Eingangsbereich – Die Visitenkarte eines jeden Hauses

Er gehört bei jedem Haus mit dazu: Der Eingangsbereich. Allerdings widmen sich viele Bauherrn, dafür, dass das Areal eine so hohe Bedeutung hat, dem Thema nur äußerst stiefmütterlich.

01.04.2019
Eingangsbereich Symboldbild
Glas in und um die Haustüre macht die Diele hell, sorgt aber in jedem Fall für verringerte Privatsphäre durch Einsehbarkeit. Foto: fotolia.com © Iriana Shiyan

Der folgende Ratgeber möchte Basiswissen sowie Denkanstöße vermitteln und sich vor allem darauf fokussieren, was man generell wie applizieren sollte – wobei die Design-Details natürlich den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten angepasst werden sollten.

1. Die Tür ist mehr als die Tür

Was die Haustüre anbelangt, kann man problemlos die gesamte Bauphase mit dem Wälzen von Katalogen verbringen. Primär muss man sich zwischen dreieinhalb Varianten entscheiden:

  • Aluminiumtüren
  • Kunststofftüren
  • Holztüren
  • Sandwich-Systemen aus zwei oder mehr Materialien

Jedes davon hat seine eigenen Vor- und Nachteile. Allerdings widmen sich viele nur der Optik. Zwar sind heute sämtliche erhältlichen Türen nach der Norm DIN EN 14351-1 zertifiziert, die unter anderem auch den Wärmedurchgangskoeffizienten betrifft. Allerdings sei dringend empfohlen, hier auf höher als Mindestmaß gedämmte Türen zu setzen. Das gilt ganz besonders, wenn die Diele dahinter ohne wirkliche bauliche Abtrennung gleich in den Wohnbereich übergeht.

2. Wie viel Glas sollte es sein?

Viele angebotene Haustüren haben entweder selbst oder um den Rahmen herum eine mehr oder weniger große Menge an Glas verbaut. Doch so sehr der Trend auch zu lichtdurchfluteten Häusern geht, sollte man auch immer eines bedenken: Glas ist nicht nur am leichtesten zu beschädigen, sondern lässt sich ohne Komplett-Austausch praktisch nicht auf bessere Wärmedämmwerte bringen. Dies muss man nicht einmal aus Einbruchsschutzsicht sehen – die wenigsten Einbrüche, genauer gesagt 12 %, laufen über die meistens gut einsehbare Vordertüre, sodass man diesen Punkt, wenn das Haus nicht gerade abgelegen steht, vernachlässigen kann. Doch Tatsache ist, dass Glas, auch Milchglas, jedem gewisse Einblicke erlaubt – und sei es nur, ob sich hinter der Türe schemenhaft etwas bewegt. Das mag nicht für jeden ein Problem sein, aber wenn man auf Privatsphäre bedacht ist, sollte man sich die Glas-Mengen gut überlegen.
Allerdings: Wenn die Diele räumlich komplett vom restlichen Haus durch massive Türen (d.h. keine Glastüren) abgetrennt ist, sollte man andersherum denken. In diesem Fall wird, falls keine Dielenfenster installiert sind, die Haustüre die einzige Naturlichtquellesein – und in der Praxis stört es ungemein (und ist eine Kostenfrage), wenn das Dielenlicht tagsüber brennen muss.

