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Altbausanierung Willner III  Richtfest

Bald soll es sich zum dem Traumhaus mausern, das sich unsere Umbau-Familie schon immer gewünscht hat. Momentan ähnelt die frisch erworbenen Bestandsimmobilie jedoch eher einer Ruine. Die Modernisierungsarbeiten am alten Siedlungshäuschen halten unsere Bauherren auf Trapp!

Auf die Plätze, fertig los: Ein Kran manövriert die einzelnen Wandelemente auf die vorbereitete Kellerdecke. Das Zusammensetzen der Bauteile durch die Zimmerleute war Maßarbeit. Die Fertigwände sind bereits mit Mineralwolle gedämmt; von außen werden auf OSB-Platten Paneele aus Lärchenholz montiert, die dem Anbau ein schmuckes Erscheinungsbild verleihen soll.

PROFI-TIPP

PROFI-TIPP

Das alte Siedlungshäuschen in Herrenberg ist kaum wiederzuerkennen. Unsere Umbaufamilie – das Paar Verena und Andreas Willner mit Töchterchen Karlotta – hat in den vergangenen Wochen auf ihrer Baustelle viel erlebt. Die Modernisierungsmaßnahmen sind in vollem Gange, der Anbau aus Holz steht, das Gerüst für die Wärmedämmung der Fassade ist aufgebaut und das Innere des Altbaus komplett entkernt. Das einst im Dornröschenschlaf befindliche Haus aus den 1930ern ist „wachgeküsst“ – dafür sorgten Presslufthammer und Co., die die rund 100 Quadratmeter Wohnfläche bearbeiteten. Während das Haus Schutt und Dreck abwarf, floss beim Sanierer Andreas Willner eine Menge Schweiß – der Jurist hatte sich vorgenommen, möglichst viel der Umbauarbeiten in Eigenleistung zu erbringen. Gemeinsam mit dem befreundeten Bauleiter Klaus-Dieter Thiel gelingt dies dem Bau-Laien, der bereits seinen kompletten Jahresurlaub auf der Baustelle verbrachte, gut. Der gelernte Zimmermeister Thiel ist mit der Willner‘schen Bauleistung zufrieden, weiß jedoch aus Erfahrung, das die meisten Bauherren irgendwann zu den Handwerkern sagen: „Ach, macht uns den Rest!“. Soweit könnte es auch bald in Herrenberg sein, allerdings nicht, weil Andreas und Verena Willner die Flinte ins Korn werfen, sondern weil alle in Eigenleistung erbringbaren Arbeiten so gut wie erledigt sind. Die Bauherrin strahlt über den raschen Fortschritt der Sanierung: „Der Rohbau ist fast abgeschlossen und als der Anbau stand, haben wir bereits Richtfest gefeiert!“

Umbauprojekt Willner: Fliegende Holzbauelemente

Da dem Ehepaar schon bei der ersten Begehung des Bestands klar war, dass sie hier niemals genug Platz haben würden, entschlossen Sie sich, den Wohnraum mit einem Holzanbau zum Garten hin zu erweitern. Der dreigeschossige Anbau verschafft den Bauherren rund 75 Quadratmeter Wohnfläche mehr. Dass der Anbau unterkellert wurde, war anfänglich zwar nicht geplant, erwies sich aber finanziell nur unwesentlich aufwändiger als eine Bodenplatte. „In dem neuen Kellerraum lässt sich hervorragend Tischtennis spielen – er ist groß genug, um für Schmetterbälle weit auszuholen“, witzelt Thiel, der in seinem Unternehmen im schwäbischen Vöhringen die Holzbauelemente vorfertigte. Ein Lastwagen lieferte die Bauteile Anfang Oktober zum künftigen Zuhause der Willners. Per Kran wurden die mit Mineralwolle gedämmten Bauteile auf die Kellerdecke des Anbaus gehievt. Beidseitig mit Grobspanplatten (bekannter unter dem Namen OSB-Platten) verschraubt, werden die Wandelement von außen in einem weiteren Schritt mit Lärchenholzlatten beplankt und innenseitig mit Gipskarton verkleidet. Um den Alt- mit dem Neubau wärmebrückenfrei zu verbinden, wird die Fuge dazwischen mit einem Spezial-Schaum ausgeputzt. Auch die kleine Stufe beim Übergang zwischen altem zum neuen Bereich wird bald verschwinden: Dieser ist vorsorglich um 16 Zentimeter nach unten versetzt, da noch genügend Aufbauhöhe für die geplante Fußbodenheizung einkalkuliert sein muss. Die Heizschlangen verschwinden später unter einem schmucken Holzboden, von dem die Bauherrin jetzt schon schwärmt: „Die Landhausdielen aus Eiche entdeckten wir beim Hersteller ter Hürne, der eine riesige Auswahl an Bodenbelägen für Innen und Außen bereithält.“

Für oben und unten

Die Idee hinter dem neuen Bodenbelag: Die Dielen sollen optisch eine Einheit schaffen und die Räume des Bestands mit denen des Anbaus verbinden. Gerade die offen geplante Wohn-Ess-Küche gewinnt dadurch an Großzügigkeit. Um in der kleinteiligen Raumaufteilung der Ursprungsimmobilie ein derart modernes Wohnkonzept zu verwirklichen, rückte die Bauherrschaft mancher Wand zu Leibe. Bevor sie die Wand zwischen Küche und Wohnzimmer einrissen, beauftragten sie einen Statiker mit den nötigen Berechnungen. Das Vorhaben war herausfordernd: Denn die Zwischenwand, die weichen sollte, war eine tragende. Zwei Stahlpfeiler stützen deshalb künftig rechts und links des Durchganges die Decke ab. Vom Lehmputz, der die meisten Innenwände des Erdgeschosses bislang bunt verzierte, verabschiedeten sich die Bauherren ebenso. Schon der Vorbesitzer des Hauses war unzufrieden mit dem Wandschmuck. Da der beauftragte Handwerker den Putz damals nicht fachgerecht aufgetragen hatte, zog der damalige Hausherr sogar vor Gericht. Den entstandenen Schaden konnte er einklagen, aber der Putz blieb. In mühevoller Kleinstarbeit „schruppte“ Andreas Willner den blauen und orangenen Mörtel von den Innenwänden.

