Homematic IP – Smart und gut

Wer hat Angst vorm smarten Haus?! Sie kennen die Antwort. Niemand. Wir haben mit Homematic IP vom niedersächsischen Anbieter eQ-3 eins der am weitesten verbreiteten Smart-Home-Systeme für Sie installiert und getestet.

22.08.2019
Homematic IP von eQ-3
Foto: Family Home Verlag/C. Steinke

Ein Smart-Home-System kostet Geld, es einzurichten noch mehr. Selbermachen ist viel zu kompliziert. Und dann erst die Datensicherheit: Jeder im Internet weiß dann ja, was bei mir Zuhause geschieht. Ist es wirklich so kompliziert ein Smart-Home-System einzurichten? Nein, ist es nicht! Jeder, der eine Glühlampe auswechseln kann, kann ein solches intelligentes System installieren. Und sicher sind die meisten Systeme auch. Wir haben den Test gemacht und mit Homematic IP vom niedersächsischen Hersteller eQ-3 eines der am weitesten verbreitetsten Smart-Home-System auf dem Markt auf den Prüfstand gestellt. Nach Angaben des Herstellers, der sich wiederum auf das schwedisches Marktforschungsinstitut Berg-Insight beruft, sei eQ-3 2018 zum vierten Mal in Folge zum Marktführer in Europa gekürt worden.

Ein einfacher Einstieg

Der Einstieg in das eigene Smart Home ist recht simpel. Meist läuft er über die Heizkörpersteuerung, genauer über den Austausch der alten manuellen Heizkörper-Thermostate gegen smarte. Wenn sich dann noch Tür- und Fenstersensoren dazugesellen, ist das eigene Smart Home eigentlich schon komplett. Und um eines der anfangs angeführten Vorurteile an dieser Stelle schon zu zerstreuen: Mit dieser Einstiegsvariante, wird aktiv Geld gespart. eQ-3 rechnet vor: „Das sorgt für Wohnkomfort und spart durch die effektive Nutzung der Energie Kosten von bis zu 30 Prozent.“ Bis zu satten 30 Prozent Ersparnis, das ist doch schon mal eine Hausnummer.

Simpel einzurichten

Aber wie kompliziert ist die Einrichtung? Wir haben den Access Point von Homematic IP eingerichtet. Und das geht ganz simpel. Zuallererst muss die Homematic-IP-App heruntergeladen werden. Egal ob aus App- oder Play Store. Dann geht es an die Verkabelung der Access Point genannten Basisstation. Der Netzwerkstecker ist genauso schnell gesteckt wie das kleine Steckernetzteil für den Strom. Um die Installation noch zu erleichtern liegt sogar ein kurzes Netzwerkkabel bei. Ideal um den Access Point direkt neben den Router zu platzieren. Besagtes Netzwerkkabel wird übrigens in einen freien Steckplatz des Routers „versenkt“. Wer einen weiteren Switch betreibt, kann die Basisstation selbstverständlich auch dort einstecken. Nur Internetzugang sollte sie haben. Nun führt die App den Smart-Home-Neuling gut durch den Anmeldeprozess. Sogar wo die Stecker hinein müssen, ist gut beschrieben. Der erfahrene Heimtechniker wird schnell auf Weiter drücken. Dann muss nur noch die Gerätenummer mittels eines QR-Codes erfasst werden. Der QR-Code ist übrigens auf der Rückseite der Basisstation zu finden. Alles ganz einfach erklärt. Da macht es der Hersteller aus Leer dem Neuling sehr einfach. Angst, etwas falsch zu machen, muss dabei keiner haben. Übrigens, genauso, nämlich mit dem Einscannen eines QR-Codes, wird jedes neue Gerät dem Smart-Home-System Homematic IP hinzugefügt.

