Blower-Door-Test – So spüren Sie Leckagen in der Gebäudehülle auf

Ihr Gebäude hat höhere Heizkosten als zuvor berechnet? Unangenehme Zugluft vermiest Ihnen den gemütlichen Abend auf dem Sofa? Sie haben Schimmel an oder in den Wänden? Möglicherweise sind Leckagen in der Gebäudehülle die Ursache für diese Probleme. Mit einem sogenannten Blower-Door-Test kommen Sachverständige dem Problem auf die Schliche. Wir informieren Sie in der Folge zum das Thema Blower-Door-Test.

05.11.2018
Blower-Door-Test durch einen Bausachverständigen
Ein neu errichtetes Gebäude oder ein grundsanierter Altbau muss absolut luftdicht sein, um Bauschäden, zum Beispiel Schimmel, oder unnötige hohe Energiekosten auszuschließen. Mit einem Blower-Door-Test, der die Druckdifferenz zwischen innen und außen misst, wird jede noch so kleine Undichtigkeit aufgespürt, um sie im Anschluss gezielt schließen zu können. Foto: Bauherren-Schutzbund e.V.

Zusammenfassung:

  • Die Messung der Luftdichtheit mittels Blower-Door-Test deckt Leckagen in der Gebäudehülle auf. Mit Hilfe der Thermografie lassen sich diese im Anschluss genau lokalisieren.
  • Die Kosten für einen Blower-Door-Test belaufen sich auf 350 bis 650 Euro. Bei immer mehr Fertighaus-Anbietern gehört die Prüfung der Luftdichtigkeit der Gebäudehülle zum Leistungspaket.
  • Mit Hilfe Ihres Bausachverständigen, Ihrem Energieberater oder Ihrer Hausbank können Sie Fördermittel für Ihren Blower-Door-Test beantragen.

Mit dem sogenannten Blower-Door-Test, auch Differenzdruck-Messverfahren genannt, misst man die Luftdichtheit von Gebäuden. Außerdem lässt sich mit einem Blower-Door-Test auch der Wert der Luftwechselrate bestimmen.

Eine luftdichte Gebäudehülle ist Pflicht!

Der Blower-Door-Test ist eine gängige Methode, um Leckagen in der Gebäudehülle aufzuspüren, über die wertvolle Heizenergie nach draußen entweicht. Das Problem: Handwerker gehen häufig zu sorglos zu Werke, so dass beim Einbau von Fenstern und Türen, aber zum Beispiel auch im Bereich des Daches, die Anschlüsse an das Mauerwerk nicht fachgerecht, und übrigens auch nicht wie von der Energieeinsparverordnung (EnEV) gefordert, ausgeführt werden. Das Ergebnis: Die Hausbewohner sehen sich nach dem Einzug in ihren Neubau, aber auch nach der Sanierung ihres Altbaus, mit unangenehmen Zugerscheinung, mit Heizkosten, die über den errechneten Werten liegen, und mit Schimmel konfrontiert. Leider sind offene Fugen und Spalten mit bloßem Auge in der Regel nicht zu erkennen – hier kommt nun der Blower-Door-Test ins Spiel.

Baulexikon

  • Thermografie: Mit der Thermografie (auch „Infrarotthermografie“) können energetische Baumängel an der Gebäudehülle ausfindig gemacht werden. Mit einer hochauflösenden Wärmebildkamera werden Außenaufnahmen des zu untersuchenden Gebäudes angefertigt, auf denen fehlerhafte Stellen anhand von Verschiebungen im Farbspektrum sichtbar werden.
  • Energieeinsparverordnung: Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist Teil des deutschen Baurechts. Die Energieeinsparverordnung enthält, neben Bestimmungen zum Energieausweis, energetische Mindestanforderungen für einen Neubau, für Modernisierung, Umbau, Ausbau und Erweiterung von Bestandsgebäuden, für Heizungs-, Kühl- und Raumlufttechnik sowie für die Warmwasserbereitung.

