Dämmstoffe  Diese Dämmstoffe senken die Heizkosten

Auch in den nächsten Jahren müssen sich die Verbraucher wahrscheinlich auf weiter steigende Preise für Heizöl, Gas und Strom einstellen. Damit die Heizkosten auch dann nicht aus dem Ruder laufen, gilt es den eigenen Wärmebedarf nachhaltig zu senken. Dämmstoffe sind ein wichtiger Schlüssel, um in Zeiten steigender Energiepreise Heizkosten einzusparen. Egal, ob Sie auf der Suche nach der idealen Dämmung für Keller, Fassade oder Dach sind: Bauherren steht ein reichhaltiges Angebot an Dämmmaterialien zur Verfügung. Erfahren Sie hier alles Wissenswerte zu den wichtigsten Dämmstoffen und informieren Sie sich über deren Einsatzgebiet.

13.09.2019
Alle „Masterrock“-Dämmplatten bieten einen effizienten Wärmeschutz mit der Wärmeleitfähigkeit 035 beziehungsweise 036 W/m2k. Foto: Rockwool | Zur Fotostrecke

Zusammenfassung:

  • Dämmstoffe lassen sich anhand verschiedener Kriterien unterscheiden. Wichtig sind zum Beispiel die Wärmeleitfähigkeit (U-Wert), der Wasserdampfdiffusionswiderstand und die Wärmespeicherkapazität.
  • Synthetische Dämmstoffe bestimmen nach wie vor den Dämmstoff-Markt, doch inzwischen werden auch ökologische Materialien vermehrt nachgefragt.

Dämmstoffe werden eingesetzt, um den Wärme- oder Schallschutz von Wohngebäuden zu verbessern beziehungsweise zu erhöhen. Besonders häufig werden heute mineralisch-synthetische Dämmstoffe wie Glaswolle oder Steinwolle und synthetische Dämmstoffe wie Styropor (EPS) oder PUR/PIR-Hartschaum verwendet. Inzwischen steigt aber auch die Nachfrage nach umweltverträglichen Dämmstoffen: ökologische Dämmstoffe wie zum Beispiel Holz-, Hanf- und Kokosfasern oder aber auch Schafwolle schützen nicht nur hervorragend vor Heizwärmeverlusten, diese Dämmmaterialien lassen sich am Ende ihrere Lebensdauer auch gut entsorgen beziehungsweise sogar recyceln.

Die richtige Dämmung für jedes Einsatzgebiet

Wir haben für Sie an dieser Stelle eine Übersicht über die gängigsten Dämmstoffe zusammengestellt: in alphabetischer Reihenfolge und mit einer kurzen Beschreibung möglicher Vor- und Nachteile.

Flachs und Hanf:
Dämmstoffe aus Flach und Hanf eignen sich als Dämmung bei einem mehrschaligen Wandaufbau, zum Beispiel bei hinterlüfteten Vorhangsfassaden oder zur nachträglichen Kerndämmung zweischaligen Mauerwerks. Flachs und Hanf gehören zur Gruppe der nachwachsenden Rohstoffe. Für den Brandschutz wird Flachs mit Borax oder Wasserglas, Hanf mit Soda behandelt. Formbeständig, schimmelresistent und insektensicher weisen beide Dämmstoffe eine gute Dämmleistung sowie eine gute Feuchtigkeitsregulierung auf.

Glasschaum-Granulat:
Glasschaum-Granulat wird aus recyceltem Altglas hergestellt und ist Dämmstoff und Leichtschüttmaterial in einem. Es wirkt wärmedämmend, stabilisierend und kapillarbrechend und ist beständig gegen Alterung, Verrottung, Schrumpfung und Schädlingsbefall. Die vielen Hohlräume mit der darin eingeschlossenen Luft sorgen für eine hohe Dämm- und Schallschutzwirkung.

Holzfaserplatten:
Dämmstoffe aus Holzfasern stellen einen ausgezeichneten Wärme- und Kälteschutz dar. Darüber hinaus ist das Material diffusionsoffen und wirkt feuchtigkeitsregulierend. Die besondere Faserstruktur der Holzfaserplatten schützt wirkungsvoll gegen Umgebungslärm. Mit Naturharzen oder Bitumen imprägniert, sind Holzfaserplatten auch in einer feuchtigkeitsbeständigen Variante lieferbar. Mit Bitumen behandelte Platten sollten jedoch nicht in Innenräumen eingesetzt werden, da Schadstoffe ausgasen könnten.