Smarter Thermostat der Homematic-IP-Serie von eQ-3
Foto: Family Home Verlag/C. Steinke

Anonymer Betrieb

Ist es Ihnen aufgefallen? Es wurden keine persönlichen Daten abgefragt. Weder mussten Sie angeben wer Sie sind, wo Sie wohnen, noch wurden überhaupt relevante Daten angefragt. Der findige Nutzer wird entgegnen, dass über die IP-Adresse der Wohnort leicht zu ermitteln ist. Das ist nur bedingt richtig. Ein Beispiel: Getestet haben wir in unseren Redaktionsräumen in Stuttgart, unser Internetanbieter heißt Colt. Wir haben für diesen Test mehrere Geolocation-Dienste abgefragt. Einer verortet unseren „Wohnort“ in London, ein weiterer in Frankfurt am Main und der dritte erklärt schlicht not available.
Wenn wir schon beim Thema Datenschutz und Datensicherheit sind. Der Austausch der Daten zwischen Basisstation und den angeschlossenen Geräten erfolgt über Funk und ist verschlüsselt. Ebenso wird die Kommunikation mit dem Internet-Server von eQ-3 verschlüsselt.
Wer mehr wissen möchte: Verschlüsselt wird mit AES-128 und CCM. AES ist ein symmetrisches Verschlüsselungsverfahren mit – in diesem Fall – einer Schlüssellänge von 128 Bit. Die Kollegen von Heise Security schreiben dazu: „Der unangefochtene Platzhirsch in diesem Bereich ist der Advanced Encryption Standard (AES). Es sind keine nennenswerten Schwächen bekannt; so gut wie alle angesehenen Kryptologen vertrauen ihm.“ Sicherer wäre es zwar, wenn eQ-3 eine Schlüssellänge von 192 oder 256 Bit einsetzen würde. Aber für den Zweck anonyme Daten aus der Basisstation zu übertragen, genügen die gebotenen 128 Bit.

Die beliebteste Einstiegsdroge

Zurück zur Einrichtung unseres Smart-Home-Systems Homematic IP. Die App ist heruntergeladen und installiert, ebenso ist die Basisstation nach nur wenigen Minuten einsatzbereit. Jetzt kommt das Heizkörper-Thermostat an die Reihe. Schließlich wollen wir ja Geld sparen und gleichzeitig den neuen Komfort genießen.
Die Installation des Heizkörper-Thermostats ist fast so einfach wie das Setup der Basisstation. Nur muss dabei in einigen Fällen ein Schraubenzieher in die Hand genommen werden. Aber keine Sorge, mit dem Wasser der Heizung kommen wir nicht in Kontakt und die handwerklichen Anforderungen sind ebenfalls für jeden zu bewältigen. Erst muss das alte Thermostat ab. Besagter Schraubenzieher kommt für die Befestigungsschraube zum Einsatz und nach ein wenigen Augenblicken ist der manuelle Regler ab. Jetzt muss der richtige Adapter her. EQ-3 hat dafür die drei gängigsten Adaptern beigelegt. Die richtige Auswahl ist schon etwas komplizierter. Im beiliegenden Heftchen mit der Aufschrift „Montage- und Bedienungsanleitung“ ist der Unterschied zwischen den Ventilen Danfoss RAV und RAVL nicht auf Anhieb zu erkennen. Der Text zu beiden Varianten ist annähernd gleich. Der Adapter ist aber ein anderer. Der für das RAV-Ventil muss verschraubt und der Stößel (das ist der Stift in der Mitte) mit einer Verlängerungskappe versehen werden. Beim RAVL genügt es einen Ring aufzustecken. Die Auswahl ist also ein Stück weit Glückssache. Wir stecken den Ring für das RAVL-Ventil auf und hoffen, den richtigen erwischt zu haben. Bingo!

ISH 2019: Homematic IP von eQ-3

Was hat es mit Homematic IP auf sich? Am Stand von eQ-3 auf der ISH 2019 in Frankfurt erklärte uns Vorstand Bernd Grohmann wie das Smart Home System funktioniert.

