Dachsanierung – Interessante Tipps für Ihren Altbau

Das Dach bietet Ihrem Haus Schutz vor Wind und Wetter, außerdem soll es durch eine moderne Dämmung verhindern, dass wertvolle Heizenergie verloren geht und dadurch unser Klima unnötig belastet wird. Ist Ihr Dach in die Jahre gekommen, sollten Sie eine Dachsanierung in Betracht ziehen. Wir informieren Sie an dieser Stelle zum Thema Dachsanierung und zeigen Ihnen, worauf Sie bei einer Sanierung zu achten haben.

25.05.2018
Velux App MyDaylight
Durch eine Dachsanierung lässt sich auch bei einem Altbau ein attraktives Wohnumfeld schaffen. Wo Sie Dachfenster am besten platzieren, können Sie Mithilfe der realitätsnahen Tageslichtberechnung der App „MyDaylight“ in Erfahrung bringen. Foto: Velux

Zusammenfassung:

  • Das Dach Ihres Hauses gilt es im Auge zu behalten: Auch kleinere Schäden können gravierende Folgen haben. Nach etwa 30 bis 40 Jahren ist es Zeit für eine Dachsanierung.
  • Nutzen Sie bei Ihrer Dachsanierung mögliche Synergieeffekte: Schaffen Sie attraktive Räume unter Ihrem Dach oder installieren Sie eine Solarthermie- oder Photovoltaik-Anlage zur klimafreundlichen Wärme- oder Stromgewinnung.
  • Für Ihr Dach stehen Ihnen verschiedenste Materialien zur Eindeckung zur Verfügung: Dachziegel, Dachsteine, Schiefer, Aluminium und Titanzink.
  • Die Finanzierung der Sanierung Ihres Daches können Sie sich mittels einer staatlichen Förderung durch die KfW-Bank versüßen. Zinsgünstige Kredite und finanzielle Zuschüsse winken, mit denen Sie bares Geld sparen.

Nichts ist für die Ewigkeit gemacht! Diese Binsenweisheit gilt selbstverständlich auch für das Dach Ihres Eigenheims. Verrutschte, gebrochene oder alte Dachziegel, Schädlingsbefall an der Dachkonstruktion, undichte Dachfenster oder Schimmel sind Hinweise dafür, dass Ihnen alsbald eine Dachsanierung ins Haus stehen könnte. Doch nicht nur bei offensichtlichen Schäden am Dach sollten Sie über eine Sanierung nachdenken: Über ungedämmte Dächer gehen bis zu 30 Prozent der bereitgestellten Heizwärme verloren. Grund genug, um in eine angemessene Dämmung gemäß aktuell gültiger Energieeinsparverordnung (EnEV) zu investieren und kräftig Heizkosten sparen.

Dachsanierung und Dachausbau kombinieren

Sie planen beim Dachdecker Ihres Vertrauens eine Dachsanierung in Auftrag zu geben? Dann haben Sie jetzt die einmalige Gelegenheit, Ihr persönliches Platzangebot durch einen Dachausbau kostengünstig zu erweitern. Voraussetzung dafür ist allerdings eine solide Planung. Vor dem Dachausbau gilt es die räumlichen Gegebenheiten vor Ort zu prüfen; denn leider liegt nicht unter jedem Steildach ein Wohnparadies verborgen! Wichtig ist es darauf zu achten, dass sich Ihre Dachneigung auf nicht weniger als 35 Grad beläuft und die spätere Raumhöhe mindestens 2,30 Meter beträgt. Suchen Sie außerdem den direkten Kontakt zu Ihrem Bauamt und bringen Sie in Erfahrung, ob Sie für Ihren Dachausbau eine Baugenehmigung benötigen oder nicht. Von zentraler Bedeutung ist beim Dachausbau auch das Thema Fenster beziehungsweise Dachfenster. Ohne ausreichend Tageslicht wird sich bei Ihnen nämlich mit Sicherheit keine echte Wohlfühlatmosphäre einstellen. In diesem Zusammenhang kann auch ein Blick in die DIN 5035 „Tageslicht in Innenräumen“ nicht schaden, die konkrete Vorgaben zu diesem Thema macht. Zu guter Letzt spielt auch der sommerliche Hitzeschutz fürs eigene Wohlbefinden in den Räumen unter Ihrem Dach eine wichtige Rolle, denn wer mag sich schon bei subtropischen Temperaturen schlaflos im Bett hin und her wälzen?

