bereits Richtfest. Bauherr Ralph Ross musste schmunzeln, als einer seiner neuen Nachbarn ihn auf sein neues Dach ansprach: „Ralph, ihr habt das genau richtig gemacht. Meine Dachsteine sind Fuge auf Fuge verlegt, das war ein Fehler!“. Auf dem neuen Zuhause von Ute und Ralph Ross entstand eine neue Dachlandschaft, die nicht nur in optischer Hinsicht punktet. Die lange, nach Nordosten gerichtete Dachschräge wurde energetisch durch eine nachträglich Dachdämmung aufgerüstet: Dazu ließen die Bauherren die Sparren aufdoppeln und die Räume dazwischen mit Mineralwolle befüllen. Zudem wurde eine Konterlattung angebracht und eine Untersparrendämmung realisiert, bevor Gipskartonplatten die Dachwand zum Wohnraum hin verkleideten. Eine neue Gaube schafft zudem Kopffreiheit in den Räumen des Obergeschosses.

Längst fälliger Wandel

Die Vorbesitzerin des Hauses, die bis zu ihrem 98. Lebensjahr darin wohnte, hatte bisher nur geringfügig saniert: Heizung und Fenster wurden vor vielen Jahren einmal erneuert, aber sonst war alles so geblieben wie im Baujahr 1956. „Gerne hätten wir unserer Vorgängerin das modernisierte Haus noch gezeigt, aber leider ist sie vor kurzem verstorben“, so Ralph Ross.
Um das Wohnhaus energetisch auf Vordermann zu bringen, setzen die Immobilienbesitzer auf eine rundum wärmegedämmte Gebäudehülle. Dazu gehört neben dem Dach auch die Fassade samt Fenstern. Letztere ließ Familie Ross auf Anraten ihres Energieberaters austauschen: Die alten Fenster machten zweischeibenverglasten Fenstern mit anthrazitfarbenen Kunststoffrahmen Platz. Fensterbänke aus Aluminium komplettieren die neuen Fenster – sie sind leicht genug, um die neue Wärmedämmung vor Druckschäden zu bewahren.

Das Wärmedämmverbundsystem

Auch die Fassade des Altbaus ist aufgerüstet: Ein Wärmedämmverbundsystem von Xella wird künftig für satte Energieeinsparungen sorgen. Die Dämmplatten, die aus den mineralischen Rohstoffen Kalk, Sand, Zement und Wasser unter Dampfdruck hergestellt sind, punkten zudem mit einem hervorragenden Brandschutz. Als Klebe- und Armierungsschicht kommt ein mineralischer Leichtmörtel zum Einsatz – so haften die Dämmplatten an der Fassade, auch der Oberputz ist mineralisch.

Das Kaminzimmer

Im Inneren des Gebäudes hat sich ebenso einiges getan: Über den Einzug des Kaminofens im großen Wohn-/Ess-Bereich freute sich die Umbaufamilie besonders – dank ihm sind die ersten kalten Wintertage nun herzlich willkommen. Ute und Ralph Ross haben bereits in ihrem alten Haus in Münster einen Kaminofen betrieben. Zwar ist der „Jess Xtra“ des Herstellers Austroflamm nicht an den Heizkreislauf angeschlossen, speichert die Wärme des Feuers aber so gut, dass im Wohnbereich des Erdgeschosses wenig geheizt werden muss.

Interview

Unsere Umbaufamilie Ross hat sich für die Betondachsteine „Kapstadt“ von Enternit entschieden. Wir sprechen mit Jan Krause von Eternit zum Thema.

Hurra-wir-bauen: Ihr Hausdach ließ Familie Ross mit Dachsteinen von Eternit decken. Welche Vorteile haben Dachsteine gegenüber -ziegeln?

Prof. Jan Krause: Eine Studie des Öko-Instituts Freiburg weist nach, dass Betondachsteine wie der „Kapstadt“ von Eternit wesentlich ökologischer als Tondachziegel sind. Für die Herstellung von Dachsteinen wird nur ein Drittel der Energie verbraucht wie für den energieaufwendigen Brennprozess von Dachziegeln aus Ton. Auch liegt der CO2-Ausstoß bei der Herstellung von Betondachsteinen um etwa 50 Prozent niedriger als bei Tondachziegeln. Dem gegenüber steht die vergleichbar lange Haltbarkeit von mehr als 50 Jahren und eine große Bautradition: Schon die alten Römer gaben ihrem wichtigsten Heiligtum, dem Pantheon, vor fast 2000 Jahren ein Dach aus Beton.

Hurra-wir-bauen: Das sanierte Dach soll künftig Wärmeverluste minimieren. Wie sorgt die neue Dachhaut für Energieeinsparungen?