3. Für Wetterschutz wird man dankbar sein

Viele Bauherren möchten für ihre Hausfront einen möglichst glatten Look ohne Details, an denen der Blick „hängenbleibt“. Leider führt das oft dazu, dass die Praxistauglichkeit leidet. Namentlich der Wetterschutz, weil davon gar nichts appliziert wird. Auch viele Normal-Bauherren denken nicht weiter über Regen und Co. nach – dann wird ein kleines Vordach installiert und das Thema abgehakt. Leider ist es das jedoch ganz und gar nicht. Denn typische Mini-Vordächer sind nur ein mangelhafter Schutz vor senkrecht herabfallendem Regen – und nicht mal davor sonderlich gut, weil Spritzer auch den Bereich unter dem Dach erreichen. Tatsächlich wird der Eingangsbereich bis zur Tür (und mit etwas Pech durch die Dichtungen bis in die Diele) dennoch nass werden und das nicht nur bei Starkregen. Daher sei dringend empfohlen, sich über die örtliche „Wetterseite“ zu informieren und sie in seine Absicherungen mit einzubeziehen. Das muss nicht in einem gemauerten „Vorhaus“ resultieren. Schon ein Vordach mit Seitenteil kann, wenn es nach der Wetterseite installiert wurde, enorm viel tun, weil es auch seitlich einfallenden Regen abhält. Das gilt ganz besonders, falls die Eingangstreppe/-stufe aus glatten Materialien wie Marmor besteht, die sonst bei jedem Schauer feucht und rutschig werden.

4. Briefkasten – an der Tür oder der Straße?

Auch Briefkästen sind, was die Designvielfalt anbelangt, gigantisch. Und ohne näher auf die der sonstigen Architektur anzupassenden Looks einzugehen, sollte man auf folgendes achten:

  • Selbst wenn man kein Zeitungs-Abo besitzt, sollte eine Zeitungsröhre vorhanden sein. Auch so wird man mit genügend Druckmaterial dieser Größe versorgt werden.
  • Briefe sind heute nur ein kleiner Teil des Postaufkommens. Wer nicht will, dass Amazon-Umschläge und Co. von eiligen Briefträgern geknickt und zerknautscht werden, setzt auf größere Schlitze und Volumina.
  • Vollständig geschlossene Briefkästen bieten keinerlei Vorteile – bloß muss man ohne Sichtfenster jedes Mal den Kasten öffnen, um zu prüfen, ob etwas darin liegt
  • Die Anbringung sollte nach DIN EN 13724 mindestens 70, höchstens 170cm über dem Boden erfolgen

Stellt sich natürlich die Frage, wo der Kasten installiert werden soll – entweder vorn an der Straße, wo er praktisch im Vorbeigehen gefüllt werden kann oder an der Haustür. Dabei sollte man auf jeden Fall letzteres anstreben. Natürlich, an der Straße macht der Kasten dem Zusteller das Leben etwas leichter. Aber ist das Aufgabe eines Hausbesitzers? Nur einen von der Haustür erreichbaren Briefkasten kann man auch mal im Morgenmantel entleeren; muss sich bei Regen für die Tageszeitung nicht bis zur Straße begeben.

5. Die Beleuchtung

Egal ob man nun transparente Glas-Elemente in der Vordertüre besitzt oder auf diverse Türspion-Systeme vertraut: Auch wenn es dunkel ist, möchte man sehen können, wer an der Türe klingelt. Dazu ist es wichtig, dass eine außen installierte Lampe vorhanden ist – und zwar so nah wie möglich an der Tür, damit der Bereich gut ausgeleuchtet ist. Das bedingt, dass die Leuchtelemente nicht nur nach ihrem Design ausgesucht werden, sondern vor allem, wie sie das Licht richten.  

  • Der Klingelnde sollte nicht geblendet werden, aber sein Gesicht muss deutlich sichtbar sein
  • Das Licht muss so fallen, dass man von innen einen guten Blick hat
  • Das Licht muss auch so fallen, dass das Türschloss gut sichtbar ist

Die schönste Eingangsleuchte nützt nichts, wenn man mit seinem Körper beim Aufschließen der Türe selbst einen dicken Schatten aufs Schloss wirft. Und: Für den Alltag sind Systeme mit Bewegungssensor am einfachsten. Allerdings sollte es in der Diele eine Möglichkeit geben, das Sensorsystem zu übersteuern, also unabhängig davon ein- und ausschalten zu können – und sei es nur, um potenziellen Einbrechern nicht noch Licht bei ihrer Arbeit zu liefern.

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