Baulexikon

  • Energieeinsparverordnung: Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist Teil des deutschen Baurechts. Die Energieeinsparverordnung enthält, neben Bestimmungen zum Energieausweis, energetische Mindestanforderungen für einen Neubau, für Modernisierung, Umbau, Ausbau und Erweiterung von Bestandsgebäuden, für Heizungs-, Kühl- und Raumlufttechnik sowie für die Warmwasserbereitung.
  • Titanzink: Titanzink ist eine Legierung, die aus Zink und kleineren Mengen Titan und Kupfer besteht. Das Metall ist dank seiner Patina, die sich mit der Zeit von alleine bildet, korrosionsbeständig und wird daher gerne zu Regenrinnen, Fallrohren und Dachbekleidungen verarbeitet.
  • Aufsparrendämmung: Bei einer Aufsparrendämmung (auch „Vollflächendämmung“ genannt) wird eine Dämmschicht oberhalb der Dachsparren angebracht. Die Dämmplatten werden dabei von außen auf den Sparren fixiert. Danach folgt die Eindeckung des Daches. Der Vorteil dieser Dämmweise ist, dass die Dämmschicht an allen Stellen die gleiche Stärke besitzt und keine Wärmebrücken entstehen können.

Welche Dachdämmung ist die richtige?

Für Ihre Dachdämmung kommen gleich mehrere Dämmvarianten in Frage, um energetische Schwachstellen im Dach zu schließen. Am effektivsten sind laut den Aussagen von Dämm-Experten jedoch die sogenannte Aufsparrendämmung und die Zwischensparrendämmung. Abhängig von den Anforderungen können mehrere Dämmlösungen auch problemlos miteinander kombiniert werden, um die Dämmwirkung zu erhöhen und möglichst viel Energie einzusparen.
Bei der Aufsparrendämmung wird die vor Wärmeverlusten schützende Dämmung von außen über das gesamte Dach verlegt. Damit die Dämmschicht aus Polystyrol, Polyurethan, Mineralwolle oder Holzfasern installiert werden kann, muss zuvor die komplette Dacheindeckung entfernt werden. Die Aufsparrendämmung schützt aber nicht nur vor dem Verlust wertvoller Heizenergie, sondern auch die effektivste Dämmvariante mit Blick auf den sommerlichen Hitzeschutz im Dachgeschoss. Bei der Zwischensparrendämmung wiederum wird die Dämmung zwischen den Sparren verlegt. Dabei wird das als Rollen- oder Mattenware erhältliche Dämmmaterial aus Holzfaser, Mineral- oder Glaswolle mit einem geringen Übermaß von zirka einem Zentimeter zum Abstand der Sparren zugeschnitten und zwischen die Balken geklemmt. Im Anschluss wird eine Dampfbremse beziehungsweise Klimamembran, eine wasserdichte dabei jedoch atmungsaktive Folie, als raumseitiger Abschluss der Dämmebene vollflächig unter den Sparren angebracht, die die Dämmung vor der in der Raumluft gebundenen Feuchtigkeit schützt und so der Entstehung von Schimmel im Dach vorbeugt.

Handwerker verlegt die Zwischensparrendämmung Knauf Insulation aus Glaswolle
Formaldehyfrei und weniger Juckreiz beim Verlegen im Dach: das zeichnet den Zwischensparren-Wärmeschutz „Unifit TI 135 U“ aus. Dafür gibt’s die Bestnote „sehr gut“ von Öko-Test. Foto: Knauf

Welche Dacheindeckung ist die richtige?

Wer im Zuge einer Dachsanierung seine Dacheindeckung erneuern möchte, hat die Qual der Wahl. Längst sind in Deutschland die Zeiten passé, da Hausbesitzer für Ihr Dach nur zwischen Dachziegeln und Dachsteinen wählen konnten. Heute können Sie sich nämlich auch noch zwischen einem Aluminium-, Titanzink- oder Schieferdach entscheiden.

  • Dachziegel werden aus dem Naturmaterial Ton hergestellt und eignen sich sowohl für Groß- als auch für detailreiche Kleinflächen mit Gauben, Erkern und Dachvorsprüngen. Sogenannte Engoben und Glasuren gestatten eine große farbliche Vielfalt, wodurch Sie keine Probleme damit haben dürften, das für Ihr Eigenheim passende Dachkleid auszuwählen.
  • Dachsteine werden hingegen aus Sand, Zement und weiteren Beimischungen hergestellt. Die Dacheindeckung gibt sie in unterschiedlichen Farben und Formen. Dachsteine sind etwas schwerer als Dachziegel und können daher bei Sturm weniger leicht von Ihrem Dach geweht werden. Über die Jahre härten Betondachsteine außerdem immer weiter aus und werden so noch widerstandsfähiger gegen schädliche Witterungseinflüsse.
  • Metalldächer aus Aluminium oder Titanzink sind witterungsbeständig und wartungsfrei. Außerdem zeigen sie sich unbeeindruckt von jeder Form der Witterungserscheinung. Darauf gibt es bei manchem Hersteller sogar eine jahrzehntelange Garantie.
  • Eine Dacheindeckung aus Schiefer zeichnet sich durch ihr edles Erscheinungsbild und einer Lebensdauer von hundert Jahren und mehr aus. Auch in puncto Sturmsicherheit hat Ihnen ein Schieferdach einiges zu bieten: Da jede einzelne Schieferplatte auf die Unterkonstruktion genagelt, geschraubt oder geklammert wird, bietet es Starkwindereignissen wirkungsvoll Paroli.

