Sie befinden sich hier: Umbauprojekt Baufamilie Willner Altbausanierung Willner IV

Altbausanierung Willner IV  Der Einzugstermin steht fest

Verena und Andreas Willner rücken Ihrem Ziel immer näher. Im Herrenberger Siedlungshäuschen hat sich über die Wintermonate einiges getan: Neben dem Einbau der Fußbodenheizung wurden im Obergeschoss der Fußboden gedämmt und Fließestrich verlegt. Die neue Wärmepumpe half beim Trocknen.

Der Anbau, der Willners 75 Quadratmeter zusätzlichen Wohnraum bescheren wird, hat sein endgültiges Gesicht erhalten. Der Vollwärmeschutz (WDVS) konnte aufgrund der Witterung nicht mehr angebracht werden.

PROFI-TIPP

PROFI-TIPP

Einerseits machte der Winter unserer Umbaufamilie einen Strich durch die Rechnung: Das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) von Caparol konnte aufgrund der niedrigen Temperaturen im vergangenen Jahr nicht mehr an der Hausfassade angebracht werden. Auf eine Fassadendämmung muss die Immobilie der Willners also noch warten – im Inneren des Hauses tat sich jedoch in den vergangenen Wochen umso mehr: Endlich kamen die Fenster an, die innerhalb von drei Tagen im Haus verbaut waren. „Das liegt daran, dass wir die alten Fensterausbuchtungen perfekt vorbereitet haben, so dass die neuen Fenster nur noch eingefügt werden mussten“, freut sich ein Handwerker. Die Fenster mit Doppelverglasung und Vier-Kammer-Kunststoffrahmen schützen fortan das Haus vor Wärmeverlusten und entsprechen den Vorgaben der aktuellen Energieeinsparverordung (EnEV 2009). Durch die vergrößerten Fensteröffnungen kann nun wesentlich mehr Licht in den Altbau einfallen – das lässt die einst düstere Immobilie heller und freundlicher strahlen. Da die größten Fensterfronten nach Süden zeigen, erwirtschaften Willners zudem noch passive solare Gewinne. Sprich: Die kurzwellige Strahlung der Sonne gelangt durch die transparenten Glasflächen in das Hausinnere. Bauteile und Gegenstände im Haus absorbieren die Strahlung und wandeln diese in langwellige thermische Strahlung um. Das spart Heizenergie.
Nicht, dass Willners Angst vor einer zu hohen Heizrechnung haben müssten: Eine moderne Luftwärmepumpe aus dem Hause Stiebel Eltron ersetzte unlängst den 170 Kilo schweren Gasheizungsveteran im Untergeschoss, den vier Handwerker mit vereinter Kraft aus dem Keller hievten. Während die Außeneinheit der Wärmepumpe an der südlichen Fassade Platz fand, kamen Steuereinheit und Warmwasserspeicher der umweltfreundlichen Energiezentrale im Keller unter. Willners entschieden sich für die „WPL 15/25“ von Stiebel Eltron, weil das Gerät mit Split-Technologie perfekt für eine Sanierung gemacht war: Große Wanddurchbrüche waren überflüssig und verkürzten so die Installation im Vergleich zu herkömmlichen Luftwärmepumpen. Die Wärmepumpe punktet überdies mit minimalen Betriebsgeräuschen. So bleibt es ruhig in der Willnerschen Nachbarschaft und auch im Hobbykeller, der an den Heizungsraum grenzt, kann störungsfrei gebastelt werden.
Apropos Keller: Als Baufamilie Willner das aus den dreißiger Jahren stammende Haus erwarben, machte sich hier Feuchtigkeit breit. Stuckateur und Gipser Kurt Schäuble entfernte deswegen von innen die Putzschicht und legte das Mauerwerk aus grobem Schotterbeton, durch das Feuchtigkeit eindringen konnte, frei. Ein feuchtigkeitsregulierender Sanierputz, den der Handwerker von innen an die Außenwände anbringt, sorgt künftig neben der Außendämmung für ein gesundes Wohnklima.

