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Brennwertkessel – Mit Brennwerttechnik Heizkosten sparen

Mit einem Brennwertkessel können Sie Ihr Zuhause besonders effizient heizen. Der Vorteil: Heizungen mit Brennwerttechnik schöpfen den Energiegehalt, der in den Abgasen von Gas und Heizöl steckt, nahezu restlos aus. So hilft ein Brennwertkessel nicht nur die Energiekosten zu senken, sondern zusätzlich auch das Klima zu schützen. Wir klären jetzt in unserem Artikel alle wichtigen Fragen zum Thema Brennwertkessel.


Gas-Brennwertkessel Vitocrossal 300 CU3A von Viessmann

Ein idealer Brennwertkessel für die Modernisierung: Der kompakte Gas-Brennwertkessel Vitocrossal 300 CU3A von Viessmann. Er verbraucht aufgrund seiner hohen Effizienz deutlich weniger Erdgas als ein Kessel älterer Bauart. Foto: Viessmann

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Zusammenfassung:

  • Ein Brennwertkessel nutzt, im Gegensatz zu einem veralteten Heizkessel, die latent vorhandene Restwärme in den Abgasen, die bei der Verbrennung Gas oder Öl entsteht.
  • Wenn Sie sich für einen Brennwertkessel entscheiden, ist ein hydraulischer Abgleich der neuen Anlage Pflicht. Nur dadurch lässt sich sicherstellen, dass das Maximum an Energie gespart wird.
  • Wer sich neben einem neuen Brennwertkessel auch für die Installation einer Solarthermieanlage entscheidet, kann noch mehr Energie und somit Heizkosten sparen.
  • Die Kosten für die Modernisierung mit moderner Brennwerttechnik ist abhängig von mehreren Faktoren: Wärmeleistung des Kessels, Qualität der Anlage sowie Gerätehersteller. Außerdem kann eine Sanierung des Schornsteins den Preis für einen Brennwertkessel in die Höhe treiben.
  • Für den Einbau eines Brennwertkessels gibt es eine staatliche Förderung, die die Finanzierung der Modernisierung erleichtert.

Brennwertkessel, Brennwerttechnik oder einfach nur Brennwert: Wer Energie sowie Heizkosten sparen möchte und darum eine Modernisierung seiner in die Jahre gekommenen Gas- oder Ölheizung anstrebt, der kommt nicht umhin, sich mit den Fragen rund um das Thema Brennwertkessel auseinanderzusetzen. Dass Brennwertkesseln die Zukunft gehört, ist nicht mehr von der Hand zu weisen: Seit 2015 gilt nämlich in der ganzen Europäischen Union ein Produktionsverbot für Niedertemperaturkessel. Das heißt: Brennwertkessel sind das Maß der Dinge und Heizkessel ohne Brennwerttechnik sollten ausgetauscht werden.

Wie funktioniert ein Brennwertkessel?

Brennwertkessel arbeiten nach einem einfachen physikalischen Prinzip: bei der Kondensation von Wasserdampf wird Wärme frei! Im Gegensatz zu Heizungen ohne Brennwerttechnik, macht sich ein Heizkessel mit Brennwerttechnik auch noch den letzten Rest an Wärmeenergie zu Nutze, der beim Verbrennen von Gas oder Heizöl frei wird und in den Abgasen in Form von Wasserdampf gebunden ist. Dazu kühlt ein Brennwertkessel die Verbrennungsgase so weit herunter, so dass der Wasserdampf kondensiert und die latent gebunden Wärme frei wird. Dadurch arbeitet ein Brennwertkessel um etwa zehn Prozent effizienter als veraltete Heiztechnik, bei der die Restwärme einfach über den Schornstein einfach ins Freie geleitet wird.
Durch das Herunterkühlen der Abgase bildet sich bei Brennwertkesseln ein aggressives Kondensat, das, würde es über einen „regulären“ Kamin ins Freie geleitet, die Bausubstanz des Abgassystems nachhaltig schädigen würde. Aus diesem Grund muss bei einem Umstieg auf einen Heizkessel mit Brennwerttechnik auch der Schornstein kritisch in Augeschein genommen und im Fall der Fälle mit einem feuchteunempfindlichen und korrossionsbeständigen Kunststoffrohr nachgerüstet werden.

Hydraulischer Abgleich ist bei Brennwertkesseln Pflicht!

Um den vollen Spareffekt des Brennwertkessels ausschöpfen zu können, ist es wichtig, Ihre Heizungsanlage einem sogenannten hydraulischen Abgleich zu unterziehen. Ein hydraulischer Abgleich stellt bei Ihrem Brennwertkessel sicher, dass die Rücklauftemperatur des Heizwasser, das von den Heizkörpern zurückfließt, möglichst niedrig ausfällt. Denn es gilt die Regel: Je kälter das Heizwasser zu Ihrem Brennwertkessel zurückströmt, umso besser können damit die Abgase heruntergekühlt werden und umso besser fällt die Kondensation im Heizkessel aus. Bei einer zu hohen Rücklauftemperatur kann der Brennwerteffekt kaum oder gar nicht zum Tragen kommen. Eine Temperaturspreizung von 60 Grad im Vorlauf und 40 Grad im Rücklauf gilt als ideal, um möglichst viel Energie zu sparen.
Die Kosten für den hydraulischen Abgleich Ihrer Brennwertheizung können sich schnell auf bis zu 900 Euro summieren. Wenn Sie gleichzeitig auch noch Ihre veraltete, stromfressende Umwälzpumpe für Ihren neuen Brennwertkessel austauschen, dann steigen die Kosten auf bis zu 1.250 Euro. Viel Geld, das aber gut angelegt ist und sich über die Jahre durch eingespartes Gas oder Heizöl bezahlt machen wird.