Welche Dacheindeckung schlussendlich die richtige für Sie und Ihr Dach ist, entscheiden Sie am besten gemeinsam mit dem die Dachsanierung ausführenden Dachdeckerbetrieb. Dieser verfügt über das nötige Know-how, um nach einer Bestandsaufnahme Ihres Daches eine fundierte Beratung vornehmen und ein solides Angebot unterbreiten zu können.

Nutzen Sie Ihr Dach für eine Solarthermie- oder Photovoltaik-Anlage

Haben Sie sich für eine Dachsanierung entschieden, dann sollten Sie sich gleich auch noch Gedanken darüber machen, ob Sie die bevorstehenden Dacharbeiten nicht auch noch dafür nutzen, entweder eine Solarthermie-Anlage zur Unterstützung Ihrer Heizung oder eine Photovoltaik-Anlage für die Stromgewinnung zu installieren. Ihre Kosten für die Installation einer solchen Anlage minimieren sich nämlich, wenn bereits ein Gerüst für die Dachsanierung aufgestellt, die Eindeckung des Daches entfernt und die Unterkonstruktion erneuert wurde. Außerdem können Sie mir solar erzeugter Energie Ihre Haushaltskasse aufbessern.
Falls es Ihnen aus ästhetischen Gründen widerstrebt, Ihr Dach mit weithin sichtbaren, aufgeständerten Solarkollektoren oder -modulen zu „verschandeln“, müssen Sie trotzdem nicht auf die Nutzung regenerativer Energien verzichten. Sogenannte Indach-Lösungen, bei der die Kollektoren oder Module direkt in die Dachhaut integriert werden und dabei die Tondachziegel oder Betondachsteine ersetzen, sehen nicht nur besser aus, sondern haben auch noch einen weiteren Vorteil: Bei Indach-Lösungen sind Befestigungselemente, Stecker und die Verkabelung perfekt vor den Witterungseinflüsse geschützt, so dass die Lebensdauer der Anlage erhöht und Wartungskosten minimiert werden. Für die Stromgewinnung bietet sich Ihnen eine zusätzliche Lösung an: Solardachziegel sind eine optisch ansprechende Alternative und ersetzen die handelbsüblichen Dachziegel oder Dachsteine.

Die Kosten für eine Dachsanierung

Was kostet eine Dachsanierung? Fragen wie diese lassen sich nur schwer beantworten, da die Rechnung durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst wird: Wie groß ist das Dach, das Sie sanieren möchten? Welche Dämmung und Dacheindeckung soll Ihr Dach erhalten? Muss der komplette Dachstuhl oder muss (nur) ein Teil davon erneuert werden? Braucht das Dach auch eine neue Entwässerung? Soll im Zuge der Dachsanierung auch ein Dachausbau erfolgen? Wenn ja, wieviele Dachfenster sind dabei eingeplant?

Mit diesen Kosten müssen Sie bei der Dachsanierung planen:

  • Dachstuhl erneuern: 50 - 80 Euro / Quadratmeter
  • Dacheindeckung erneuern: 80 - 120 Euro / Quadratmeter
  • Dämmung erneuern: 30 - 130 Euro / Quadratmeter
  • Asbest entsorgen: 10 - 20 Euro / Quadratmeter

Apropos Kosten. Wenn Sie bei der Finanzierung für die Sanierung Ihres Daches sparen möchten, sollten Sie sich intensiv mit dem Thema Förderung beschäftigen – Sie werden schnell feststellen, dass es zahlreiche Angebote für Ihre Dachsanierung gibt. So unterstützt Sie beispielsweise die KfW-Bank mit attraktiven Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten bei Ihren Maßnahmen zur Instandsetzung und Dämmung Ihres Daches. Neben der KfW gewähren auch einzelne Bundesländer und Kommunen zinsgünstige Kredite und Boni für die Dachsanierung.

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