Thermografie – Wärmebildkamera deckt Energieverluste auf

Die Infrarot-Thermografie ist ein erprobtes und verlässliches Verfahren, das die energetischen Schwachstellen einer Gebäudehülle, sogenannte Wärmebrücken, sichtbar werden lässt. Thermografie-Aufnahmen können aber auch dazu genutzt werden, um in den Wänden verborgene Rohrleitungen sowie Wasser- und Durchfeuchtungsschäden aufzuspüren. Holen Sie sich jetzt interessante Informationen zum Thema Infrarot-Thermografie.

29.03.2018
Thermografie-Aufnahmen eines Altbaus
Die Wärmebildkamera lässt die Wärmestrahlung einer Oberfläche sichtbar werden: Bauteile mit roter und gelber Färbung offenbaren dabei hohe Energieverluste, blaue und grüne Bereiche stellen hingegen Bereiche mit geringen Energieverlusten dar. Foto: Ingo Bartussek / Fotolia

Zusammenfassung:

  • Mit Hilfe der Infrarot-Thermografie lassen sich Undichtigkeiten in der Gebäudehülle aufspüren, um sie im Anschluss gezielt beseitigen zu können.
  • Mit einer Wärmebildkamera lassen sich neben Wärmebrücken auch Undichtigkeiten bei einer Fußbodenheizung oder im Bereich der Hauswasserinstallation aufspüren.
  • Die Infrarot-Thermografie ist ein Verfahren, mit dem sich die für das menschliche Auge unsichtbare Infrarotstrahlung in ein sichtbares Bild umwandeln lässt.

Wie eine Untersuchung des Verbands Privater Bauherren (VPB) ergab, haben über 70 Prozent aller Neubauten mehr oder weniger schwere energetische Mängel. Nicht nur in der fehlerhaften Planung und in falschen Berechnungen meint der VPB die Ursache für kostspielige und die Bausubstanz gefährdende Wärmebrücken zu erkennen, sondern auch und vor allem in der minderwertigen und unsachgemäßen Bauausführung.
Damit Bauherren am Ende das Eigenheim bekommen, das sie bestellt und bezahlt haben, führt laut VPB kein Weg an einer baubegleitenden und abschließenden Qualitätskontrolle durch einen unabhängigen Bausachverständigen vorbei. Dieser nutzt für seine Prüfung in der Regel zwei bewährte Verfahren: den Blower-Door-Test und die Thermografie.

Mit Hilfe der Infrarot-Thermografie Wärmebrücken aufspüren

Mit Hilfe des Blower-Door-Tests können Undichtigkeiten innerhalb der Gebäudehülle nachgewiesen werden. Thermografische Aufnahmen haben sich seit vielen Jahren bewährt und die Ergebnisse haben, sollte es zu einem Rechtsstreit kommen, auch vor Gericht Beweiskraft.
Die Thermografie ist eine wichtige Ergänzung zum Blower-Door-Test. Mit Hilfe der Thermografie lassen sich Schwachstellen aufgrund ihrer charakteristischen Wärmestrahlung relativ genau orten, so dass sie im Anschluss beseitigt werden können. Aber nicht nur für die Lokalisierung von Dämmlücken werden Thermografie-Aufnahmen genutzt, sondern beispielsweise auch für das Aufspüren von Undichtigkeiten bei einer Fußbodenheizung. Das thermische Bild des Fußbodens offenbart nämlich neben dem exakten Verlauf der im Estrich verlegten Heizschlangen auch noch genau den Bereich, an dem das Heizungswasser austritt. Gleiches gilt für Feuchteschäden, die innerhalb der Dachschräge vermutet werden: Durchfeuchtetes Dämmmaterial zeigt eine andere Wärmestrahlung als eine trockene, voll funktionstüchtige Wärmedämmung und lässt sich daher mit Hilfe der Thermografie recht gut aufspüren.

Baulexikon

  • Blower-Door-Test: Der Blower-Door-Test ist eine Luftdichtheitsprüfung zur Ortung von energetischen Schwachstellen in der Gebäudehülle. Für die Prüfung werden sämtliche Außentüren und Fenster geschlossen und ein Gebläse installiert. Das Gebläse baut einen Druck von etwa 50 Pascal innerhalb des Gebäudes auf. Schwachstellen und Löcher in der Gebäudehülle, über die wertvolle Heizenergie entweicht, können nun mittels einer Wärmebildkamera oder einem Strömungsmesser sichtbar gemacht werden.
  • Wärmebrücke: Eine Wärmebrücke (umgangssprachlich fälschlicherweise häufig auch als „Kältebrücke“ bezeichnet) ist eine energetische Schwachstelle in der Gebäudehülle bzw. Dämmung, über die während der Heizperiode kontinuierlich Raumwärme von innen nach außen entweicht. Die Folgen können neben erhöhten Heizkosten auch Tauwasserausfall mit anschließender Schimmelbildung sein.

Wie funktioniert Infrarot-Thermografie?

Die Infrarot-Thermografie ist ein Verfahren, mit dem sich die für das menschliche Auge unsichtbare Infrarotstrahlung in ein sichtbares Bild umwandeln lässt. Anders als bei einem regulären Bild werden dabei von der Wärmebildkamera nicht die sichtbaren Wellen des Lichts aufgenommen, sondern die Wärmestrahlung, die von jedem Objekt abgegeben wird. Das Ergebnis der Thermografie-Messung wird farblich dargestellt. Warme Temperaturen beziehungsweise Oberflächen sind auf einem Wärmebild in hellgelb bis rot, gleichbedeutend mit großer Wärmeabstrahlung beziehungsweise einer Wärmebrücke, dargestellt, kältere Temperaturen hingegen in blau bis violett, gleichbedeutend mit geringer Wärmeabstrahlung beziehungsweise guter Dämmung.
Für eine aussagekräftige Thermografie-Aufnahme sollte die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen etwa zehn bis 15 °C betragen. Außerdem ist es wichtig, dass die Bilder entweder in den frühen Morgen- oder aber in den späten Abendstunden angefertigt werden. Der Hintergrund hierfür ist, dass Sonnenstrahlung die Fassade oder andere zu untersuchende Oberflächen des Hauses deutlich aufheizen und so das Ergebnis der Thermografie stark verfälschen können. Ähnliches gilt bei unwirtlichen Witterungsbedingungen wie Regen oder Schnee, Nebel oder starkem Wind. Auch hier sollten keine Thermografie-Aufnahme angefertigt werden, da diese äußeren Einflüsse die Genauigkeit der Messung massiv verfälschen können.

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