Der skandinavische Begriff „Hygge“ lässt sich nicht genau in die deutsche Sprache übersetzen. Der Begriff steht für ein Gefühl der Gemütlichkeit, Behaglichkeit und Geborgenheit. Vor allem für die Gestaltung von Wohnungen wird er oft als synonym für das skandinavische Lebensgefühl verwendet. Hier geht es darum, den einzelnen Räumen auch in der kalten Jahreszeit ein Gefühl von Wärme einzuhauchen. Besonders gut erzielen lässt sich dieser Effekt anhand indirekter Beleuchtung. Deshalb finden sich hier fünf einfache Bautipps für die einfache und effektive Umsetzung.

27.10.2020
Indirekte Raumbeleuchtung im Schlafzimmer
Indirekte und warme Lichtquellen sorgen im Schlafzimmer für Entspannung und Ruhe. Foto: Foto: © xinyutouxinliang CCO Public Domain

Was bedeutet indirektes Licht?

Mit indirekter Beleuchtung ist gemeint, dass das Licht zunächst von einer Wand oder von der Decke reflektiert wird, bevor es in den jeweiligen Raum strahlt. Möbel, Bilder oder andere Einrichtungsgegenstände werden dabei nicht direkt beleuchtet. Der Sinn hinter der indirekten Beleuchtung ist, die Helligkeit in alle Richtungen im Raum zu verstreuen.

Dabei entstehen keine starken Kontraste zwischen Hell und Dunkel und keine Schatten. Das sorgt für eine angenehme Atmosphäre.

Bautipp #1: LED-Trockenbauprofil verwenden

Durch ein sogenanntes LED-Trockenprofil können individuelle Beleuchtungsideen sehr unkompliziert in Trockenbauelemente integriert werden. Anhand von Schattenfugen lassen sich die Räumlichkeiten optisch aufwerten, indem sie raffinierte Konturen ermöglichen.

Gegenüber der losen Montage von LED-Streifen bieten die LED-Trockenprofile zahlreiche Vorteile:

  • Die Profile sind langlebig, robust und stabil.
  • Sie sind geschützt gegen Staub und Feuchtigkeit. Das System ist abgeschlossen. Deshalb kann sich auch kein Staub auf den Leuchten festsetzen. Wenn die Profile in der Küche verbaut werden, sorgt das für einen guten Schutz vor Feuchtigkeit durch aufsteigenden Dampf und vor Fettspritzern.
  • Der Trockenbau bietet einen Stoßschutz und sorgt für eine Kühlung der Leuchtmittel. Die Leuchten erzeugen zwar generell nicht so viel Wärme wie vergleichbare Leuchtkörper, dennoch sollte die Wärme gut abgeleitet werden. Durch die Aluminium-Bauweise ist das bei den LED-Profilen gewährleistet.

Da die Profile in den unterschiedlichsten Formen erhältlich sind und zudem auch noch gebogen werden können, sind sie auch für unebene Wände oder Rundungen geeignet. Das gewünschte Lichtkonzept lässt sich so vollkommen natürlich in die baulichen Gegebenheiten einfügen.

Die Installation der Profile gestaltet sich ebenfalls sehr einfach. Entweder werden sie in eine bestehende Verputzung integriert, indem eine Nut ausgefräst wird oder bereits beim Bau vergipst. Obwohl die Leuchten eine sehr lange Lebensdauer haben, gestaltet sich dadurch auch der Tausch einfach und unkompliziert. LED-Beleuchtung benötigt sehr wenig Energie und sollte deshalb bei der Planung eines Neubaus im Sinne des Klimaschutzes entsprechend eingeplant werden.

Bautipp #2: Im Wohnzimmer direkte mit indirekter Beleuchtung kombinieren

Das Wohnzimmer sollte mehrere unterschiedliche Lichtquellen bieten. Eine direkte und helle Beleuchtung sorgt beispielsweise für ausreichend Licht beim Lesen, Schreiben oder bei der Reinigung des Raumes. Die direkte Beleuchtung kann entweder über das Deckenlicht oder über eine oder mehrere Stehlampen erfolgen. Sie kann auf Wunsch unterschiedliche Accessoires im Raum wie Vasen oder Bilder gut in Szene setzen.

