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Gasheizung  Ein Gas-Brennwertkessel spart Heizkosten

Gas-Brennwertkessel nutzen die Kondensationswärme der Abgase, um ihren Energieverbrauch drastisch zu reduzieren: In Kombination mit einer Solarthermieanlage verbraucht ein Heizkessel mit Brennwerttechnik bis zu 40 Prozent weniger Erdgas, um dieselbe Menge Heizwärme wie ein Standardheizkessel bereitzustellen. Hausbesitzern, die noch auf der Suche nach einer neuen Heizung sind, erklären wir, warum es sich außerdem lohnt, auf einen Gas-Brennwertkessel umzusteigen.


Kompakter Gas-Brennwertkessel: Das mit Gas betriebene Brennwert-Kompaktgerät „Vitodens 222-F“ wurde speziell für Modernisierung einer alten Gasheizung entwickelt. Das bodenstehende Brennwert-Kompaktgerät fügt sich perfekt in das Raster der Küchenmöbel ein und arbeitet laut Hersteller besonders bei der Ausführung mit drehzahlgeregelter Hocheffizienzpumpe sparsam und leise. Foto: Viessmann

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Zusammenfassung:

  • Optimal im Betrieb: Ein Gas-Brennwertkessel verwendet auch die in den Abgasen gebunde Restwärme, um Energie zu sparen.
  • Wie bei anderen Heizsystemen auch, lassen sich bei einem Gas-Brennwertkessel die Heizkosten mit einem hydraulischen Abgleich weiter senken.
  • Brennwerttechnik stellt hohe Anforderungen an die Abgasanlage. Eine Umrüstung des Schornsteins kann demnach erforderlich werden.
  • Eine Gasheizung eignet sich ideal für die Kombination mit regenerativen Energiequellen.
  • Die Kosten für die Anschaffung eines Gas-Brennwertkessels belaufen sich ohne Einbau auf etwa 4.500 bis 8.000 Euro. Die Preise lassen sich jedoch durch staatliche Förderung senken.

Gas-Brennwertkessel können mit einem auf den Brennwert (Hs) bezogenen Nutzungsgrad von bis zu 98 Prozent überzeugen. Zum Vergleich: Heizungen mit Standardkessel erzielen Nutzungsgrade von gerade einmal 70 Prozent, so dass jede Menge Geld einfach zum Fenster „hinausgeheizt“ wird. Niedertemperaturkessel schaffen immerhin schon 85 Prozent. Brennwertheizungen sind aber nicht nur mit Blick auf die Heizkosten besonders sparsam, sondern auch was den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen betrifft.

Wie funktioniert ein Gas-Brennwertkessel?

Ein Gas-Brennwertgerät nutzt nicht nur die Wärme, die unmittelbar bei der Verbrennung von Erdgas frei wird, sondern auch die im Abgas gebundene Restwärme. Die Funktionsweise einer Brennwertheizung ist dabei, lassen wir die physikalischen Feinheiten an dieser Stelle beiseite, relativ simpel: Wird Erdgas verbrannt, entstehen neben CO2 auch große Mengen Wasserdampf. Brennwertheizungen kühlen den Wasserdampf bis unter den Taupunkt ab, so dass er kondensiert. Durch die Kondensation wird die Restwärme freigesetzt, die zusätzlich nutzbar wird.
Das Herunterkühlen der Abgase übernimmt das Heizungswasser, das von den Heizkörpern zum Kessel zurückfließt. Für einen optimalen Brennwerteffekt ist darum eine möglichst geringe Rücklauftemperatur notwendig. Je kälter das zurückfließende Heizungswasser, desto höher die Brennwertnutzung. Darüber hinaus sorgen weitere technische Verbesserungen dafür, dass die Effizienz von Brennwertkesseln weiter erhöht wird. So verfügt ein modernes Gas-Brennwertgerät über einen großen Modulationsbereich. Das bedeutet, dass sich die Brennerleistung automatisch an den tatsächlichen Wärmebedarf der Hausbewohner anpasst. Dadurch werden hohe Brennerlaufzeiten bei gleichzeitig weniger Brennerstarts möglich. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit des Brennwertkessels und verringert zudem den Verschleiß. Eine moderne Gas-Brennwertheizung verfügt über einen Modulationsbereich von 30 bis 100 Prozent. Zusätzliche Energieeinsparung erzielen Brennwertkessel durch ihre perfekte Rundumdämmung. Damit werden Wärmeverluste an den Aufstellungsraum der Heizungsanlage so gering wie möglich gehalten. Zusätzlich senken vergleichsweise niedrige Verbrennungstemperaturen den Verbrauch.

