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Die richtigen Bauversicherungen  Rund um das Hausprojekt

Der Hausbau ist mit Risiken verbunden – mögliche Szenarien: Der Bauherr, Bauhelfer oder Unbeteiligte kommen zu Schaden, Baumaterialien werden gestohlen, der Rohbau wird durch Feuer oder Unwetter beschädigt, Baufirmen und Handwerker gehen pleite, der fertige Bau weist Mängel auf. Doch Bauherren können sich absichern!

Während des Hausbaues kann viel passieren, verschiedene Versicherungen sind deshalb unverzichtbar. Foto: NLshop/Fotolia.com

PROFI-TIPP

PROFI-TIPP

Ein Muss: die Bauherren-Haftpflichtversicherung. Der Bauherr steht für alle Schäden ein, die vom Bau oder Baugrundstück ausgehen, sofern kein anderer verantwortlich ist. Die Haftung bezieht sich auf Personen- und Sachschäden. Die Versicherung erstreckt sich auf alle Gefahren aus der gesetzlichen Haftpflicht des Bauherrn. Mitversichert ist die Haftpflicht aus dem Besitz des Grundstücks. Bereits beim Grundstückskauf sollte die Bauherren-Haftpflichtversicherung deshalb abgeschlossen werden, falls der Hausbau innerhalb von zwei Jahren vollendet ist. Eine separate Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung ist dann überflüssig. Wer am Bau mit Hand anlegt, muss die Versicherung für eigene Schadensersatzansprüche unbedingt um die Leistungspflicht für „Bauen in eigener Regie“ erweitern.

Bauleistungsversicherung: Vollkasko für Bauherren

Sie kommt für unvorhergesehene Schäden an Bauleistungen, Baustoffen und Bauteilen, die für die Errichtung, den Umbau und den Ausbau des versicherten Gebäudes beziehungsweise der Baustelle benötigt werden. Versichert sind Hilfsbauten und Bauhilfsstoffe (Gerüste, Abdeckungen), ferner Baugrundstück und Baumassen, wenn sie Bestandteil der Bauleistungen sind. Die Bauleistungsversicherung ist eine Allgefahrenversicherung. Auf die Ursachen eines Schadens kommt es also nicht an. Versichert ist jeder Schaden, ist er in den Versicherungsbedingungen nicht ausdrücklich vom Versicherungsschutz ausgenommen. Zu den versicherten Schäden gehören unter anderem für die Jahreszeit unerwartet starke Witterungseinflüsse, Schäden aus Erdbeben, starken Stürmen, Wolkenbrücken und Überschwemmungen, vandalistische Beschädigungen oder Zerstörungen durch Unbekannte sowie Schäden durch Fahrlässigkeit von Bauarbeitern.

Feuerrohbauversicherung: unbedingt notwendig

Funkenflug oder die Explosion von Gasflaschen – ein Brand auf dem Rohbau kann manche Ursache haben. Die Feuerrohbauversicherung ist deshalb ein Muss. Wird das Bauvorhaben von einer Bank finanziert, ist diese Police Voraussetzung für die Darlehensauszahlung. Die Feuerrohbauversicherung schützt den Bauherrn vor den finanziellen Folgen von Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Anprall oder Absturz eines bemannten Flugkörpers, Löscharbeiten, Niederreißen oder Abräumen beim Bekämpfen eines Brandes. Im Schadensfall zahlt die Versicherung den Betrag, der ausreicht, um das Haus an gleicher Stelle zu aktuellen Preisen wieder aufzubauen. Auch die Räumkosten sind mitversichert.

Baufertigstellungsgarantie-Versicherungen: nützlich

Gehen Bauträger oder Bauunternehmen während der Bau- oder Gewährleistungszeit pleite, muss der Bauherr einen anderen Unternehmer beauftragen – das kostet oft zusätzlich. Treten Baumängel nach Hausfertigstellung innerhalb der Gewährleistungszeit auf, ist die Baufirma aber zwischenzeitlich pleite gegangen, muss der Eigentümer die Mängel auf eigene Kosten beseitigen. Leider können sich private Bauherren dagegen nicht selbst versichern. Eine von der Baufirma oder dem Bauträger abgeschlossene Baufertigstellungsversicherung jedoch springt ein, geht das Unternehmen während der Bauphase in Insolvenz. Eine vom Baubetrieb abgeschlossene Baugewährleistungsversicherung hilft, wenn der Bauherr innerhalb der gesetzlichen Fristen Mängel reklamiert, während der Unternehmer schon pleite gegangen ist. Vor der Auftragsvergabe sollte sich der Bauherr eine Baufertigstellungs- und Baugewährleistungsversicherung vorweisen lassen.

Unfallversicherung für Bauhelfer: gesetzlich vorgeschrieben

Setzt der Bauherr beim Bau Freunde, Kollegen, Verwandte oder andere Bauhelfer ein, muss er dies der Bau-Berufsgenossenschaft melden und sie dort versichern. Dies gilt unabhängig davon, ob die Bauhelfer Geld erhalten oder nicht. Der Versicherungsschutz beginnt sofort. Der Beitrag ist vom Bauherrn zu zahlen.

Text: Dr. Otto N. Bretzinger

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