Baulexikon

  • U-Wert: Wärme wandert immer von der warmen zur kalten Seite. Im Winter von den beheizten Innenräume nach außen. Dieser Wärmedurchgang lässt sich für jedes Bauteil (zum Beispiel Fassade oder Fenster) bestimmen. Der U-Wert (auch „Wärmedurchgangskoeffizient“ genannt, früher k-Wert) gibt an (Einheit: W/m²K), wie viel Energie in Watt pro Quadratmeter Bauteilfläche entweicht. Grundlage für die Berechnungen ist dabei die Annahme von einem Grad Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen. Je kleiner der Wärmedurchgangskoeffizient, desto besser ist die Dämmung.
  • Dampfdiffusionswiderstand: Der Dampfdiffusionswiderstand, kurz „Diffusionswiderstand“, gibt an, wie lange Wasserdampf für die Durchdringung eines Baustoffs benötigt. Der Dampfdiffusionswiderstand ist abhängig von Material und Materialdicke.
  • Hinterlüftete Vorhangfassade: Bei einer hinterlüfteten Vorhangfassade ist eine Unterkonstruktion am Außenputz aufgebracht. Zwischen der Unterkonstruktion ist die Dämmung an der Fassade befestigt. Der eigentliche „Vorhang“ wird im Abstand von etwa 4 cm zur Dämmschicht montiert. Über die Hinterlüftung wird eventuell entstehende Feuchtigkeit abgeführt. Den Abschluss bildet eine Verkleidung aus Holz, Schiefer, Faserzementplatten oder Ähnlichem.

Kalzium-Silikat-Platten:
Kalzium-Silikat-Platten werden aus Quarzsand, Kalk oder Zellulosefaser hergestellt und bieten nur eine mittlere Dämmwirkung, dafür aber eine sehr gute Feuchtigkeitsregulierung. Aufgrund dessen kommen sie vorrangig als Innendämmung und in der Feuchte-Sanierung zum Einsatz. Formbeständig, wassersaugend und fäulnisfest ist Kalzium-Silikat ein äußerst alterungsbeständiger Dämmstoff.

Kork:
Im Gegensatz zu Holz ist Kork ein nur begrenzt vorhandener Rohstoff, der aus der Rinde der Korkeiche gewonnen wird. Feuchtigkeitsbeständig, langlebig und schimmelresistent eignet sich der natürliche Dämmstoff für die Einbindung in Verbundsysteme oder in hinterlüfteten Fassaden. Bauphysikalische Eigenschaften wie Wärmedämmwirkung, Feuchtigkeitsregulierung und sommerlicher Hitzeschutz lassen sich mit dem Prädikat gut bewerten.

Mineralwolle:
Als Mineralwolle werden Dämmstoffe aus Stein- oder Glaswolle bezeichnet. Sie besteht zu mindestens 90 Prozent aus mineralischen Rohstoffen wie Kalkstein, Sand, Zement, Feldspart, Dolomit, Basalt und Diabas sowie aus recyceltem Altglas. Mineralwolle ist vielseitig einsetzbar und vereint positive Materialeigenschaften wie Wärme- und Kälteschutz, Schalldämmung und Brandschutz. Außerdem ist Mineralwolle alterungsbeständig und problemlos zu verarbeiten. Zu beachten ist, dass Feuchtigkeit die Schutzwirkung des Dämmmaterials stark herabsetzt: Das fachgerechte Ausführen der Dämmarbeiten ist daher ein Muss! Der Dämmstoff wird als Klemmfilz oder Platte geliefert.

Polystyrol:
Besser bekannt als Styropor, ist Polystyrol ein feuchtigkeitsbeständiger, preisgünstiger und unverrottbarer Kunststoff. Polystyrol besitzt gute Dämmeigenschaften und wird in einfach zu verarbeitenden Platten geliefert. Mit Zement gebunden wird es als Granulat auch in Schüttungen unter Estrichen eingesetzt, hat in dieser Form aber eine deutlich geringere Dämmleistung.

PUR/PIR-Hartschaum:
Polyurethan-Hartschaum ist die Bezeichnung für eine Dämmstoff-Familie, die PUR- und PIR- Hartschäume mit einschließt. PUR/PIR-Hartschäume weisen gute Druckfestigkeitswerte auf, sind schimmel- und fäulnisresistent und geruchsneutral. Außerdem erfüllen Hartschäume die gesetzlich festgelegten Anforderungen an den Brandschutz.

Schaumglas:
Schaumglas gehört zu den mineralischen Dämmstoffen und wird aus recyceltem Glas oder aus Quarzsand hergestellt. Schaumglas verfügt über eine hohe Druckfestigkeit (nicht aber Punktlasten), nimmt kein Wasser auf, ist formstabil, nicht brennbar, alterungsbeständig und schädlingssicher. Das Dämmmaterial wird oft eingesetzt, um etwa ein Flachdach zu dämmen oder für die Perimeterdämmung des Kellers.

Zellulose:
Lose Zelluloseflocken werden über einen Schlauch in die Hohl- und Zwischenräume von Dach und Fassade eingeblasen und verdichten sich dort zu einer passgenauen Wärmeschutzschicht. Um die Fasern aus recyceltem Zeitungspapier vor Schimmel, Schädlingen und Verrottung zu schützen, sind sie mit speziellen mineralischen Salzen behandelt, die sich darüber hinaus auch noch positiv auf den Brandschutz auswirken. Dämmstoffe aus Zellulose sind auch in Plattenform erhältlich.

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