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Barrierefreie Küche  Praktisch kochen!

Die wichtigsten Funktionen einer Küche sind schnell zusammengefasst: Kühlen, Kochen und Spülen. Die richtige Platzierung und Aufteilung dieser Bereiche entscheidet über Komfort und Sicherheit.

Barrierefreie Küche

Foto: AMK

PROFI-TIPP

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Interview

Wir haben Frank Hüther, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK), zum Interview gebeten, um herauszufinden, wie man eine barrierefreie Küche plant.

Hurra-wir-bauen: Warum spielt die Küche beim barrierefreien Wohnen eine so zentrale Rolle?

Frank Hüther: Die Küche spielt in fast jedem Haushalt eine zentrale Rolle, nicht nur beim barrierefreien Wohnen. Die meisten Menschen verbringen viel und gerne Zeit in der Küche, oft mehr als ein Drittel des Tages. Die Küche ist das Kommunikationszentrum in Haus und Wohnung, Ort der Begegnung, der kleinen Pausen, für die Tasse Kaffee zwischendurch. Darüber hinaus wird hier natürlich auch das Essen zubereitet, Lebensmittel aufbewahrt, der Abwasch erledigt und vieles mehr. Für die barrierefreie Küche gilt, was für jede moderne Küche gelten sollte: Sie muss schön und praktisch sein, und zwar orientiert an den Bedürfnissen des Küchennutzers.

Hurra-wir-bauen: Welche Maßnahmen sollten Sanierer mindestens bei einer Anpassung machen lassen, um sich dort sicher und selbstständig bewegen zu können? Und worauf kommt es an?

Frank Hüther: Das ist natürlich in hohem Maße von den aktuellen und zukünftigen Bedürfnissen der Menschen abhängig, die die Küche nutzen möchten. Grundsätzlich ist genügend Raum für die Fortbewegung mit Gehhilfen und gegebenenfalls mit dem Rollstuhl vorzusehen. Spüle und Herd müssen für Rollstuhlfahrer unterfahrbar sein. Hoch eingebaute Geräte, wie Kühlschrank, Backofen und Geschirrspüler, erleichtern die Bedienung. Die gute und sichere Erreichbarkeit von Schränken zur Bevorratung und Aufbewahrung und zu den verschiedenen Arbeitsbereichen Spülen, Vorbereiten und Kochen sollten bei der Planung im Mittelpunkt stehen.

Hurra-wir-bauen: Oft muss bei der Barrierenbeseitigung in der Küche so stark eingegriffen werden, dass sich eine Komplettsanierung lohnt. Wo fängt das preislich an? Können Sie hierzu irgendwelche Angaben machen?

Frank Hüther: Das lässt sich pauschal nicht beantworten und hängt sowohl vom Ist-Zustand ab, als auch von dem Zustand, der nach der Sanierung erreicht worden sein soll. Ich empfehle, mit einem Küchenspezialisten zu besprechen, was man an Funktionalität braucht und sich an Komfort wünscht, und sich dann ein Angebot unterbreiten zu lassen. Wo das eigene Budget nicht ausreicht, kann man eventuell auf Mittel der KfW oder auf andere Fördermittel zugreifen. Aufgrund der zentralen Bedeutung der Küche für ein gutes Wohn- und Lebensgefühl sollte man hier auf jeden Fall nicht am falschen Ende sparen.

Hurra-wir-bauen: Gibt es Hersteller, die in diesem Bereich besonders engagiert sind und sich vielleicht sogar durch eigene Innovationen hervorgetan haben?

Frank Hüther: Im Grunde können barrierefreie Küchen mit den Programmen fast aller Küchenhersteller realisiert werden. Es kommt dabei vor allem auf die Planung an, also auf die Konfiguration von Schränken und Geräten und die Positionierung der Arbeitsbereiche. Höhenverstellbare Arbeitsplatten, Liftschränke oder auch mobile Küchenelemente halten vermehrt Einzug in jede moderne Küche. Was für Menschen mit Handicaps bestimmte Tätigkeiten und selbstbestimmtes Handeln oft überhaupt erst ermöglicht, ist für Menschen ohne Handicaps ein Komfort stiftendes Extra, das überdies Gesundheitsschäden, zum Beispiel durch eine gebeugte Arbeitshaltung, vorbeugen kann.

Hurra-wir-bauen: Welche Sorgen plagen Verbraucher in Bezug auf den Umbau? Sind diese berechtigt?

Frank Hüther: Die Kosten für das Umbauprojekt sowie Schmutz und Staub während der Umbauphase dürften die größten Sorgenbereiter sein. Wenn man möglichst viele oder alle Gewerke in eine Hand gibt, dann reduziert das den Abwicklungsaufwand ganz erheblich. Küchenspezialisten kennen die Sorgen und Nöte ihrer Kunden und werden alles daran setzen, die Unannehmlichkeiten so klein wie möglich zu halten. Schließlich wollen sie von zufriedenen Kunden weiterempfohlen werden.

Hurra-wir-bauen: Welche Anlaufstelle raten Sie Bauherren, die erste Informationen zum barrierefreien Umbau einer Küche einholen wollen?

Frank Hüther: In vielen Gemeinden stellen die Baubehörden lesenswertes Informationsmaterial für den Einstieg in das Thema zur Verfügung, und es sind ja immer auch eine Reihe von Normen und Vorschriften zu beachten. Auch im Internet wird man fündig, wenn man „barrierefreies Wohnen“ oder „barrierefreie Küche“ in die Suchmaschinen eintippt.

Hurra-wir-bauen: Woran erkennt ein Bauherr, dass er einen Fachmann an der Hand hat? Worauf sollte man achten?

Frank Hüther: Referenzobjekte schaffen Sicherheit, möglichst solche, die man sich anschauen oder mit deren Besitzern man sprechen kann. Ganz wichtig: Hört Ihnen der Verkäufer und Küchenplaner wirklich zu, und geht er auf ihre individuellen Bedürfnisse ein?

Hurra-wir-bauen: Wie sieht Ihre eigene Küche aus? Ist diese schon barrierefrei?

Frank Hüther: Bei uns ist die Küche wirklich der Mittelpunkt des Hauses, und das Familienleben spielt sich überwiegend in der Küche ab. Der Raum ist mit 25 Quadratmetern großzügig bemessen, es gibt einen zentralen, unterfahrbaren Arbeits- und Essbereich, die Geräte sind hoch eingebaut. Insofern sind einige Voraussetzungen bereits gegeben, aber wirklich als barrierefrei würde ich unsere Küche noch nicht bezeichnen. Bei der nächsten Küche werden wir dieses Thema ganz bestimmt bedenken.

Hurra-wir-bauen: Vielen Dank für das Interview!

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Checkliste Küchensanierung

  • Raum- und Arbeitsflächenbeleuchtung vorsehen
  • Oberflächen blendfrei wählen
  • Unter- und/oder Oberschränke gegebenenfalls höhenverstellbar gestalten
  • dafür Elektroanschluss vorsehen
  • Kochfeld und Spüle unterfahrbar planen
  • Backofen, Kühlschrank und Spülmaschine auf Arbeitshöhe anordnen
  • Sitzgelegenheiten schaffen und Arbeitsflächen in Sitzhöhe schaffen
  • Fenster hinter der Arbeitsplatte mit Griffverlängerung