Hydraulischer Abgleich für die Gas-Brennwertheizung

Wie soeben erwähnt, braucht es, um das maximale Sparpotenzial einer Gas-Brennwertheizung auszuschöpfen, eine möglichst geringe Rücklauftemperatur. Eine Temperaturspreizung von 60 Grad im Vorlauf und 40 Grad im Rücklauf ist ideal. Denn dann sind die Verbrennungsabgase ausreichend heruntergekühlt, um nahezu den gesamten Brennwert auszunutzen, der im Gas steckt. Ein hydraulischer Abgleich stellt sicher, dass das Heizwasser mit nur geringer Geschwindigkeit durch den Heizkreis fließt und auf seinem Weg entsprechend stark an Wärme verliert. Da das Abgleichen einer Heizungsanlage eine sehr anspruchsvolle Angelegenheit ist, sollten damit nur Fachbetriebe mit ausreichend Know-how beauftragt werden.

Bei einem Gas-Brennwertkessel Schornstein umrüsten?

Beim Herunterkühlen der Abgase bildet sich ein stark säurehaltiges Kondensat. Damit Ihr Schornstein beim Umstieg auf die neue Heiztechnik keinen Schaden nimmt, muss er häufig nachträglich geschützt werden. Dazu baut der von Ihnen beauftragte Fachbetrieb ein Edelstahl- oder säurebeständiges Kunststoffrohr in den vorhandenen Kaminzug ein. Ob Sie Ihren Schornstein bei der Modernisierung Ihrer Heizungsanlage mit solch einer säurebeständigen Querschnittsverengung ausstatten müssen, sagt Ihnen Ihr Heizungsbauer oder Schornsteinfeger während der Beratung. Diese Auskunft sollte zum Service gehören.

Gas-Brennwertkessel und Solarthermie

Wenn Sie das Optimum aus Ihrer Gas-Brennwertheizung herausholen und gleichzeitig noch etwas für das Klima tun möchten, sollten Sie diese zusätzlich mit einer regenerativen Energiequelle kombinieren. Ideal ist eine Verbindung der Energieträger Erdgas und Solarthermie. Möglich ist aber auch eine Kombination von Brennwerttechnik und Wärmepumpen. Eine Solarthermieanlage erhitzt Ihr Brauchwasser nahezu kostenfrei und lässt sich auch zur Heizungsunterstützung einsetzen. Bedenken Sie aber, dass Sie einen Warmwasserspeicher benötigen, wenn Sie die Kraft der Sonne nutzen möchten. Der Pufferspeicher bevorratet nämlich die Wärmeenergie, bis sie gebraucht wird.
Apropos Energieträger. Wenn Ihr Eigenheim über keinen Gasanschluss verfügt, müssen Sie nicht gleich auf die Nutzung des beliebten Brennstoffes verzichten. Flüssiggas, das Sie aus einem Tank in Ihrem Garten beziehen, kann den fehlenden Hausanschluss problemlos ersetzen.

