Ähnlich rasant wie der Preis für Heizöl und Gas stiegen in den vergangenen Jahren die Verkaufszahlen von Kaminöfen. Und das nicht
ohne Grund, denn wer seinen Wärmebedarf mit
Stückholz,
Holzpellets oder Holzbriketts deckt, profitiert von einem nicht unerheblichen Preisvorteil.
Auch die Umwelt macht dabei einen guten Schnitt, denn der
nachwachsende Rohstoff Holz setzt
bei seiner Verbrennung nur so viel klimaschädliches
CO2 frei, wie es in seiner Wachstumsphase gebunden hat. Hinzu
kommt, dass die Wärme eines Holzfeuers von vielen Menschen als besonders angenehm empfunden wird.
Kaminofenmodelle
Ein Kaminofen kann ohne allzu großen Aufwand in nahezu jede Wohnung mit geeignetem Schornsteinanschluss eingebaut werden. In jedem
Fall ist aber ein Schornsteinfeger von Beginn an in die Planung mit einzubeziehen.
Die mit Stahlblech, Naturstein oder Keramik verkleideten Öfen heizen sich schnell auf und liefern in kürzester Zeit wohltuende Wärme.
Neben den klassischen, mit Stückholz betriebenen Ofenmodellen sind dieser Tage besonders Holzpellets-Einzelöfen mit automatischer
Brennstoffzufuhr auf dem Vormarsch. Sie bieten alle Vorteile eines traditionellen Kaminofens, punkten aber mit einem Plus an Komfort
und Benutzerfreundlichkeit.
Raumluftabhängige und raumluftunabhängige Kaminöfen
Ein Holzfeuer benötigt eine kontinuierliche Frischluftzufuhr. Bei älteren Häusern stellt die Sauerstoffversorgung kein Problem dar,
da durch kleinere Undichtigkeiten in der Gebäudehülle stets ausreichend Luft nachströmt. Ein Kaminofen, der die Verbrennungsluft
aus seinem Aufstellungsraum bezieht, wird als raumluftabhängiger Kaminofen bezeichnet.
Bei modernen, hoch wärmegedämmten
Niedrigenergie- sowie
Passivhäusern ist die Luftzufuhr durch die hermetisch abgeriegelte Gebäudehülle unterbrochen, so dass der für die Verbrennung notwendige
Sauerstoff über spezielle Rohrleitungen von außen zugeführt werden muss. Ein solcher Kaminofen wird als raumluftunabhängiger Kaminofen
bezeichnet.
Kaminofen und die Bundesimmisionsschutzverordnung
Seit Frühjahr 2010 gelten die strengen Richtlinien der Bundesimmisionsschutzverordnung für den Einbau von Kaminöfen in privaten
Haushalten. Beim Kauf eines Kaminofens sollte besonders darauf geachtet werden, eine Typenbescheinigung zu erhalten, die die
Einhaltung der strengen Grenzwerte für den Feinstaubausstoß dokumentiert. Diese Bescheinigung ist dem Schornsteinfeger auf Verlangen
vorzulegen.
Wasserführender Kaminofen
Wer mit seinem Kaminofen nicht nur den Aufstellungsraum beheizen, sondern die kostengünstige Wärmeenergie im ganzen Haus verteilen
möchte, der sollte die Anschaffung eines wasserführenden Kaminofens in Betracht ziehen. Dieser ist an den
Heizkreislauf des Hauses gekoppelt und unterstützt als zusätzlicher Wärmelieferant die Arbeit des regulären Heizungssystems.
Obendrein verhindert solch ein Ofen das Überhitzen des Aufstellungsraumes.
Funktionsprinzip eines wasserführenden Kaminofens
Ein wasserführender Kaminofen ist werkseitig mit einer sogenannten Wassertasche ausgerüstet, die über einen
Wärmetauscher einen Großteil der bei der Holzfeuerung entstehenden Verbrennungswärme an den Heizkreislauf abgibt. Überschüssige
Heizwärme, die nicht sofort verbraucht werden kann, wird in einem
Pufferspeicher bevorratet und von
dort bei Bedarf an den Heizkreis abgegeben. Je nach Installationsprinzip lässt sich auch das Brauchwasser über den wasserführenden
Kaminofen bereitstellen. Für eine kosteneffiziente Betriebsweise ist der Wärmebezug aus dem Pufferspeicher vorrangig. Das heißt, dass
das reguläre Heizsystem, zum Beispiel die Öl- oder Gasheizung, erst dann damit beginnt Heizwärme bereitzustellen, wenn die Wärmeenergie
vollständig aus dem Pufferspeicher entnommen wurde oder die Heizwärme des Kaminofens nicht zur Deckung des Wärmebedarfs ausreicht.
Heizleistung eines wasserführenden Kaminofens
Die Leistungsspanne der auf dem Markt befindlichen wasserführenden Kaminöfen reicht von 3 KW bis 30 KW
Heizleistung. Die durchschnittliche Leistungsgröße liegt im Bereich von zirka 15 KW bis 30 KW und einem
Wirkungsgrad von über 80 Prozent. Rund ein Drittel der benötigten Gesamtleistung wird als Strahlungs- und
Konvektionswärme an den Aufstellungsraum abgegeben, zwei Drittel werden für die Erwärmung des Wassers verwandt, so dass sich mit
größeren Kaminöfen bis zu 200 Quadratmeter Wohnfläche beheizen lassen.
Vor dem Kauf eines wasserführenden Kaminofens
Vor dem Kauf eines wasserführenden Kaminofens gilt es zu berücksichtigen, dass ein solches Ofenmodell deutlich mehr Gewicht auf
die Waage bringt als eines ohne Wassertasche. Dies kann unter Umständen bedeuten, dass der Ofen aus statischen Gründen nicht am
vorgesehenen Wunschstandort aufgestellt werden kann. In jedem Fall sollte ein ausgewiesener Fachbetrieb mit der Planung des
wasserführenden Kaminofens beauftragt werden, um frühzeitig potenzielle Probleme auszuschließen und die Möglichkeit zur Einbindung
des Ofens in den Heizkreis abzuklären.