Für eine angenehme und beruhigende Atmosphäre sorgt hingegen die indirekte Beleuchtung. Diese kann beispielsweise durch abgehängte Decken oder die bereits im vorigen Tipp erwähnten LED-Trockenbauprofile erreicht werden. Alternativ dazu bieten sich versteckte Lichtquellen an. Als „Verstecke“ eignen sich hierfür beispielsweise die Möbel oder elektrische Geräte wie der Fernsehapparat.

Beim Bau sollte bereits darauf geachtet werden, dass für die Leuchtquellen im Raum erforderliche Steckdosen und Stromanschlüsse an den richtigen Stellen installiert werden. Für die indirekte Beleuchtung der Wand sollte beachtet werden, dass helle Farben besser reflektieren als dunkle. Bei der Deckenbeleuchtung sorgen nach unten abgeschirmte Lampen für ein angenehmes und gleichmäßiges Licht.

Bautipp #3: Warmes Licht für das Schlafzimmer verwenden

Das Schlafzimmer sollte eine Oase der Ruhe sein. Ein Raum, der Entspannung und Ausgleich zum täglichen Stress bietet. Dafür eignet sich vor allem eine dezente indirekte Beleuchtung mit warmem Licht. Doch was bedeutet eigentlich warmes Licht?

Die Farbe des Lichts wird in Kelvin gemessen. Genauer gesagt wird hier die Farbtemperatur gemessen. Je höher der Temperaturwert, desto kälter ist auch das Licht. Eine Kerze hat einen Wert von rund 1.500 K. Bei Werten rund um 3.000 K handelt es sich um warmes Licht, 4.000 K bedeuten neutrales Licht und ab 5.000 K wird von kaltem Licht gesprochen.

Die Lichtfarbe hat eine große Auswirkung auf unseren Gemütszustand. Wird ein Raum mit einer warmen Lichtquelle ausgeleuchtet, führt das zu Entspannung und hilft beim Einschlafen. Im Schlafzimmer unbedingt zu vermeiden sind hingegen Blautöne. Denn diese blockieren die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin und können dazu führen, dass wir stundenlang wach im Bett liegen.

Indirekte Beleuchtung für die Küche
In Küchen mit Arbeitszone und Essplatz sollten die Bereiche lichttechnisch getrennt werden. Foto: © StockSnap CCO Public Domain

Bautipp #4: Nicht die Terrasse vergessen

Es ist besonders schade, wenn laue Grill- oder Spielabende frühzeitig beendet werden müssen, weil auf der Terrasse bei Dunkelheit nicht ausreichend Licht vorhanden ist. Deshalb sollte bereits während der Bauphase daran gedacht werden, entsprechende Stromleitungen auch in den Außenbereich zu verlegen.

Falls die Terrasse dauerhaft überdacht ist, können die Leuchten auf der Decke angebracht werden. Hier eignen sich Outdoor-Panels, die ein angenehmes, flächiges und indirektes Licht bieten. Eine Alternative dazu stellt der Boden dar, in dem Einbauleuchten verbaut werden können. Das sorgt für stimmungsvolle Lichteffekte und bietet Gästen eine gute Orientierung.

Als Basisbeleuchtung eignen sich LED-Wandleuchten, die ebenfalls als indirekte Lichtquelle eingesetzt werden können. Durch die hohe Lichteinwirkung untertags können hierfür Solarleuchten verwendet werden, die den Stromanschluss ersparen. Falls sich die Verlegung von Stromleitungen im Außenbereich schwierig gestaltet, bieten Akku-Lichterketten ebenfalls eine gute Alternative.

Bautipp #5: Sonderfall Küche mit Essraum

Viele Küchen bestehen nicht ausschließlich aus einem reinen Arbeitsbereich, in dem das Essen gekocht und zubereitet wird. Oftmals ist der Platz zur Einnahme der Mahlzeiten ebenfalls bereits integriert.

In diesen Fällen ist es sinnvoll, die Arbeitszone vom restlichen Küchenbereich lichttechnisch zu trennen. Für den Arbeitsbereich empfiehlt sich direktes Tageslichtweiß. Dadurch lässt sich am besten erkennen, ob die Panade des Schnitzels bereits goldbraun ist oder ob Gemüse und Obst tatsächlich noch frisch oder bereits verfault ist.

Beim Essbereich empfiehlt sich hingegen ähnlich wie im Schlafzimmer eine indirekte warme Lichtquelle, um das Essen in behaglicher Atmosphäre im Kreis seiner Liebsten einnehmen zu können.

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