Gasheizung erneuern: Die Kosten

Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, Ihre alte Gasheizung zu erneuern und durch einen Brennwertkessel zu ersetzen, müssen Sie mit Kosten in Höhe von etwa 4.500 bis 8.000 Euro (ohne Montage) rechnen. Dasselbe gilt auch, wenn Sie einen Neubau mit Brennwerttechnik ausstatten möchten.
Zugegeben, der Umstieg auf einen Gas-Brennwertkessel ist nicht gerade billig. Wir haben aber ein paar Tipps für Sie, wie Sie Ihre Ausgaben senken können: Für die Modernisierung Ihrer Heizung können Sie sich Fördermittel der KfW-Bank sichern. Im Rahmen des KfW-Programms 430 „Energieeffizient Sanieren“ erhalten Sie einen Zuschuss in Höhe von 7,5 Prozent der Anschaffungskosten. Voraussetzung ist, dass Sie einen hydraulischen Abgleich der Anlage vornehmen lassen. Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt die Installation neuer Heizsysteme mit einem „Kesseltauschbonus“. 500 Euro gibt es, wenn Sie Ihre alte Gasheizung gegen einen Gas-Brennwertkessel tauschen und gleichzeitig eine förderfähige Solarthermieanlage installieren. Übrigens: Die Zuschüsse von KfW und BAFA sind leider nicht miteinander kombinierbar. Zusätzlich sparen können Sie, wenn Sie bei Ihrer Steuererklärung die Handwerkerrechnung absetzen.

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Renovieren & Energiesparen

Ausgabe: 1 / 2017

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Titel Renovieren & Energiesparen 1/2017

... And the winner is!

Laut Statistischem Bundesamt entschied sich im Jahr 2013 etwa die Hälfte aller Bauherren für Erdgas als primäre Wärmequelle. Gleichzeitig lässt sich beobachten, dass viele Haushalte auf eine Kombination mehrerer Energiequellen setzen: Der Anteil der Neubauten, die Heizungen mit mehr als nur eine Energiequelle nutzen, stieg im selben Jahr auf 73,6 Prozent. Auch bei der Heizungsmodernisierung lassen sich wachsende Marktanteile für Gasheizungen verzeichnen.
Quelle: Zukunft Erdgas e.V.

Baulexikon

Solarthermie

Solarthermie ist die Umwandlung von Sonnenenergie in kostengünstige und klimafreundliche Wärmeenergie.

Brennwert

Der Brennwert (Hs) definiert die bei vollständiger Verbrennung frei werdende Wärmemenge einschließlich der Verdampfungswärme, die im Wasserdampf der Heizgase enthalten ist.

Nutzungsgrad

Der Nutzungsgrad einer Heizungsanlage gibt das Verhältnis von eingesetzter Energie (Heizwert eines Brennstoffes) und tatsächlich erzielter Wärmeleistung über einen konkreten Zeitraum, meist ein Jahr, an. Der sogenannte Norm-Nutzungsgrad ist eine Herstellerangabe und wird unter idealtypischen Bedingungen auf dem Prüfstand ermittelt.

Taupunkt

Die Temperatur, bei der die Luft gerade vollkommen mit Dampf gesättigt ist (relative Luftfeuchtigkeit 100 Prozent). Wird diese Temperatur unterschritten, schlägt sich der Wasserdampf als feine Wassertröpfchen an kalten Oberflächen nieder (Kondensation).

Warmwasserspeicher

Der Warmwasserspeicher bevorratet das erhitzte Brauchwasser. Es werden zwei Modelle unterschieden. Der indirekt erwärmte Warmwasserspeicher wird über das Heizungswasser erhitzt, welches in einem spiralförmigen Rohrleitungssystem durch den Speicher geleitet wird und dabei das Brauchwasser erhitzt. Ein direkt erwärmter Warmwasserspeicher verfügt über einen eigenständigen Kessel, der das Brauchwasser erhitzt. Dieses Modell war früher sehr beliebt, konnte doch der eigentliche Heizkessel in den Sommermonaten ausgeschaltet und dadurch Kosten gespart werden.