Meilenstein erreicht

Mit Einbau und Inbetriebnahme der Wärmepumpe konnte auch der Estrich verlegt werden. „Das war ein fester Termin“, weiß Bernd Thiel, der die Bauleitung auf der Willner‘schen Baustelle inne hat, „schließlich musste der Estrich über die Weihnachtsfeiertage trocknen, sodass der Innenausbau gleich Anfang des neuen Jahres weitergehen konnte“. Zwar darf der Estrich bereits nach einem Tag betreten, aber noch nicht belastet werden – bis der Baustoff ausgetrocknet ist dauert es mehrere Wochen, denn pro Zentimeter Estrich beträgt die Trocknungszeit zirka sieben Tage. Das automatische Aufheizprogramm der Stiebel-Wärmepumpe sorgt dafür, dass die Räume täglich um fünf Grad aufgeheizt werden.
Übertragen wird die Wärme mit Hilfe einer Fußbodenheizung von Kermi – die Böden des Anbaus und des Erdgeschosses stattete Arno Schmidt von der Firma Schmieder vorab mit entsprechenden Heizkreisläufen aus. Insgesamt 200 Meter der flexiblen Heizungsrohre verlegte Schmidt auf der Trittschalldämmung des Anbaus und Erdgeschosses und befestigte sie mit Klammern am Boden.
Während Anbau und Erdgeschoss mit Hilfe des Flächenheizsystems auf angenehme Temperaturen gebracht werden, übernehmen im Obergeschoss schicke Heizkörper die Wärmeübertragung. Die Böden in diesen Räumen dämmte Andreas Willner in Eigenleistung mit Mineralwolle, bevor er sie mit OSB-Platten verschloss. Im nächsten Schritt können die von den Bauherren georderten Landhausdielen von terHürne verlegt werden. „Das Parkett ist schon unterwegs“, erklärt Verena Willner, „vorm Einbau müssen die Dielen noch ein oder zwei Tage im Haus unverbaut liegen bleiben, um sich zu akklimatisieren.“

Wetterfester Anbau

Der Anbau, der den Willners künftig ein Wohnraumplus von fast 75 Quadratmetern bescheren wird, hat mittlerweile sein endgültiges Erscheinungsbild angenommen: Die Lattung aus Lärchenholz ist angebracht und die Dachränder wurden mit einem dichten und dauerhaften Anschluss aus Metall – der sogenannten Attika – versehen. Dank dieser Schlussarbeiten sowie Regenrinne und -rohr von Rheinzink ist der Anbau fortan vor Schlechtwetter geschützt und, zumindest äußerlich, fertiggestellt. „Wir sind sehr zufrieden, dass es auf der Baustelle momentan so gut läuft“, strahlt die Bauherrin Verena Willner, „lediglich den Einbau der Fußbodenheizung im Obergeschoss würden wir beim nächsten Mal sein lassen, da uns dieser Spaß rund 15 Zentimeter Deckenhöhe gekostet hat.“ Folglich hängt die Raumdecke des Anbaus im Erdgeschoss tiefer als im Bestandsgebäude. „Da gerade hier ein offener Wohnraum entstehen soll, ist dies in optischer Hinsicht etwas ärgerlich,“ meint Verena Willner, die sich aber trotzdem auf den Einzug im März freut. Denn die Wohnung der jungen Familie ist gekündigt und erste Nachmieter waren bereits zur Besichtigung da.

Interview

Im Siedlungshäuschen der Willners sorgt eine Fußbodenheizung von Kermi für Wohlfühltemperaturen im neu errichteten Anbau. Der Altbau wird dagegen von Flachheizkörpern beheizt. Wir sprechen mit Dr. Roger Schönborn, Geschäftsführer der Kermi GmbH, über die Flächenheizung und Radiatoren, die im Herrenberger Siedlungshäuschen fortan ihren Dienst verrichten.

Hurra-wir-bauen: Unsere Umbaufamilie hat sich für ihr neues Heim eine behagliche Fußbodenheizung gewünscht, die im Anbau realisiert wurde. Warum empfinden viele Menschen eine Fußbodenheizung als so angenehm?

Dr. Roger Schönborn: Neben dem gestalterischen Freiheitsgrad und der ausgezeichneten Energieeffizienz ist der unübertroffene Wärmekomfort das Hauptkriterium für die stetig wachsende Beliebtheit der Fußbodenheizungen. Der weitaus größte Teil der Wärme wird als, vom Menschen als besonders angenehm empfundene, Strahlungswärme abgegeben. Diesen Effekt kann man sehr gut an einem sonnigen Wintertag beobachten, wenn die Sonnenstrahlen – trotz niedriger Lufttemperaturen – angenehm wärmend auf den Körper wirken. Gleichzeitig verhindern die niedrigen Betriebstemperaturen unangenehme Luftbewegungen. Durch die nur geringe Konvektion werden Staubaufwirbelungen auf ein Minimum reduziert, was speziell von Allergikern oder empfindlichen Personen geschätzt wird.

