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Kaminofen  -  Heizen, Energie sparen und Winterromantik

Egal, ob mit oder ohne Wassertasche: Ein Kaminofen kann immer mehr als nur heizen! Neben kostengünstiger und umweltfreundlicher Wärme sorgt er an frostigen Winterabenden auch für ein wohnliches Ambiente.

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Ähnlich rasant wie der Preis für Heizöl und Gas stiegen in den vergangenen Jahren die Verkaufszahlen von Kaminöfen. Und das nicht ohne Grund, denn wer seinen Wärmebedarf mit Stückholz, Holzpellets oder Holzbriketts deckt, profitiert von einem nicht unerheblichen Preisvorteil.
Auch die Umwelt macht dabei einen guten Schnitt, denn der nachwachsende Rohstoff Holz setzt bei seiner Verbrennung nur so viel klimaschädliches CO2 frei, wie es in seiner Wachstumsphase gebunden hat. Hinzu kommt, dass die Wärme eines Holzfeuers von vielen Menschen als besonders angenehm empfunden wird.

Kaminofenmodelle

Ein Kaminofen kann ohne allzu großen Aufwand in nahezu jede Wohnung mit geeignetem Schornsteinanschluss eingebaut werden. In jedem Fall ist aber ein Schornsteinfeger von Beginn an in die Planung mit einzubeziehen.
Die mit Stahlblech, Naturstein oder Keramik verkleideten Öfen heizen sich schnell auf und liefern in kürzester Zeit wohltuende Wärme. Neben den klassischen, mit Stückholz betriebenen Ofenmodellen sind dieser Tage besonders Holzpellets-Einzelöfen mit automatischer Brennstoffzufuhr auf dem Vormarsch. Sie bieten alle Vorteile eines traditionellen Kaminofens, punkten aber mit einem Plus an Komfort und Benutzerfreundlichkeit.

Raumluftabhängige und raumluftunabhängige Kaminöfen

Ein Holzfeuer benötigt eine kontinuierliche Frischluftzufuhr. Bei älteren Häusern stellt die Sauerstoffversorgung kein Problem dar, da durch kleinere Undichtigkeiten in der Gebäudehülle stets ausreichend Luft nachströmt. Ein Kaminofen, der die Verbrennungsluft aus seinem Aufstellungsraum bezieht, wird als raumluftabhängiger Kaminofen bezeichnet.
Bei modernen, hoch wärmegedämmten Niedrigenergie- sowie Passivhäusern ist die Luftzufuhr durch die hermetisch abgeriegelte Gebäudehülle unterbrochen, so dass der für die Verbrennung notwendige Sauerstoff über spezielle Rohrleitungen von außen zugeführt werden muss. Ein solcher Kaminofen wird als raumluftunabhängiger Kaminofen bezeichnet.

Kaminofen und die Bundesimmisionsschutzverordnung

Seit Frühjahr 2010 gelten die strengen Richtlinien der Bundesimmisionsschutzverordnung für den Einbau von Kaminöfen in privaten Haushalten. Beim Kauf eines Kaminofens sollte besonders darauf geachtet werden, eine Typenbescheinigung zu erhalten, die die Einhaltung der strengen Grenzwerte für den Feinstaubausstoß dokumentiert. Diese Bescheinigung ist dem Schornsteinfeger auf Verlangen vorzulegen.

Wasserführender Kaminofen

Wer mit seinem Kaminofen nicht nur den Aufstellungsraum beheizen, sondern die kostengünstige Wärmeenergie im ganzen Haus verteilen möchte, der sollte die Anschaffung eines wasserführenden Kaminofens in Betracht ziehen. Dieser ist an den Heizkreislauf des Hauses gekoppelt und unterstützt als zusätzlicher Wärmelieferant die Arbeit des regulären Heizungssystems. Obendrein verhindert solch ein Ofen das Überhitzen des Aufstellungsraumes.

Funktionsprinzip eines wasserführenden Kaminofens

Ein wasserführender Kaminofen ist werkseitig mit einer sogenannten Wassertasche ausgerüstet, die über einen Wärmetauscher einen Großteil der bei der Holzfeuerung entstehenden Verbrennungswärme an den Heizkreislauf abgibt. Überschüssige Heizwärme, die nicht sofort verbraucht werden kann, wird in einem Pufferspeicher bevorratet und von dort bei Bedarf an den Heizkreis abgegeben. Je nach Installationsprinzip lässt sich auch das Brauchwasser über den wasserführenden Kaminofen bereitstellen. Für eine kosteneffiziente Betriebsweise ist der Wärmebezug aus dem Pufferspeicher vorrangig. Das heißt, dass das reguläre Heizsystem, zum Beispiel die Öl- oder Gasheizung, erst dann damit beginnt Heizwärme bereitzustellen, wenn die Wärmeenergie vollständig aus dem Pufferspeicher entnommen wurde oder die Heizwärme des Kaminofens nicht zur Deckung des Wärmebedarfs ausreicht.

