Wandgestaltung – Farbe im Spiel

Wände stellen die größten Flächen in unseren Räumen dar. Kein Wunder, dass sie maßgeblich deren Wirkung und unser Wohnklima beeinflussen. Doch welche Wandgestaltung passt zu welchem Raum?

14.11.2018
Ob Rauhfaser-, Vlies-, Struktur- oder Foto-Tapete – die Produkte des Herstellers können Sie mühelos auch in Eigenregie verarbeiten. Foto: Erfurt | Zur Fotostrecke

Zusammenfassung:

  • Die Farbenlehre kann helfen, die richtige Entscheidung in Sachen Wandgestaltung zu treffen.
  • Ungünstige Raumzuschnitte lassen sich mit ein paar Tricks bei der Wandgestaltung „ausbessern“.

Wie heißt es so schön? Kleider machen Leute. Und weil das so ist, sollte auch die Wandbekleidung in unserem Zuhause wohl gewählt sein. Schließlich ist das, was wir tragen, gewissermaßen Ausdruck unserer Selbst. Da Wände jedoch für gewöhnlich eher selten einen eigenen Modegeschmack entwickeln, liegt es an uns, ihnen den richtigen Anstrich zu verleihen. Möglichkeiten dazu gibt es zu genüge: Unzählige Wandfarben, Tapeten und Putze in unterschiedlichsten Designs warten nur darauf sich auf Ihren Raumteilern zu verewigen. Zusätzliche kreative und originelle Anbringungstechniken sorgen gar für gewisses Kopfzerbrechen unter Bauherren und Renovierern. Wie soll die Wandgestaltung denn nun aussehen? Welche Muster und Farben passen zu mir? Mag ich es eher schlicht oder doch fantasievoll?
Damit Sie bei alldem die richtige Entscheidung treffen, sollten Sie Ihre Wahl nicht einfach blind und aufgrund vorübergehender Vorlieben treffen. Auch wenn Ihnen eine bestimmte Farbe besonders gut gefällt, muss das nicht bedeuten, dass sie auch die richtige für Ihre eigenen vier Wände ist. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass Sie mit Ihrer Wahl die Art der Raumwirkung für Jahre festlegen. Ein kleiner Blick in die Farblehre kann also definitiv nicht schaden.

Tapete von Erismann
Exotische Naturmotive wie üppige Pflanzen und knallige Paradiesvögel sind derzeit voll im Trend und sorgen im heimischen Wohnzimmer für Dschungel-Feeling. Foto: Erismann

So verleihen Sie bespielweise einem Raum mehr Gemütlichkeit, indem Sie seine Wände in warme und intensive Farben hüllen. Kühle Töne wie Blau eignen sich dagegen eher für Orte, die Ruhe ausstrahlen sollen. Durch den gezielten Einsatz von Komplementärfarben – wie etwa rot und grün – schaffen Sie zudem spannende und lebendige Kontraste. Wie, in welchem Maße und wo sie eine Stimmung mit der jeweiligen Farbauswahl erzeugen wollen, hängt jedoch letzten Endes von Ihrem eigenen Temperament ab. Übrigens: Auch in Bezug auf ungünstige architektonische Verhältnisse kann die richtige Wandgestaltung Abhilfe leisten. Beispielsweise sorgen Sie mit hellen Pastelltönen dafür, dass ein Raum optisch größer erscheint, wohingegen er bei einem waagrechten Muster an den Wänden und einer zudem dunkel gestrichenen Decke niedriger wirkt. Klingt beinahe wie Magie, nicht wahr? Selbige verleihen Sie einem Raum nebenbei bemerkt auch mit kreativen Tapeten. Aktuell besonders angesagt: der trendige Dschungel-Look. Wem das zu ausgefallen ist, liegt mit althergebrachten Gestaltungsmitteln allerdings auch nicht falsch. Nie aus der Mode kommen zum Beispiel weiße Wände – ganz gleich ob Reinweiß, Eierschale oder Creme, Wandfarbe, Tapete oder Dekor-Putz. Ihr klassischer, unaufgeregter Look lässt Ihnen zudem viel Spielraum in Bezug auf Einrichtung und Dekoration.

Portrait Nadine Schrader
Nadine Schrader von der Auro Pflanzenchemie AG

Interview

Hurra-wir-bauen: Warum sollte man auf ökologische Farben besonders viel Wert legen?

Nadine Schrader: Ökologische Farben sorgen für ein gesundes Raumklima und geben dem Zuhause eine wohlige, angenehme Atmosphäre. Eine echte Naturfarbe erkennt man an den Inhaltsstoffen und der vollständigen Deklaration auf dem Produktetikett. Ein natürlich spürbares Wohnklima schaffen zum Beispiel Kalkfarben – sie sind rein mineralisch, offenporig und regulieren die Luftfeuchtigkeit. Zudem sind sie alkalisch, also schimmelhemmend.

Hurra-wir-bauen: Was ist das Besondere an Auro-Farben?

Nadine Schrader: Ihre Inhaltsstoffe stammen aus pflanzlichen und mineralischen Quelle, und sind nachhaltig. Viele Farben auf dem Markt enthalten Erdöl, das mit Schad- und Störstoffen belastet ist. Zudem sind die fossilen Ressourcen in ein paar Jahrzehnten aufgebraucht, weshalb die Bedeutung von Naturfarbstoffen wächst. Wir setzen vorwiegend auf Öl-, Harz-, Wachs- und Pigmentstoffe aus der Natur. Pflanzen lassen sich nämlich vielfältig nutzen: Farbstoffe aus Blättern, Wachse von Blattoberflächen, Fette und Eiweiße aus Früchten und Duftstoffe oder Harze aus Blüten. Viele unserer Produkte sind aber mittlerweile auch geruchsneutral. Zudem wird die natürliche Wirkung unserer Farben als sehr positiv empfunden.

Hurra-wir-bauen: Welche Farbkomibinationen sind derzeit besonders beliebt?

Nadine Schrader: Hier zählt, wie so oft, der eigene Geschmack. Es gibt zwar Erkenntnisse darüber, welche Farben in welchen Räumen zum Einsatz kommen sollten. Man sollte sich aber eher die Fragen stellen: Welche Farbe passt zu mir? Mit welchen Farben fühle ich mich wohl? Wohn-, Ruhe- oder Relaxbereiche werden oft in beruhigenden Tönen, wie hellen Sandfarben oder Sonnen- und Pastelltönen, gestrichen. Im Bad kommen dagegen helle, intensive Blau- beziehungsweise Türkistöne oder zarte, helle Braun- und Grüntöne zum Einsatz. Im Flur, in dem man sich nicht lange aufhält, sind helles Weiß, Creme, Beige oder Gelbtöne sinnvoll. Optimal ist es, wenn zwei Drittel des Raums beruhigend und ein Drittel anregend wirken.

Hurra-wir-bauen: Woran erkennen Verbraucher das sogenannte „Greenwashing“?

Nadine Schrader: Schlagwörter und Siegel auf der Produktvorderseite werden häufig genutzt, um dieses „grün“ zu waschen. Auf der Rückseite stehen, wenn überhaupt, Inhaltstoffe mit selbst erfundenen Wortkreationen oder komplizierten Begriffen. Zudem sind die Angaben lückenhaft. Dahinter verbergen sich meist Stoffe, die weder umweltfreundlich sind, noch ein gesundes Raumklima schaffen. Helfen kann eine ausführliche Internetrecherche, die jedoch oft sehr aufwendig ist. Als Alternative empfiehlt sich der Griff zu langjährig etablierten Bio-Marken.

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