Hurra-wir-bauen: Die Installation des verbauten „x-net C16 clip“-Fußbodenheizsystems ging rasant. Was macht die Installation so einfach?

Dr. Roger Schönborn: Auf diese Innovation sind wir in der Tat sehr stolz. Sie haben recht: Unabhängig von der Bodendämmung ist das „x-net C16 clip“-System unschlagbar schnell zu verlegen, zeichnet sich durch eine enorm robuste Rohrbefestigung aus und kann universell auf allen Untergründen wie zum Beispiel Mineralwolldämmung oder auch dämmstofffrei eingesetzt werden. Speziell im Sanierungsbereich zeigt sich das System damit als echter Problemlöser. Die leichten und damit unglaublich einfach transportierbaren Panels bieten eine stabile Abdeckung, speziell auch bei nicht idealen Untergründen. Durch die variablen Dämmungshöhen beziehungsweise die dämmstofffreie Verlegung sind bereits niedrige Bodenkonstruktionshöhen realisierbar.

Hurra-wir-bauen: Moderne Fußbodenheizungen können heute heizen und kühlen. Ist das auch bei den Willners möglich?

Dr. Roger Schönborn: Familie Willner war bewusst, dass auch ein Zuviel an Wärme die thermische Behaglichkeit einschränken kann und hat sich daher für die Möglichkeit entschieden, mit der Flächentemperierung auch zu kühlen. Alle „x-net“-Fußbodenheizungen von Kermi können mit wenigen Systemelementen auch für die Raumkühlung während der warmen Jahreszeit ausgerüstet werden. Dabei fließt kühleres Wasser durch die Heizrohre und führt so die überschüssige Wärme des Raumes ab. Der „x-net“- Raumthermostat „Heizen / Kühlen“ übernimmt die Temperaturregelung.

Hurra-wir-bauen: Aufgrund der zu geringen Aufbauhöhe haben sich Willners in ihrem Altbau stattdessen für neue Energiespar-Heizkörper aus Ihrem Haus entschieden. Was macht die neuen Flachheizkörper „therm-x2“ besonders?

Dr. Roger Schönborn: Die mittlerweile mehrfach preisgekrönten „thermx2“- Flachheizkörper arbeiten mit der von Kermi patentierten „x2“-Technologie. Hierbei ist es gelungen, gegenüber herkömmlichen Flachheizkörpern die Energieeffizienz um bis zu elf Prozent, die Abgabe von Strahlungswärme um bis zu 100 Prozent zu steigern und die Aufheizzeit um bis zu 25 Prozent zu reduzieren – unabhängig vom jeweiligen Heizsystem, nachgewiesen und bestätigt durch unabhängige Studien. Mit diesen Eigenschaften ist der „therm-x2“ speziell im Renovierungsbereich eine echte Alternative zur Fußbodenheizung. Aufgrund ihrer technischen Eigenschaften sind die „therm-x2“-Flachheizkörper aber auch besonders geeignet für den Betrieb an modernen, energieeffizienten Wärmeerzeugern wie Wärmepumpen oder Brennwertgeräten.

Hurra-wir-bauen: Neben den Designheizkörpern „Decor-S“ ließen Willners im Flur des neuen Hauses auch den Designheizkörper „Fedon“ verbauen. Mit welchen optischen und funktionalen Raffinessen warten diese Heizkörper auf?

Dr. Roger Schönborn: Der Designheizkörper „Fedon“ entspricht mit seiner klaren, geradlinigen Formensprache den aktuellen Einrichtungstrends in Bad- und Wohnbereichen. Der besondere Clou ist jedoch die auf Wunsch erhältliche Funktionsfuge, die verschiedenste Ausstattungselemente in beliebiger Positionierung aufnehmen kann. Das sind zum Beispiel Handtuchhalter oder Haken für Bad und Küche, eine Leuchte, ein Garderobenelement oder – wie im Fall der Familie Willner – ein Spiegel und eine Ablage für den Einsatz als vollwertiges Einrichtungselement im Flurbereich. Mit den Designheizkörpern „Kermi Decor-S“ haben sich Willners für die charmante Mischung aus Retrostyle und Geradlinigkeit entschieden. Sie machen in jedem Umfeld eine gute Figur und spannen mühelos den Bogen zwischen organischem und puristischem Design. Die Kermi „Decor“- Reihe bietet zudem einen enorm hohen Anteil an behaglicher Strahlungswärme. Ausgerüstet wurden verschiedene Modelle im Hause der Willners mit funktionellen Accessoires wie Handtuchbügel und -haken. Durch die ausgewählten Produkte ist es der Familie Willner gelungen, eine ideale Symbiose aus Energieeffizienz, Wohlbefinden und Designanspruch zu schaffen. Herzlichen Glückwunsch zum neuen Eigenheim!

