Bauen mit Glas: Sinnvoller Baustoff für die Außen- und Innenbereiche?

Glas erfreut sich als Baustoff zunehmender Beliebtheit, sowohl in Innen- als auch in Außenbereichen. Das liegt einerseits an seiner Lichtdurchlässigkeit, wodurch es eine helle und freundliche Atmosphäre in die Wohnräume bringt. Andererseits versprüht Glas einen „cleanen“ und modernen Look, der aktuell voll im Trend liegt. Stellt sich allerdings die Frage, inwiefern Glas überhaupt ein sinnvoller Baustoff ist, beispielsweise hinsichtlich der Kosten, Eigenschaften oder Nachhaltigkeit? Folgend finden Sie alle wichtigen Informationen im Überblick.

11.10.2019

Entwicklung und Besonderheiten von Glas

Glas als Werkstoff wurde schon in der Antike verwendet. Vermutet wird, dass die alten Ägypter das Glas entwickelt und erstmalig zu Gefäßen verarbeitet haben. Seither sind immer neue Verwendungen hinzu gekommen, doch als Baustoff fand er erst im Mittelalter Einsatz. Damals hat sich das verglaste Fenster in Europa durchgesetzt, brachte jedoch noch zahlreiche Schwierigkeiten wie eine geringe Stabilität oder eine schlechte Isolierung mit sich. Mittlerweile hat sich das Glas als Baustoff deutlich weiterentwickelt.

Uneinigkeit besteht trotzdem nach wie vor drüber, ob es sich um ein festes oder flüssiges Material handelt, denn es besitzt Eigenschaften beider Aggregatzustände. Einerseits könnte Glas also ein ganz normaler Feststoff sein, doch zunehmend gehen Chemiker stattdessen von einer Art gefrorener Flüssigkeit aus. Das liegt in seinem Herstellungsprozess begründet.

Produktion von Glas
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Herstellung: Wie entsteht das Glas?

Wer darüber nachdenkt, Glas als Baustoff zu verwenden, muss erst einmal dessen Herstellung verstehen und die verschiedenen Arten von Glas kennen. Denn mittlerweile gibt es hunderte unterschiedlicher Glassorten, welche jedoch nicht allesamt als Baustoff infrage kommen. Sie entstehen aus verschiedenen Feststoffen wie Quarzsand, Soda oder Kalk, welche auf 1.400 Grad Celsius erhitzt werden und dadurch schmelzen. Auch Gesteine sowie deren Bestandteile werden häufig mitgeschmolzen, um als Stabilisator, Schmelzbeschleuniger oder Flussmittel zu wirken. Wird die Schmelze von der Hitzequelle entfernt, kühlt sie sehr schnell wieder ab und wird fest – allerdings ohne Kristallstruktur.

Tatsächlich wird die Schmelze also wieder fest, jedoch behält sie sich eine ähnliche Teilchenstruktur wie im flüssigen Zustand bei. Das Glas wird somit als ein amorphes Material bezeichnet. Es bildet keine klassische Kristallstruktur aus, wie es bei einem Feststoff der Fall ist, weil der Prozess des Erstarrens beim Abkühlen dafür schlichtweg zu schnell geht. Kurz gesagt, ist Glas sozusagen eine gefrorene Gesteinsschmelze. Was das Glas so einzigartig macht, ist somit einerseits sein ungewöhnlicher Aggregatzustand und andererseits, dass beinahe jedes Material zu Glas verarbeitet werden kann. Worauf es dabei einzig und allein ankommt, ist das Schmelzen bei großer Hitze und das anschließende schnelle Abkühlen.

Arten: Glas ist nicht gleich Glas

Genau diese Besonderheit, dass quasi jedes Material in Glas verwandelt werden kann, ist sein großer Vorteil. Denn es gibt zwar auch natürliches Glas, allerdings entsteht dieses eher durch Zufälle wie Blitzeinschläge und ist dementsprechend selten. Außerdem ist es weniger stabil als jene Glaserzeugnisse, welche heutzutage als Baustoffe eingesetzt werden. Mittlerweile werden neben dem Glas aus Quarzsand zunehmend auch metallische Gläser oder Glasarten aus Kunststoff hergestellt. Solche innovativen Stoffe erlauben, die Eigenschaften des daraus entstehenden Glases bewusst zu beeinflussen.