Nur QR-Code scannen

Nach dem Aufstecken des Adapters muss nur noch das Batteriefach geöffnet und der Plastikschnippel gezogen werden, jetzt kann das Aufschrauben des smarten Thermostats beginnen. Nachdem das Gerät Strom hat, beginnt der Elektromotor zu laufen und fährt in eine Position, die das Aufstecken erleichtert. Auf dem Display erscheint VALVE Install. Kurz daraut erscheint VALVE adapt. Nach dem Aufschrauben des Homematic-IP-Thermostats auf den Adapter drücken wir kurz auf den Einstellring und die Adapterfahrt beginnt. Das war’s. Und auch die Einrichtung in der App zeigt sich alles andere als kompliziert. Aus dem Menü den Punkt Gerät anlernen auswählen und schon sollte sich das gerade installierte Thermostat melden. Tut es das nicht – wie in fast allen Fällen bei unserem Test – genügt ein Druck auf die blau-umrandete Systemtaste. Übrigens, diese Taste hat jedes Gerät aus der Homematic-IP-Serie. Nachdem sich das Gerät gemeldet hat, QR-Code scannen und dann kann der Name des Thermostats und eine Zugehörigkeit zu einem Raum eingestellt werden. Ist der Raum noch nicht angelegt, wird er einfach hinzugefügt. Fertig. Einfacher geht es kaum.

Basisstation der Homematic-IP-Serie von eQ-3
Foto: Family Home Verlag/C. Steinke

Geräte anlernen

So wie es mit den Thermostaten funktioniert, klappt es auch mit den anderen Geräten aus der Homematic-IP-Reihe. Das Wandthermostat zum Beispiel hat ebenfalls einen QR-Code, der zum Anlernen gescannt werden kann. Alternativ kann die Hexadezimale-Adresse des Geräts eingetippt werden. Scannen geht aber klar schneller. Zurück zum Einrichten des Wandthermostats. Auch dazu muss in der Homematic-IP-App aus dem Menü Gerät anlernen ausgewählt werden. Dann nur noch den Code scannen, den Raum auswählen, fertig. Nach erfolgreichem Einrichten erscheinen zum Raum in der App nun die aktuelle Temperatur und die Luftfeuchtigkeit.

Es wird gefunkt

Wer sich die optischen Tür- und Fensterkontakte, wie wir sie im Test hatten, zulegt, hat mit den Heizkörper-Thermostaten erst so richtig Freude. Denn wird das Fenster geöffnet, regelt das Thermostat automatisch herunter. Das spart Geld und funktionierte in unserer Testumgebung zuverlässig. Übertragen werden die Daten zwischen Basisstation und den Geräten übrigens über Funk. Wer es genau wissen möchte, es wird auf einer Frequenz von 868 MHz übertragen. Eine Störung durch WLAN, Bluetooth oder andere Funkstandards im 2,4 GHz-Band ist dadurch ausgeschlossen. Diese Aussage der Herstellers wurde von unserem Test bestätigt. Es kam zu keiner negativen Funkbeeinflussung durch andere Geräte. Und auch die Übertragung durch die massiven Wände war beeindruckend. Vor Testbeginn waren wir skeptisch, ob mehr als eine massive Wand von den Funkwellen überwunden werden kann. Ergebnis: Sie können. Wer dennoch verkabeln möchte, kann die Homematic IP Wired nutzen. Wie der Name schon sagt, werden damit die Daten nicht mehr über Funk sondern über Kabel übertragen.

Fazit

Homematic IP von eQ-3 ist ein einfach zu installierendes und robustes Smart-Home-System. Eine Selbstinstallation ist problemfrei möglich. Egal ob Hauseigentümer oder Mieter, Homematic IP kann überall eingesetzt werden. Und: Es werden keine Daten vom Nutzer abgefragt. Das System wird anonym betrieben und alle übertragenen Daten werden zusätzlich zuverlässig verschlüsselt.

  • eQ-3 AG
    Maiburger Straße 29
    26789 Leer

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