Hurra-wir-bauen: Vielen Dank für das Interview!

0 Bewertung(en)

ÄHNLICHE ARTIKEL

Umbauprojekt

Renovieren, sanieren & modernisieren

Es muss nicht immer ein Neubau sein! Jetzt erfahren, wie sich aus einem Altbau attraktiver Wohnraum schaffen lässt. Jetzt über Umbauprojekte informieren. Umbauprojekt


Küche

Praktisch kochen!

Auf eine barrierefreie Küche lässt sich im Alter nur schwer verzichten. Lesen Sie, worauf Sie zu achten haben, wenn Sie eine barrierefreie Küche planen. Barrierefreie Küche



EXPERTENRAT

Ratgeber, Tipps und Infos rund um Hausbau und Sanierung

Zum Expertenrat

MUSTERHAUSLISTE

Informieren Sie sich bei einem Besuch eines Musterhauses vorab über das Angebot der Hersteller.

Zur Musterhausliste

TRAUMHAUSSUCHE

Mehr als 600 Häuser warten darauf, von lhnen entdeckt zu werden.

Zur Traumhaussuche

Baulexikon

Wärmedämmverbundsystem

Bei einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) werden Dämmstoffplatten direkt auf die Außenwand aufgeklebt oder festgedübelt. Auf diese Dämmschicht wird ein Kunststoffgewebe mit Armierungsmörtel aufgetragen. Die Armierungsschicht trägt den Oberputz. Als Schlussbeschichtung werden organische oder mineralische Putze aufgebracht.

Energieeinsparverordnung

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist Teil des deutschen Baurechts. Die Energieeinsparverordnung enthält, neben Bestimmungen zum Energieausweis, energetische Mindestanforderungen für einen Neubau, für Modernisierung, Umbau, Ausbau und Erweiterung von Bestandsgebäuden, für Heizungs-, Kühl- und Raumlufttechnik sowie für die Warmwasserbereitung.

Solarer Wärmegewinn

Der solare Wärmegewinn (Qs) entsteht durch Sonneneinstrahlung, die durch Glas- oder Fensterflächen ins Innere eines Gebäudes gelangt. Bei entsprechender Planung entlasten solare Wärmegewinne das reguläre Heizsystem.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe nutzt die in der Außenluft enthaltene Energie. Nachteilig sind der Geräuschpegel und die höheren Energiekosten, da ab einer bestimmten Außentemperatur elektrisch nachgeheizt werden muss.

Flächenheizsystem

Unter dem Begriff Flächenheizsysteme sind Fußboden-, Wand- und Deckenheizungen zusammengefasst. Allen Flächenheizsystemen sind Rohrleitungen gemein, die unter dem Fußboden, der Wand oder der Decke verlegt sind und über die der Raum beheizt wird. Flächenheizsysteme arbeiten im Vergleich zu Konvektionsheizungen mit einer deutlich niedrigeren Vorlauftemperatur, was bei der Einsparung von Heizkosten hilft. Die Raumerwärmung erfolgt über von vielen Menschen als angenehm empfundene Strahlungswärme.

Trittschall

Als Trittschall wird Lärm bezeichnet, der durch Gehen auf einem Fußboden erzeugt und durch die Geschossdecke in den Raum darunter übertragen wird. Trittschall wird von benachbarten Hausparteien häufig als störend empfunden.

Mineralwolle

Als Mineralwolle wird eine Wärmedämmung aus Stein- oder Glaswolle bezeichnet. Sie besteht zu mindestens 90 Prozent aus mineralischen Rohstoffen wie Kalkstein, Sand, Zement, Feldspart, Dolomit, Basalt und Diabas sowie zum Beispiel aus recyceltem Altglas. Mineralwolle ist vielseitig einsetzbar und vereint positive Materialeigenschaften wie Wärme- und Kälteschutz, Schalldämmung und Brandschutz. Außerdem ist sie alterungsbeständig und problemlos zu verarbeiten. Zu beachten ist, dass Feuchtigkeit die Dämmleistung stark herabsetzt. Mineralwolle wird als Filz oder Platte geliefert.