Das bekannteste Glas aus Kunststoff ist beispielsweise Acrylglas, welches leichter und biegsamer ist als das Glas aus Quarzsand oder natürliches Glas. Metallische Gläser sind hingegen weniger rostanfällig als Metall und belastbarer als Glas. Es gibt also nicht den einen Vorteil von Glas als Baustoff, denn die spezifischen Vorzüge hängen vom Ausgangsmaterial ab.

Unterschiede gibt es außerdem bei der Optik, denn nicht jedes Glas ist durchscheinend wie das klassische Glas aus Quarzsand. Kunststoffglas ist hingegen oft milchig gefärbt und metallische Gläser sind für einen Laien nicht von herkömmlichem Metall zu unterschieden – sprich nicht durchscheinend, dafür aber leicht spiegelnd.

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Funktionelle Vorteile von Glas als Baustoff

Der größte Vorteil von Glas im Allgemeinen ist demnach seine Wandelbarkeit. Es kann so viele unterschiedliche Eigenschaften haben, dass es wiederum beinahe endlos viele Verwendungsmöglichkeiten bietet – auch als Baustoff im Außen- sowie Innenbereich. Ausgehend von transparentem Glas, bringt es viele Vorteile mit sich. Welche, das sehen Sie nebenstehend in einer Liste.

  • Transparentes Glas ist lichtdurchlässig, sprich es lässt bis zu 80 Prozent der Sonnenstrahlen sowie des natürlichen Tageslichts durch, ohne es zu verfälschen – beispielsweise es zu brechen oder zu verfärben. Es spielt daher in der Architektur eine zunehmend wichtige Rolle, um helle sowie ansprechende Wohnräume zu entwerfen.
  • Glas verwittert nicht und wird nicht trüb. Es verändert somit auch nach vielen Jahren nicht seine Farbe oder Eigenschaften, ohne dass es dafür eine spezielle Pflege braucht. Das regelmäßige Reinigen reicht in der Regel vollkommen aus.
  • Diese Reinigung ist aufgrund der glatten sowie glänzenden Oberfläche von Glas sehr einfach, denn Staub oder Verschmutzungen lassen sich gut erkennen und können problemlos entfernt werden. Aus diesem Grund erfreut sich das Material auch in den Innenbereichen zunehmender Beliebtheit, beispielsweise bei Tischen oder Wandbildern.
  • Als vollwitterungsbeständiger Baustoff hält Glas Regen, Wind, Schnee, Sonne und anderen Natureinflüssen stand. Es wird dadurch weder beschädigt oder verändert noch erlaubt es das Eindringen von Feuchtigkeit. Somit handelt es sich um eine perfekte Wahl für Fenster, Türen, aber auch große Glasfassaden wie beispielsweise in einem Wintergarten.
  • Glas leitet keine Elektrizität und fungiert somit als optimaler Isolator.
  • Zuletzt kann Glas je nach Ausgangsmaterial und Fertigung auch sehr temperaturbeständig sein. Das offeriert zusätzliche Einsatzmöglichkeiten wie Kaminglas oder Kochplatten aus Glas.

Optische Vorteile bei der (Innen-) Architektur

Glas stellt somit aus funktioneller Hinsicht einen hervorragenden Baustoff für gewisse Außen- und Innenbereiche dar. Hierbei muss natürlich jeweils die Glasart gewählt werden, welche sich optimal für den Einsatzzweck eignet. Aber auch optische Vorteile dürfen beim Glas nicht vergessen werden. Neben der Lichtdurchlässigkeit liegen diese vor allem in:

  • den zahlreichen Farben, welche mittlerweile beim Glas erhältlich sind. So können vor allem in den Innenbereichen auch gestalterische Elemente aus dem vielseitigen Material eingesetzt werden.
  • den unterschiedlichen Formen, denn auch hierbei sind der Glasherstellung kaum Grenzen gesetzt. Das Glas kann in beinahe jede Form gegossen, geblasen, gezogen oder gepresst werden.
  • seinem modernen Look, denn unabhängig von der Form und Farbe wirkt Glas in Räumen sowie Gebäuden leicht sowie „clean“. Es verleiht den Außen- oder Innenbereichen dadurch eine Extraportion Modernität und lässt sie größer sowie weniger einengend wirken.

Auch als Gestaltungselement bringt das Material somit zahlreiche Vorzüge mit sich, welche es derzeit immer beliebter machen. Viele Menschen wählen mittlerweile bewusst eine Kombination aus beispielsweise Holz und Glas – sowohl für die Architektur als auch die Innenarchitektur – um einen natürlichen sowie ansprechenden Look zu kreieren.