Heizleistung eines wasserführenden Kaminofens

Die Leistungsspanne der auf dem Markt befindlichen wasserführenden Kaminöfen reicht von 3 kW bis 30 kW Heizleistung. Die durchschnittliche Leistungsgröße liegt im Bereich von zirka 15 kW bis 30 kW und einem Wirkungsgrad von über 80 Prozent. Rund ein Drittel der benötigten Gesamtleistung wird als Strahlungs- und Konvektionswärme an den Aufstellungsraum abgegeben, zwei Drittel werden für die Erwärmung des Wassers verwandt, so dass sich mit größeren Kaminöfen bis zu 200 Quadratmeter Wohnfläche beheizen lassen.

Vor dem Kauf eines wasserführenden Kaminofens

Vor dem Kauf eines wasserführenden Kaminofens gilt es zu berücksichtigen, dass ein solches Ofenmodell deutlich mehr Gewicht auf die Waage bringt als eines ohne Wassertasche. Dies kann unter Umständen bedeuten, dass der Ofen aus statischen Gründen nicht am vorgesehenen Wunschstandort aufgestellt werden kann. In jedem Fall sollte ein ausgewiesener Fachbetrieb mit der Planung des wasserführenden Kaminofens beauftragt werden, um frühzeitig potenzielle Probleme auszuschließen und die Möglichkeit zur Einbindung des Ofens in den Heizkreis abzuklären.

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Zugelassene Brennstoffe

Holzbrennstoffe, die zur Verbrennung in Feuerungsanlagen zugelassen sind:

  • Grill-Holzkohle, Grill-Holzkohlebriketts
  • naturbelassenes stückiges Holz einschließlich anhaftender Rinde - beispielsweise in Form von Scheitholz, Hackschnitzeln - sowie Reisig und Zapfen
  • naturbelassenes, nicht stückiges Holz - beispielsweise in Form von Sägemehl, Spänen, Schleifstaub oder Rinde
  • Presslinge aus naturbelassenem Holz in Form von Holzbriketts - entsprechend DIN 51731 (Ausgabe Mai 1993) - oder vergleichbare Holzpellets sowie andere Presslinge aus naturbelassenem Holz mit gleichwertiger Qualität
  • Holzarten, die nicht verbrannt werden dürfen: Gestrichene, lackierte und beschichtete Hölzer.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Stand Mai 2009

Kaminofen Rußfilter

Kaminöfen, die laut Typenschild bis einschließlich 31.12. 1974 gefertigt wurden oder deren Fertigungsdatum nicht mehr feststellbar ist, müssen bis 31.12. 2014 mit einem Rußfilter nachgerüstet oder außer Betrieb gestellt werden.
Kaminöfen, die im Zeitraum 01.01. 1975 bis 31.12. 1984 hergestellt wurden, müssen bis 31.12. 2017 nachgerüstet oder außer Betrieb gestellt werden.
Kaminöfen mit dem Fertigungszeitraum 01.01. 1985 bis 31.12. 1994 unterliegen bis 31.12. 2020 einer Nachrüstpflicht oder Außerdienststellung.
Kaminöfen, deren Typenschild eine Fertigungszeitraum 01.01. 1995 bis einschließlich 21.03. 2012 ausweist, sind bis zum 31.12. 2024 mit einem Rußfilter nachzurüsten oder stillzulegen.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

BAULEXIKON

Wassergeführter Kaminofen

Ein wassergeführter Kaminofen arbeitet auf zwei unterschiedliche Arten: Zum einen beheizt er, wie bei einem herkömmlichen Kaminofen, die Umgebungsluft. Zum anderen gibt er einen Teil seiner Energie an eine integrierte Wassertasche ab, die an den primären Heizungskreislauf und an einen Pufferspeicher gekoppelt ist. Über den primären Heizungskreislauf wird die Wärme dann im gesamten Gebäude verteilt. Besonders effektiv arbeitet ein wassergeführter Kaminofen in Verbindung mit einer solarthermischen Anlage.

Kohlenstoffdioxid

Kohlenstoffdioxid (CO2) ist ein natürlich vorkommender Bestandteil der Atmosphäre. Es entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen (zum Beispiel Heizöl, Erdgas oder Stückholz) und ist hauptverantwortlich für den sogenannten Treibhauseffekt.

Holzpellets

Holzpellets werden aus naturbelassenem und getrocknetem Restholz (Säge- und Hobelspäne, Waldrestholz) hergestellt. Ohne das Beimischen von chemischen Bindemitteln (erlaubt ist die Zugabe von maximal zwei Prozent Presshilfsmitteln wie zum Beispiel Stärke) werden sie bei hohem Druck zu Stäbchen mit einer Länge von zirka sechs bis acht Millimeter gepresst. Der Heizwert liegt bei etwa fünf kWh pro Kilogramm. Dadurch entspricht der Energiegehalt von einem Kilogramm Pellets in etwa dem von einem halben Liter Heizöl. Der Heizwert von Pellets bleibt konstant und liegt über dem von Stückholz.

Wärmetauscher

Dank Wärmetauscher (auch „Wärmeübertrager“ genannt) lässt sich zum Beispiel auch noch die in den Abgasen einer Heizungsanlage enthaltene Restwärme nutzen. Dabei wird die Restwärme verwertet, um Brauchwasser zu erhitzen.

Heizkreis

Der Heizkreis versorgt das gesamte Gebäude mit Heizungswärme. Er besteht aus einem Rohrleitungssystem für den Heizungsvor- und Heizungsrücklauf, Heizkörpern oder Flächenheizsystem, einer Heizungspumpe und gegebenfalls einem Heizungsmischer.