Retro Möbel  Restaurieren und selber bauen

Möbel der 1950er und 1960er Jahre finden wieder den Weg zurück ins Wohnzimmer. Wer im „Retro-Stil“ gehaltene Möbel neu kaufen will, muss unter Umständen tief in die Tasche greifen. Billiger und ökologisch wertvoller ist es da, den im Keller oder auf dem Dachboden gelagerten Möbel von Oma neues Leben einzuhauchen. Ebenfalls schonend für Umwelt und Geldbeutel: Möbel aus vermeintlichen unbrauchbaren Gegenständen neu zu schaffen.

31.07.2015
Großmutters alte Möbel liegen heute wieder im Trend. So manches Schätzchen lagert noch auf Dachböden oder in Kellern. Schauen Sie doch auch einmal nach. Vielleicht kommt ja auch Ihr neuer Sessel von Omas Speicher Foto: brodtcast / Fotolia | Zur Fotostrecke

Retro Möbel aus scheinbar überflüssig gewordenen Gegenständen selbst zu bauen, ist nicht unmöglich. Relativ schnell und einfach ist ein Couchtisch aus einer Europalette gefertigt. Die Kosten dafür halten sich in einem überschaubaren Rahmen: Europaletten sind schon für unter zehn Euro zu haben. Fehlen noch Tischbeine und gegebenenfalls eine Plexiglas- beziehungsweise Glasscheibe, um den Tisch fertigzustellen. Als „Tischbeine“ empfehlen sich Rollen, ähnlich denen, die an Einkaufswagen befestigt sind. Auch hier ist mit einem Preis von unter zehn Euro pro Rolle auszugehen. Erhältlich sind sie in jedem Baumarkt. Das Holz selbst wird abgeschliffen und lackiert. Wer den derzeit angesagten „Vintage Look“ mag, dem sei geraten, die Hölzer im Originalzustand zu belassen. Die Gebrauchsspuren sorgen dafür, dass der Couchtisch eine etwas „reifere“, rustikalere Optik ausstrahlt. Möbel aus Europaletten sind aufgrund ihrer robusten Bauweise besonders gut für den Garten geeignet. Wind und Wetter können den Eigenbauten wenig anhaben. Allerdings: Auch hier kommen noch Extrakosten auf den Heimwerker zu. Schließlich möchten Sie ja nicht auf blankem Holz sitzen. Eine entsprechende Polsterung oder Matratze schafft Abhilfe.

Alte Möbel selbst restaurieren

An Omas alten Möbeln hängen viele Kindheitserinnerungen. Sie sind es auch, die Großmutters Kommode häufig vor dem Sperrmüll bewahren. Bevor das geschieht, gilt es, den Wert der alten Einrichtung einzuschätzen. Wurde das Fundstück falsch gelagert, lohnt die Aufarbeitung meist nicht mehr, denn: Die Jahre auf zugigen Dachböden und in feuchten Kellern gehen an den vermeintlichen Schätzen nicht spurlos vorbei. Möbel, die in feuchten Kellern untergestellt sind, können zum einen von Schimmel befallen, zum anderen von Holzwürmern bewohnt sein.
Doch wie erkenne ich, ob der Käfer noch aktiv ist oder nicht? Ganz einfach: Sind kleine Holzmehlhäufchen unter dem Möbel zu sehen, ist das Insekt noch am Leben. Ein weiterer Trick: Legen sie eine Hand voll Eicheln unter das Möbel. Holzwürmer mögen deren Geschmack. Vertrieben wird der unliebsame Gast entweder durch chemische Mittel oder durch Austrocknen. Erstere Methode hat den Nachteil, dass das Nervengift, das den Käfer zur Strecke bringen soll, noch lange aus dem Möbel ausdünstet. Empfehlenswerter ist da schon die Wärmebehandlung oder die Bekämpfung der Larven mittels Stickstoff. Diese beiden Methoden sind aber nur vom Fachbetrieb vorzunehmen. Ist mit den Fundstücken auf den ersten Blick alles in Ordnung, sollten Sie näher prüfen: Lassen sich Schubladen problemlos bewegen? Sind Türen leicht zu öffnen? Fehlen Griffe oder Scharniere? Soll das gute alte Stück einen neuen Anstrich bekommen oder muss es lediglich gereinigt werden? Handelt es sich beim Kellerfund um eine Antiquität, ist abzuschätzen, ob die eigenen handwerklichen Fähigkeiten für die Aufarbeitung ausreichen.

Möbel restaurieren: Materialliste

Alte Möbel werden entweder chemisch abgebeizt oder mit Schleifpapier verschiedener Körnungen abgeschliffen. Papiere mit einer 180er und 240er Körnung eigenen sich besonders gut. Stahlwolle, Verdünner, ein Spachtel und gegebenenfalls eine kleine Schleifmaschine sind ebenfalls gern gesehene Helfer. Holzleim, neue Scharniere, Schrauben, Türbeschläge und Türgriffe, sind – je nach Zustand des Kellerfunds – von Vorteil. Nun steht dem Arbeitsbeginn wirklich nichts mehr im Wege. Ist die Restauration abgeschlossen haben Sie gleich doppelt Grund zur Freude: Zum einen, dass Sie das Möbel selbst aus dem Dornröschenschlaf geweckt haben, zum anderen, weil das alte Möbel in ganz neuem Glanz erstrahlt.

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