Wie nachhaltig ist Glas als Baustoff?

Dass Glas und Holz immer häufiger als Alternative zu herkömmlichen Baustoffen wie Beton gewählt werden, liegt auch an der steigenden Bedeutung der Nachhaltigkeit. Immer mehr Menschen legen also neben der Optik sowie Funktionalität in ihrem Zuhause auch großen Wert auf die Umweltfreundlichkeit der gewählten Materialien. In dieser Hinsicht kann Glas ebenfalls punkten, denn es kann bis zu 100 Prozent recycelt werden, ohne dabei nennenswert an Qualität einzubüßen.

Unterm Strich sieht die Ökobilanz aber auch bei neuem Glas gut aus, denn der Quarzsand, welcher nach wie vor häufig als Ausgangsmaterial gewählt wird, ist ein natürlicher Rohstoff, der in beinahe endloser Menge zur Verfügung steht.

Wenn Glas als Baustoff in Außenbereichen eingesetzt werden soll, wird dafür mittlerweile vor allem das Wärmeschutzglas gewählt. Dieses braucht zwar drei bis zehn Prozent mehr Energie bei der Herstellung, spart jedoch so viel Heizenergie ein, dass es sich im Regelfall schon nach kürzester Zeit amortisiert. Verzichtet werden sollte jedoch auf Xenon als wärmedämmendes Füllgas, denn dessen Energieeinsatz übersteigt die Verbesserungen, welche es beim Wärmedämmvermögen mit sich bringt. Alternativ kommen Krypton oder Argon infrage. Wie nachhaltig Glas also tatsächlich ist, hängt von seiner genauen Zusammensetzung ab – von den Ausgangsmaterialien, der Beschichtung, eventuellen Füllgasen, etc. – und natürlich vom Herstellungsverfahren. Alles in allem handelt es sich aber um einen ressourcenschonenden sowie recycelbaren Baustoff mit hervorragenden Dämmwerten, sodass das Glas in den meisten Fällen durchaus als nachhaltig bezeichnet werden kann.

Eventuelle Nachteile beim Einsatz von Glas

Natürlich ist aber auch das Glas kein Wunderbaustoff, welcher keinerlei Nachteile mit sich bringt. Stattdessen ist stets im Einzelfall abzuwägen, wofür sich der Einsatz dieses Baustoffs eignet und wann eher nicht. Eventuelle Nachteile, welche je nach Einsatzzweck des Glases zum Tragen kommen können, sind folgende:

  • Glas ist ein vergleichsweise starres und sprödes Material. Es ist daher ein nicht allzu stabiler Baustoff und kann keine schweren Lasten tragen. Auch das Verformen oder Biegen ist nur bis zu einem gewissen Ausmaß möglich, bevor das Glas instabil wird und zu zerbrechen droht.
  • Ist die Belastung zu hoch, kann Glas brechen. Wie widerstandfähig es ist, hängt zu großen Teilen von den Ausgangsmaterialien sowie der Verarbeitung des Glases ab. Kommt es jedoch zum Bruch, entsteht dadurch ein hohes Verletzungsrisiko. Vor allem in Innen- sowie Außenbereichen, wo Kinder leben oder spielen, eignet sich Glas daher nur bedingt.
  • Glas nimmt Wärme auf und kann daher an heißen Tagen zu einem unangenehmen Klima in den Wohnräumen führen. Es ist somit nur bedingt für den Einsatz in heißen Klimazonen geeignet, in Deutschland allerdings im Normalfall unbedenklich.

Einer der größten Nachteile von Glas ist schlichtweg sein Preis. Denn Glas ist vergleichsweise teuer und erhöht somit die Gesamtkosten für das Gebäude oder die Inneneinrichtung merklich. Zwar lässt sich durch Wärmeschutzglas gegenüber herkömmlichen Glasfenstern bei den Heizkosten sparen – nicht aber gegenüber anderen Baustoffen. Sie sind dem Glas also nach wie vor überlegen, wenn es um Fragen der Dämmung und Kosten geht.