Ein perfektes Paar: Solarthermie und Brennwerttechnik 

Wenn Sie sich neben einem neuen Brennwertkessel auch gleich noch eine Solarthermieanlage gönnen, können Sie noch mehr Energie sparen und Ihre Heizkosten weiter reduzieren. Denn eine Solaranlage auf dem Dach, die den Heizkessel im Keller während der Sommermonate dabei unterstützt, das Warmwasser bereitszustellen, senkt Ihre Ausgaben zusätzlich: Bis zu 60 Prozent der jährlichen Kosten für die Warmwasserbereitung lassen sich mit Hilfe von klimafreundlicher Solarthermie decken.
Alles was es für die perfekte Kombination von Brennwertkessel und Solarthermie braucht, sind Sonnenkollektoren fürs Dach, eine Solarkreis-Umwälzpumpe und ein Warmwasserspeicher beziehungsweise Pufferspeicher. Praktisch: So mancher Hersteller von Brennwertkesseln hat Angebote zu preiswerten Paketlösung in petto.

Die Kosten für einen Brennwertkessel

Keine Frage, die Kosten für einen zeitgemäßen Brennwertkessel sind nicht soeben aus der Portokasse zu bezahlen, denn sie summieren sich – in Abhängigkeit zum Gerätehersteller, der Wärmeleistung und der Qualität des Brennwertkessels – auf 6.000 bis etwa 9.000 Euro. Der Preis für die Anschaffung Ihres neuen Heizkessels wird auch dadurch bestimmt, ob Sie Ihren Schornstein erst noch fit für den Einsatz von Brennwerttechnik machen müssen oder ob keine weiteren Arbeiten notwendig sind.
Auf alle Fälle macht es Sinn, sich nicht nur mit einem Angebot für den Austausch Ihrer veralteten Heiztechnik zu begnügen, sondern gleich mehrere Angebote einzuholen. Nur so können Sie vernünftig vergleichen und eine solide Finanzierung für Ihren neuen Brennwertkessel erarbeiten. Also, haben Sie keine Scheu, denn das Erstellen eines Kostenvoranschlags gehört zum guten Service der Handwerker.

Förderung versüßt den Umstieg auf Brennwerttechnik

Egal, ob Sie sich für einen sparsamen Gas-Brennwertkessel oder für einen Öl-Brennwerkessel entscheiden: Durch eine staatliche Förderung wird Ihnen der Umstieg auf einen zeitgemäßen Brennwertkessel etwas erleichtert. Mit dem Programm 430 gewährt die KfW-Bank zum Beispiel einen zinsgünstigen Kredit für die Erneuerung und/oder die Optimierung von Heizungen. Sollten Sie sich außerdem dafür entscheiden, gleich auch noch in eine Solarthermieanlage zu investieren, dann stellt Ihnen das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hierfür Fördermittel in Aussicht.
Noch mehr sparen können Sie, wenn Sie die Handwerkerkosten für Ihren Heizungstausch bei der nächsten Steuererklärung geltend machen. Bis zu 1.200 Euro können Sie sich pro Jahr zurückholen, wenn Sie eine Handwerkerrechnung absetzen.
Und noch ein Tipp: Lassen Sie sich im Vorfeld Ihres Heizungstauschs intensiv durch einen Experten beraten. Ein Energieberater nimmt nicht nur Ihre Heiztechnik, sondern Ihre komplette Immobilie genauer unter die Lupe und zeigt Ihnen, mit welchen Modernisierungsmaßnahmen Sie Ihr Zuhause fit für die Zukunft machen. Außerdem können Sie im Zuge der Energieberatung gleich noch alle aufkommenden Fragen rund um Ihren neuen Brennwertkessel klären.

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Baulexikon

Brennwert

Der Brennwert (Hs) definiert die bei vollständiger Verbrennung frei werdende Wärmemenge einschließlich der Verdampfungswärme, die im Wasserdampf der Heizgase enthalten ist.

Heizwert

Der Heizwert (Hi) (umgangssprachlich auch „Energiewert“) ist die bei einer Verbrennung maximal nutzbare Wärmemenge (bezogen auf die Menge des eingesetzten Brennstoffes) bei der es nicht zu einer Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes kommt.

Rücklauftemperatur

Als Rücklauftemperatur wird die Temperatur des von den Heizkörpern oder der Flächenheizung zurückstömenden Wassers bezeichnet.

Vorlauftemperatur

Als Vorlauftemperatur wird die Temperatur des zum Heizkörper oder der Flächenheizung hinfließenden Wassers bezeichnet. Bei Heizkörpern liegt diese im Bereich von 35 bis 70 Grad Celsius, bei Flächenheizsystem bei 25 bis 40 Grad Celsius.

Pufferspeicher

Pufferspeicher bevorraten die überschüssige Wärme einer Heizungsanlage und geben diese bei Bedarf wieder an den Heizkreislauf ab. Auf die Taktung des Brenners (hohe Taktraten steigern den Energieverbrauch!) wegen Überhitzung kann verzichtet werden. Auch wäre der Betrieb eines bivalenten Heizsystems mit regenerativen Energiequellen ohne Pufferspeicher nicht denkbar.