Prof. Jan Krause: Bei der Dachsanierung geht es nicht nur um die Wahl der Dacheindeckung, sondern um den gesamten Dachaufbau. Leistungsfähige Auf- und Zwischensparrendämmungen wie „Etertherm“ von Eternit sorgen für guten Wärmeschutz. Sie verringern die Wärmeverluste im Winter und verhindern die Aufheizung im Sommer, was den Wohnkomfort im ausgebauten Dachraum erheblich steigert.

Hurra-wir-bauen: Was raten Sie angehenden Sanierern für die Wahl einer neuen Eindeckung?

Prof. Jan Krause: Neben ästhetischen Gesichtspunkten und Kostenaspekten ist die Frage des Produktlebenszyklus und der Nachhaltigkeitsbewertung von wachsender Bedeutung. Sanierer sollten Hersteller nach der „Umweltproduktdeklaration“ fragen. Sie bietet auf Basis der internationalen Norm ISO 14025 eine gute Vergleichbarkeit verschiedener Produkte.

Hurra-wir-bauen: In welchem Abstand sollten Eigenheimbesitzer ihre Dachhaut erneuern?

Prof. Jan Krause: Dem „Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen“ des Bundesinstituts für Bau-Stadt- und Raumforschung zufolge erreichen Dächer mit Betondachsteinen oder Faserzementeindeckungen die höchsten Nutzungsdauern von mehr als 50 Jahren. Das Gleiche gilt für die gängigen Dämmmaterialien wie EPS oder Mineralwolle. Deshalb lohnt es sich, bei der Dachsanierung schon an die Anforderungen der nächsten Generation zu denken. Ein Dach ist eine echte Investition in die Zukunft.

Hurra-wir-bauen: Vielen Dank für das Interview!

Interview

Unsere Umbaufamilie genießt in Zukunft ihre langen Winterabende vor dem Kaminoften „Jess Xtra“ von Austroflamm. Ein Interview mit Ingo Lehner von Austroflamm zum Thema Kaminofen.

Hurra-wir-bauen: Des Kaminofes „Jess Xtra“ von Austroflamm wird für gemütliche Kaminabende bei unserer Umbaufamilie sorgen. Was zeichnet das Modell aus?

Ingo Lehner: Der Namenszusatz „Xtra“ besagt, dass unsere „Xtra“-Technologie eingebaut ist. Das bedeutet, dass mindestens 100 Kilogramm unseres patentierten Wärmespeichermaterials „Heat Memory System“ direkt am Feuerraum eingesetzt werden, um dort die Energie aufzunehmen, zu speichern und langsam wieder abzugeben. Zusätzlich gibt es auch noch einen Konvektionsluftregler, damit die Wärmeabgabe an den Raum dosiert werden kann. Das ergibt dann zusammen mehr als zwölf Stunden Wärmespeicherung, wenn das Feuer schon verloschen ist. Das ist angenehm und spart zusätzlich eine Menge Heizkosten.

Hurra-wir-bauen: Der Feuerraum des Kaminofens ist mit Keramott ausgekleidet. Was kann dieses Material und woraus besteht es?

Ingo Lehner: Auch Keramott ist, wie schon das Speichermaterial „Heat memory System“, eine exklusive Entwicklung aus dem Hause Austroflamm. Seit mehr als zehn Jahren werden damit alle unsere Feuerräume ausgekleidet. Die Vorteile liegen sowohl in der Optik (helle, weiße Feuerräume, elegante Formen, da gießfähig), aber auch in der Verbrennungstechnik. Denn unser Keramott sorgt dafür, dass schnell hohe Brennraumtemperaturen erreicht werden, die für eine saubere Verbrennung notwendig sind.

Hurra-wir-bauen: An die Feinstaub-Emissionen eines Kamins werden zum Teil strenge Regeln gestellt. Wie macht sich der „JessXtra“ in dieser Hinsicht?

Ingo Lehner: Hervorragend. In Deutschland gelten ab 2015 die Werte der zweiten Stufe der BundesImmissionSchutzVerordnung (BImSchV), die dann ein Maximum von 40 mg /Nm³ fordern. Der „Jess Xtra“ liegt heute schon bei nur 29 mg/Nm³.

Hurra-wir-bauen: Wie wird der Ofen gereinigt und wie oft muss er gewartet werden?

Ingo Lehner: Durch seine saubere Verbrennung bleibt wenig Asche zurück. Diese kann von Zeit zu Zeit ausgesaugt werden. Auf Wunsch gibt es auch einen Rost mit Aschebox für den Ofen. Das Keramott reinigt sich bei optimaler Verbrennung von selbst: Eventuelle Rußrückstände werden bei hohen Brennraumtemperaturen verbrannt und das Keramott ist wieder schön weiß.

