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Altbausanierung Willner I  Wir renovieren!

Familie Willner wagt den Komplett-Umbau eines Siedlungshäuschens aus den 1930er Jahren. www.hurra-wir-bauen.de begleitet die junge Familie zusammen mit zahlreichen Herstellern dabei, ihren Traum vom sanierten Eigenheim in die Realität umzusetzen. In der nächsten Zeit berichten wir regelmäßig von diesem Groß-Projekt.

Familie Willner packt’s an: Ein 1934 erbautes Siedlungshäuschen soll das neue Zuhause der jungen Famillie werden. Vor und während der Sanierungsarbeiten muss das junge Paar viele Entscheidungen fällen – welche Heizanlage ist die Richtige? Wie gestalte ich Wohnzimmer, Küche und Bad? Und was für Fenster und Türen passen am besten zum Haus?

PROFI-TIPP

PROFI-TIPP

Es war Liebe auf den ersten Blick. Als hätte das kleine Häuschen auf sie gewartet - Verena und Andreas Willner waren sogleich begeistert. Den beiden Rechtsanwälten wurde die Mietwohnung zu eng. Ein Häuschen sollte es sein, im Grünen, mit guter Anbindung in die baden-württembergische Landeshauptstadt, in die Andreas Willner täglich zur Arbeit pendelt. In Herrenberg, etwa 30 Kilometer von Stuttgart entfernt, fanden sie eher zufällig das beinahe 80 Jahre alte Haus, dessen Bewohner einen Käufer suchten. Die ursprünglichen Hausbesitzer - ein Ehepaar - standen beim Verkauf kurz vor der Rente. In der Nähe von Konstanz hatten sie eine Wohnung mit Seeblick gefunden: „Wir wollen es nun etwas ruhiger angehen lassen und uns verkleinern“, so der Senior. Der Abschied fiel nicht leicht: „Wir hatten hier eine schöne Zeit. Aber jetzt wünschen wir den Willners viel Glück mit dem Haus!“ Kaum hatten diese die Schlüssel für ihr neues altes Haus in der Hand, ging es schon ans Eingemachte, denn bereits bei den ersten Begehungen war deutlich geworden: Hier ist viel zu tun!

Wir brauchen mehr Platz!

Der Grundriss ist geprägt von einer kleinteiligen Raumaufteilung. Dem Ehepaar Willner wurde schnell klar, dass ihnen die jeweils 54 Quadratmeter Wohnfläche des Erd- und Obergeschosses als Wohnraum zu klein waren, denn: Verena Willner war schwanger. Um nun notwendig gewordenen Wohnraum zu gewinnen war die erste Überlegung, den Dachstuhl auszubauen. Gegen dessen Umbau sprach der nicht vorhandene Kniestock des alten Dachbodens: Da das Dach bereits auf Höhe des Fußbodens beginnt, ist die Bewegungsfreiheit in diesem Teil des Hauses stark eingeschränkt. Dieser Umstand hätte sich durch die nachträgliche Dämmung der obersten Geschossdecke, welche die Energieeinsparverordnung vorschreibt, noch weiter verstärkt. Um nicht mit eingezogenen Köpfen durchs Dachgeschoss laufen zu müssen, wäre nachträglich ein Kniestock nötig geworden. Das Abtragen und Erneuern des Dachstuhls wäre dann notwendig geworden. „Dies hätte einen enormen Aufwand bedeutet, auch finanziell“, erinnert sich die Bauherrin, „daher entschieden wir uns für einen Anbau aus Holz“. Dieser soll künftig den Altbau seitlich erweitern. Zugunsten weiterer 50 Quadratmeter Wohnfläche muss ein knorriger, alter Kirschbaum dem rechteckigen Anbau weichen.

Das richtige Heizsystem

Weitere Entscheidungen ließen nicht lange auf sich warten: Die Möglichkeiten ein Haus zu beheizen sind vielfältig und der Wärmetechnikmarkt groß. Neben der konventionellen Art mit Öl oder Gas zu heizen, hat sich längst die Wärmegewinnung mit Hilfe regenerativer Energien etabliert. Viele Heiztechnologien waren für die Willners Neuland: Eine Pelletheizung? Eine Wärmepumpe? Eine Solarthermieanlage im bivalenten Betrieb? Die Informationssuche begann. Je weiter sich das Paar mit den verschiedenen Heizwegen beschäftigte, desto schwerer fiel die Wahl. Gegen eine Pelletheizung sprach das Thema der Lagerung: Schließlich müssen die rund vier Tonnen Pellets, die eine durchschnittliche Familie jährlich zum Heizen verbraucht, irgendwo untergebracht werden. Eine Erd- oder Wasserwärmepumpe schied ebenfalls aus: „Der bauliche Aufwand für die Installation ist viel zu groß“, dachten die Renovierer. Beide wünschten sich jedoch eine Fußbodenheizung im Haus. Hierfür sprach die Kombination mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Ihr Einbau ist unkompliziert und sie stellt aufgrund ihrer geringen Vorlauftemperatur einen idealen Partner für Flächentemperiersysteme dar. „Die Überlegung mit Gas das Haus zu heizen, besteht weiterhin“, räumt Andreas Willner ein. Für die Wahl spricht nicht zuletzt der Preis einer solchen Heizung: Während ein Gas-Brennwertkessel mit Pufferspeicher inklusive Montage bereits für rund 5.000 Euro zu haben ist, schlägt bei einer Luftwärmepumpe fast das Dreifache zu Buche.