Innovative Möglichkeiten beim Bauen von Glas

Auch das Glas bringt als Baustoff also spezifische Nachteile mit sich, jedoch werden diese nach und nach durch innovative Herstellungs- sowie Verarbeitungsverfahren ausgemerzt. So gibt es mittlerweile zum Beispiel spezielle Infrarotbeschichtungen, moderne Beschattungssysteme oder Belüftungssysteme für Glasfassaden, sodass diese noch effizienter eingesetzt werden können. Auch die Biegung und Stabilität stellen beim Glas zunehmend kein Problem mehr dar.

In den vergangenen Jahren wurden neue Technologien entwickelt, welche den Einsatz von gebogenem Glas auch auf großen Flächen ermöglichen. Dazu gehören zum Beispiel das Fluid- oder Profilglas. Dennoch werden diese aufgrund ihrer hohen Kosten bislang fast ausschließlich in gewerblichen Gebäuden eingesetzt.

Durch die stetige Weiterentwicklung von Glas als Baustoff spielt dieser also in der zeitgenössischen Architektur eine zunehmend wichtige Rolle. Mittlerweile wird es immer großflächiger eingesetzt und sogar Gebäude ganz aus Glas sind keine Zukunftsvision mehr. Richtig eingesetzt und in Kombination mit modernen Technologien, kann dieses Gebäude dann dennoch exzellente Werte hinsichtlich seiner Energieeffizienz erreichen. Es ist daher zu erwarten, dass Glas in Zukunft immer häufiger und vielseitiger in der Architektur sowie Innenarchitektur eingesetzt wird.

Bauen mit Glas Innenausbau
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Immer mehr Glas bei der Innenarchitektur

Denn nicht nur im Außenbereich, in Form von großen Fenstern oder ganzen Glasfassaden, gewinnt der Baustoff an Bedeutung. Sondern auch in den Innenbereichen ist bei den jüngeren Generationen der Wunsch nach mehr Transparenz groß.

Sie wünschen sich Wohnräume aus Naturmaterialien, welche ein Gefühl von Freiheit versprühen. Glas als luftiger und unaufdringlicher Werkstoff bietet dafür hervorragende Ausgangsvoraussetzungen, ist zugleich einfach zu reinigen und kann in unzähligen Varianten verwendet werden: Bunte Glastische, durchsichtige Trennwände, Schiebelemente im Bad oder sogar als Wanddekoration – die Möglichkeiten sind beinahe endlos. So werden Natur und Wohnraum eine Einheit. Zugleich ist Glas hygienisch und pflegeleicht.

Glas als dekoratives Element

Glas ist aufgrund seiner vielfältigen funktionalen Eigenschaften ein beliebtes Material, das auch dekorative Zwecke erfüllen kann. Als sogenanntes Ornamentglas ist es praktisch und gleichzeitig schmückend. Es wird beispielsweise für Türfüllungen eingesetzt.

Weitere Techniken zur Oberflächengestaltung von Glas sind der Schliff, die Gravur oder auch das Sandstrahlen. Damit lassen sich Muster, bildhafte Elemente oder auch Schriftzüge auf das Glas aufbringen. Mit Emaille – pulverförmiges Glas, das eingebrannt wird – kommt zusätzlich Farbe mit ins Spiel. Auch hier sind die Einsatzmöglichkeiten vielfältig – etwa als halbtransparente Abtrennelemente, Füllungen oder Glas in Bilderrahmen.

Acrylglas als Kunststoffvariante ist vor allem im Innenbereich eine beliebte Alternative. Wer auf einen zeitlosen Look im Innenbereich setzt, sollte auf die Möglichkeiten, die damit gegeben sind, nicht verzichten. Statt zum Beispiel eines einfachen Wandbildes, lässt sich mit Acryglas und einer Auswahl der schönsten Fotos eine effektvolle Wandgestaltung zaubern. Aber auch Acrylglas-Möbel eignen sich hervorragend um Akzente zu setzen, ohne den Raum mit ihrer Existenz zu überladen.

Bauen mit Glas im Aussenbereich
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Glasfassaden und große Fensterflächen schützen

In den Innenräumen ist der Einsatz von Glas aufgrund der geringeren Strapazen also weniger bedenklich. Einzig bei Glastischen muss darauf geachtet werden, diese nicht aus Versehen zu zerkratzen, beispielsweise durch die Nutzung von Untersetzern für das Geschirr. In den Außenbereichen sieht das schon anders aus. Dort kann es unter Umständen zu hohen Belastungsproben für die Glasflächen kommen. Je größer die Glasfassade oder das Fenster, desto besser muss es also gegen Stürme, Hagel oder Starkregen geschützt werden.