Hurra-wir-bauen: Was raten Sie Bauherren und Sanierern bei der Kaminwahl?

Ingo Lehner: Sich zu überlegen, was man will (Ist Speicherung wichtig? Welche Fläche möchte ich beheizen? Wo soll der Ofen stehen? Welche Erwartung an das Design habe ich?) und sich dann bei einem Fachhändler beraten zu lassen. Immerhin ist dies eine Entscheidung für viele Jahrzehnte, oft für das ganze Leben!

Hurra-wir-bauen: Vielen Dank für das Interview!

Interview

Moderne Designtapeten zieren die Wände bei Familie Ross. Im Hamburger Showroom des Deutschen Tapeten-Instituts konnten die Sanierer zwischen einer Vielzahl von Tapeten wählen. Naturoptiken und Vintage-Motive hatten hier die Nase vorn. Ein Interview zum Thema mit Ulrike Reich vom Deutschen Tapeten-Institut.

Hurra-wir-bauen: Wo hat sich Familie Ross hinsichtlich ihres neuen Wandbelags beraten lassen?

Ulrike Reich: Ute und Ralph Ross ließen sich in unserem Hamburger Showroom „Tapetenwechsel“ beraten. Hier verschaffen regelmäßig wechselnde Kulissen und zahlreiche Musterbücher einen Überblick über die neuesten Tapeten-Kollektionen und Trends – und weil bei der Vielfalt an Tapetenmustern die Orientierung oft schwer fällt, setzen wir selbstverständlich auch auf eine professionelle Beratung durch unsere Kollegen vor Ort.

Hurra-wir-bauen: Was ist das Besondere an den gewählten Tapetendessins, für die sich Ute und Ralph Ross entschieden haben?

Ulrike Reich: In ihrem neuen Zuhause sehnte sich Familie Ross nach viel Ruhe und Helligkeit. Die Wandgestaltung sollte daher farblich zurückhaltend sein und ein Stück Natur ins Haus holen. Ausgewählt haben wir Tapetenmuster, die Natürlichkeit, Wärme und Behaglichkeit ausstrahlen.
Für den Eingangsbereich hat sich die Familie beispielsweise für eine Tapete in Holzplankenoptik aus der Kollektion „New England“ von A.S. Création entschieden. Eine weitere Tapete aus derselben Kollektion, diesmal im Backstein-Design, soll im Wohnzimmer die Kaminwand schmücken. Im Treppenaufgang zeigt die Tapete aus der Kollektion „In the woods“ von Rasch einen stilisierten Weidenzweig mit einer reliefartigen Oberflächenstruktur. Die der Natur nachempfundenen Strukturen und die organisch anmutenden Muster in warmen, erdigen Tönen oder hellen Farben sind charakteristisch für den natürlichen Einrichtungsstil und spiegeln die Lust am naturverbundenen Wohnstil wider.

Hurra-wir-bauen: Welchen Rat geben Sie Bauherren und Sanierern für ihre Wandgestaltung?

Ulrike Reich: Bei der Vorbereitung spielen sowohl pragmatische, aber auch designorientierte Aspekte eine wichtige Rolle. Soll die Wandbekleidung strapazierfähig oder dampfbeständig sein, so empfiehlt es sich nach einer Vliestapete Ausschau zu halten, die auch in Bad und Küche eingesetzt werden kann. Außerdem hat nicht jeder Raum die perfekten Proportionen – mit Tapeten lässt sich die Raumwirkung aber entscheidend verändern. Ist die Decke zu hoch, kann man mit einer waagerecht gestreiften Tapete den Raum niedriger wirken lassen. Umgekehrt lässt ein senkrechtes Muster einen niedrigen Raum höher wirken. Bei kleinen Räumen sollte auf Tapeten mit großflächigen grafischen Mustern eher verzichtet werden. Perfekt dafür sind hingegen helle Tapeten in uni oder mit dezenten, kleinteiligen und möglichst gleichmäßigen Mustern. Wenn dennoch die Tapeten-Wahl auf ein großes Muster fällt, ist der Eye-Catcher auf eine einzelne Akzentwand zu beschränken.

Hurra-wir-bauen: Vielen Dank für das Interview!

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Wärmedämmverbundsystem

Bei einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) werden Dämmstoffplatten direkt auf die Außenwand aufgeklebt oder festgedübelt. Auf diese Dämmschicht wird ein Kunststoffgewebe mit Armierungsmörtel aufgetragen. Die Armierungsschicht trägt den Oberputz. Als Schlussbeschichtung werden organische oder mineralische Putze aufgebracht.