Umbauüberraschungen

Altbausanierungen laufen selten wie geplant. Auch Willners erleben ständig neue Überraschungen. Jüngst entdeckten die Handwerker, als sie die alten Fenster ausbauen wollten, dass diese keine richtigen Stürze besaßen. Stürze kommen am Bau überall dort zum Einsatz, wo Türen, Fenster oder andere Öffnungen im Mauerwerk benötigt werden, um die darüber liegende Wand abzustützen. Der Tür- oder Fensterrahmen hätte nicht genügend Stützkraft, um diese Last aufzufangen. Ein Träger aus Stahl oder Zement soll dies ab jetzt übernehmen. Sobald die neuen wärmeschutzverglasten Fenster eingebaut sind, geht es auch mit der Fassadendämmung los – ein neuartiges carbonfaserverstärktes Wärmedämmverbundsystem (WDVS) von Caparol kommt hier zum Einsatz. Das wird nun auch höchste Zeit, denn die Dämmplatten dürfen nur bei Außentemperaturen von mindestens fünf Grad Celsius aufgebracht werden – und im November können die Temperaturen es im schwäbischen Hinterland bereits empfindlich in die Minusgrade sinken.

Interview

Sowohl in der Küche, als auch im angrenzenden Wohn-/Essbereich hat unsere Umbaufamilie Willner Landhausdielen verlegen lassen. Die großformatigen Holzdielen stammen von ter Hürne. Dr. Niels Meyer, Leiter Produkt- und Innovationsmanagement bei ter Hürne, beantwortet uns einige Fragen.

Hurra-wir-bauen: Unsere Umbaufamilie hat sich in ihrem neuen Heim für Landhausdielen entschieden. Was zeichnet dieses Parkett aus?

Dr. Niels Meyer: Die Besonderheit dieser Parkett-Landhausdiele „Eiche altbraun“ liegt in der gealterten Holz-Oberfläche. Die Spuren der Zeit strahlen einen Used-Look aus, der heute sehr im Trend liegt – besonders bei modernen Stilrichtungen. Das Eichenholz-Parkett ist farbig naturgeölt, seine Maserungen und Verläufe kommen noch intensiver, noch ursprünglicher zum Vorschein.

Hurra-wir-bauen: Können geschickte Heimwerker die Dielen auch selbstständig verlegen?

Dr. Niels Meyer: Auf jeden Fall, etwas Erfahrung sollte man hier aber schon mitbringen. Die patentierte „CLICKitEASY“-Technologie verbindet die Dielen einfach und sicher. Bei der Verlegung ohne Leim können die Dielen sogar wieder aufgenommen werden. Wenn das nicht notwendig ist, empfehlen wir, das Parkett vollflächig zu verkleben, was Vorteile beim Raumschall bietet und eine bessere Wärmeleitfähigkeit bei Warmwasser-Fußbodenheizungen erzeugt.

Hurra-wir-bauen: Auch in der Küche sind Holzdielen verlegt. Was passiert, wenn beim Kochen mal etwas „daneben geht“?

Dr. Niels Meyer: Parkett ist in diesem Fall natürlich empfindlicher als zum Beispiel ein Naturstein. Dennoch muss ein Malheur nicht gleich ewig sichtbar bleiben. Die Dielen-Enden haben wir mit einer Öl-Wachs-Emulsion imprägniert, so dass ein rasches Eindringen von Feuchtigkeit vermieden wird. Für Flecken und partielle Verschmutzungen an der Oberfläche gibt es einen schnell wirksamen Fleckenentferner.

Hurra-wir-bauen: Woher stammen die Hölzer des Fußbodens?

Dr. Niels Meyer: ter Hürne verwendet ausschließlich Hölzer, die aus einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Forstwirtschaft stammen, dafür sind wir PEFC- und FSC-zertifiziert. Noch ein Plus: Das naturgeölte Parkett von Familie Willner ist offenporig und atmungsaktiv. Es unterstützt den regelmäßigen Austausch der Luftfeuchtigkeit im Raum. Das eco-Institut bescheinigt dem Parkett, dass es emissionsfrei und wohngesund ist.

Hurra-wir-bauen: Was raten Sie anderen Bauherren und Modernisieren bei der Wahl ihres Bodenbelags?

Dr. Niels Meyer: Die erste Frage, die man sich stellen sollte, lautet: Wie wollen wir den Raum nutzen? Wenn hohe Belastungen zum Beispiel durch Haustiere zu erwarten sind, kann ein hochwertiger Laminat die bessere Alternative sein. Wenn der Raum zum Wohnen und Wohlfühlen dient, ist ein echter Holzboden meist gefragter. Nach der Nutzung kommt die Ästhetik: Hier ist die Auswahl an Formaten und Optiken bei Laminat, Avatara-Floor oder Parkett so groß, dass ich rate, einen Fachhändler vor Ort zu besuchen.

Hurra-wir-bauen: Vielen Dank für das Interview!

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