Hierfür kann zum Beispiel ein Alurollladen zum Einsatz kommen, der neben dem Schutz zugleich eine praktische Möglichkeit zur Beschattung bietet und als Sichtschutz dient. Auch für diese Probleme, welche durch das Glas als Baustoff entstehen können, bietet die moderne Technik also mittlerweile einfache Lösungen. Empfehlenswert ist unter Umständen sogar die Aus- beziehungsweise Umrüstung als Smart Home, sodass die schützenden Rollläden sogar bei Abwesenheit der Bewohner heruntergefahren werden können. Zudem muss natürlich von Vornherein für einen solchen Einsatz eine stabile, robuste und widerstandsfähige Glasart gewählt werden.

Glas „richtig“ einsetzen in Außenbereichen

Aber nicht nur hinsichtlich seiner Belastbarkeit kommt es darauf an, in Außenbereichen das richtige Glas auszuwählen, sondern auch mögliche solare Gewinne sollten dadurch optimal genutzt werden. Denn während kurzwellige Strahlung durch das Glas dringt, ist es undurchlässig für langwellige Strahlung – die sogenannte Wärmestrahlung. Somit entsteht im Inneren ein natürlicher Treibhauseffekt, welcher die Energiebilanz des Hauses positiv beeinflussen kann. Werden die Glasflächen aber falsch positioniert, können sich die Räumlichkeiten dadurch übermäßig aufheizen. Viele Menschen wirken diesem Effekt im Sommer mit einer Klimaanlage entgegen, wodurch die Nachhaltigkeit des Baustoffs verloren geht.

Beschattungsmaßnahmen wie die bereits erwähnten Alurollläden, eine sinnvolle Positionierung der Glasflächen sowie die Wahl der richtigen Glasart sind also essentiell, damit der Baustoff seine Vorteile optimal entfalten kann. Neben dem beliebten Wärmeschutzglas, kommen dabei auch folgende Arten von Glas bevorzugt zum Einsatz:

  • Sonnenschutzglas: Das spezielle Sonnenschutzglas ist getönt, gefärbt oder beschichtet. Dadurch verhindert es, dass sich der Raum zu sehr aufheizt, indem es die Sonnenstrahlung teilweise absorbiert. Es gibt außerdem Modelle, welche zugleich von außen spiegeln, sodass das Glas selbst zum Sichtschutz wird. Die absorbierte Sonnenstrahlung wird anschließend wieder nach außen abgegeben.
  • Isolierglas: Das Isolierglas besteht heutzutage stets aus mehreren Scheiben, zwischen welchen jeweils ein kleiner Raum frei bleibt. Dieser Zwischenraum ist mit Luft oder einem speziellen Edelgas gefüllt und anschließend dampfdicht verschlossen. Je nachdem, welches Gas, welche Beschichtungen, Materialien & Co zum Einsatz kommen, entfaltet das Isolierglas unterschiedliche Eigenschaften. Es kann beispielsweise ebenfalls als Sonnenschutzglas fungieren oder Schall absorbieren.
  • Schaltbare Verglasungen: Noch befindet sich der Bereich der schaltbaren Verglasungen in den Anfängen, doch wird hierin eine große Zukunft gesehen. Denn dahinter verbergen sich Systeme, welche elektronisch gesteuert werden können. Sie verfügen also über gewisse Eigenschaften wie den Sonnenschutz, welcher jederzeit nach Bedarf ein- sowie ausgeschaltet werden kann. Zwar handelt es sich dabei zum jetzigen Stand nicht um erschwingliche Massenware, aber erste Entwicklungen sind bereits auf dem Markt verfügbar.

Fazit: Ist das Bauen mit Glas also sinnvoll oder nicht?

Schlussendlich muss jeder selbst entscheiden, ob in seinem spezifischen Fall der Einsatz von Glas als Baustoff in den Innen- oder Außenbereichen sinnvoll ist. Denn wie alles im Leben, bringt auch dieser Werkstoff einige Nachteile mit sich. Dennoch überwiegen die Vorteile bezüglich Funktionalität, Optik sowie Nachhaltigkeit. Schon jetzt ist das Glas somit keine schlechte Wahl und zu erwarten ist, dass mit der Weiterentwicklung der Glasarten, Herstellungs- sowie Verarbeitungsverfahren, Beschichtungen, usw. das Glas als Baustoff eine immer wichtigere Rolle spielen wird.