Wie funktioniert der Blower-Door-Test?

Für den Blower-Door-Test werden zunächst alle Fenster und Türen des Gebäudes fest verschlossen. Anschließend wird ein Ventilator, der Luft ins Gebäudeinnere hinein bläst oder heraus saugt, in die Haustür- oder in eine Fensteröffnung montiert. Vor dem Start der Messung wird noch die Tür- oder Fensteröffnung, wie im Bild oben zu erkennen, mit einer Folie abgedichtet. Der Ventilator erzeugt nun einen Unter- beziehungsweise Überdruck von 50 Pascal, um die Luftmenge zu ermitteln, die dabei durch das Gebäude strömt. Je größer die Luftmenge, die während des Blower-Door-Tests durch Leckagen in der Gebäudehülle entweicht oder einströmt, desto mehr Luft muss der Ventilator bewegen, damit die Druckdifferenz von 50 Pascal aufrechterhalten werden kann!

Blower-Door-Test

Wer sich Klarheit darüber verschaffen möchte, ob sein Eigenheim luftdicht und somit vor Schimmel, Zugluft und hohen Heizkosten geschützt ist, kann eine Differenzdruck-Messung, den sogenannten Blower-Door-Test durchführen lassen. Er ist Standard bei Niedrigenergie- und Passivhäusern.

Thermografie macht die Schwachstellen sichtbar

Mittels Blower-Door-Test kann nur geklärt werden, ob Undichtigkeiten in der Gebäudehülle vorliegen oder nicht. Wo genau sich diese befinden, lässt sich allein durch die Messung der Luftdichte aber nicht klären! Für die eigentliche Leckageortung machen sich Bausachverständige die Thermografie zunutze, also Wärmebildaufnahmen mit einer Infrarotkamera, mit der sich auch kleinste Temperaturunterschiede sichtbar machen lassen, die durch Luftströme ausgelöst werden. Auch der Einsatz einer Nebelmaschine ist denkbar, die offenbaren, wo genau Luft aus dem Gebäude entweicht.

Info

Vorteile des Blower-Door-Tests

  • Heizkostenersparnis
  • Steigender Wohnkomfort
  • Schwerwiegende Bauschäden werden vermieden

Was kostet ein Blower-Door-Test?

Inzwischen gehört die Prüfung der Luftdichtheit der Gebäudehülle bei einer wachsenden Zahl von Schlüsselfertiganbietern zum vertraglich zugesicherten Leistungsspektrum. Doch wie der Verband Privater Bauherren (VPB) warnt, sollten Sie an dieser Stelle besondere Vorsicht walten lassen, denn Blower-Door-Test ist nicht gleich Blower-Door-Test: „Es kommt sehr genau darauf an, wann, wie, von wem und mit welchen ergänzenden Maßnahmen er durchgeführt wird,“ so der VPB. Ein kritischer Blick in das Vertragswerk der Fertighaus-Anbieter ist also unerlässlich, um abzuklären, welche Leistungen Sie für Ihr Geld erwarten dürfen und welche nicht.
Im Idealfall kann eine Überprüfung der Luftdichtheit, mit zusätzlichen Thermografie-Aufnahmen, pro Jahr mehrere Hundert Euro Heizkosten einsparen und Schäden an der Bausubstanz verhindern helfen. Laut Verband Privater Bauherren e.V. (VPB) belaufen sich die Kosten für einen Blower-Door-Test zwischen 350 bis 650 Euro. Die Durchführung des Tests dauert in der Regel zwei Stunden.
Wer möchte, kann sich für seinen Blower-Door-Test finanzielle Unterstützung vom Staat holen. Sowohl die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen Fördermittel in Aussicht. Mit Hilfe Ihres Bausachverständigen oder Ihrer Hausbank können Sie in Erfahrung bringen, wie Sie an die Förderung für Ihren Blower-Door-Test gelangen.

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