Alte oder neue Bodendielen?

Altbauten sind für manche Überraschung gut. Im Obergeschoss entdeckten die Willners, versteckt unter dem Teppichboden, noch gut erhaltene Dielen. Architektin Frauke Waldenmaier erkannte die Holzart sofort: Pitchpine-Dielen, bestehend aus kernholzreichen Kiefernhölzern. Diese wurden insbesondere in der Gründerzeit verbaut und sind besonders widerstandsfähig. Die Diplom-Ingenieurin versuchte das Paar davon zu überzeugen, den Boden zu erhalten. Mit dem Erhalt der Dielen fiel jedoch wieder die Fußbodenheizung flach, auch die zu geringe Aufbauhöhe des Fußbodens sprach gegen ein Flächentemperiersystem. „Es war ein ständiges Hin und Her mit den Entscheidungen, das ging bald ganz schön auf die Nerven“, erinnert sich Verena Willner. Schließlich wurde ein Kompromiss gefunden: Der Anbau bekommt eine Fußbodenheizung, der Altbau nicht. Und endlich entschlossen sich Willners schweren Herzens doch gegen die Alt-Dielen, denn mit einem neuen Bodenbelag wollen sie die Räume des An- und Altbaus auch optisch miteinander verbinden.
Die Herrenberger Architektin ging übrigens mit der Bauherrin zur Schule. Der Kontakt kam jedoch über eine Empfehlung zu Stande: „Ich habe schon mehrere, ganz ähnliche Umbau-Projekte in der Gegend betreut, das hat sich herumgesprochen“, erklärt Waldenmaier. Insgesamt wollten die frischgebackenen Hausbesitzer den Bestand so ursprünglich belassen wie möglich. Fenster-Klappläden, für die die Bauherrin ein Faible hat, sollen den Altbau-Charakter weiter verstärken und künftig das Äußere des würfelförmigen Siedlungshäuschens prägen.
Ein weiteres Gebot der Modernisierer: Die Außenwände sollen neu gedämmt werden, allerdings dürfen die Fenster anschließend nicht wie „Schießscharten“ wirken - die Suche nach einem ebenso effizienten wie dünnen Dämmmaterial begann. Schließlich soll das Gebäude nach der Sanierung den Standard eines KfW-Effizienzhauses 115 zu erfüllen. Nur so kann die Umbau-Familie von einem Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Höhe von 75.000 Euro profitieren.

Der Innenausbau

Aber nicht nur die Energiebilanz muss später stimmen, auch das optische Gesamtbild soll künftig modernen Wohnansprüchen genügen. Für die geplante großzügige Wohnküche werden einige Zwischenwände weichen. So kann die edle neue Einbauküche später zur Kommunikationszentrale des Hauses avancieren, wo sich die Familie mit Freunden und Bekannten trifft. Neue Landhausdielen sollen für mehr Behaglichkeit und ein stimmiges Gesamtbild der Wohnräume im Erdgeschoss sorgen, die mit dem Anbau verschmelzen. Innenarchitektonische Highlights bilden neben neuen Türen auch schicke Designheizkörper und schöne neue Badfliesen. Als weitere Besonderheit wird der Gebäudeeingang mit einer Türkommunikationsanlage ausgestattet - so wissen Willners immer, wer vor der Haustür Einlass begehrt.

Der Startschuss des Umbauprojekts

Mitten in der Bauplanungsphase wurde Töchterchen Karlotta geboren. Die Umbauplanung rückte da natürlich an zweite Stelle und bis der Bauantrag eingereicht wurde, zogen weitere Wochen ins Land. Mit dessen Bewilligung fällt der Startschuss für die Sanierung. Tatkräftige Unterstützung fanden unsere Sanierer im Zimmermeister Klaus Thiel, der gemeinsam mit seinem Sohn die Bauleitung übernimmt. Hurra-wir-bauen wünscht den Willners bei Ihrem Umbau vollen Erfolg. In nächster Zeit werden wir die junge Familie bei jedem Modernisierungs-Schritt begleiten.

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Baulexikon

Regenerative Energieträger

Der weltweite Vorrat an regenerativen Energieträgern (auch „Erneuerbare Energieträger“) ist unbegrenzt. Zu dieser Gruppe zählen zum Beispiel Solarstrahlung (Solarthermie, Photovoltaik), Erdwärme („Geothermie“) und Biomasse (Holz). Alle regenerativen Energieträger sind kohlenstoffdioxidneutral und belasten daher nicht das Klima.

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Effizienzhaus

Effizienzhäuser werden anhand ihrer energetischen Mindeststandards gestaffelt. So darf der Jahresprimärenergiebedarf (Qp) eines KfW Effizienzhauses 70 zum Beispiel nicht mehr als 70 Prozent des zulässigen Höchstwerts (nach EnEV) für einen Neubau betragen.