Ölheizung  Mit einem Öl-Brennwertkessel die Heizkosten senken

Ein Öl-Brennwertkessel ist deutlich effizienter als eine Ölheizung ohne Brennwerttechnik. Wenn Sie die Modernisierung Ihrer Ölheizung in Angriff nehmen und dabei Ihre neue Heizung gleichzeitig mit einer Solarthermieanlage koppeln, können Sie noch ein paar Liter Heizöl zusätzlich sparen. Bei uns erfahren Sie alles über Brennwertheizungen und deren Funktionsweise.

07.08.2019
Rund sechs Millionen Ölheizungen wie das Öl-Brennwertgerät COB-2 versorgen deutsche Haushalte zuverlässig mit Heizwärme. Dank Brennwerttechnik sind sie wirtschaftlich, effizient und umweltschonend. Foto: Wolf | Zur Fotostrecke

Zusammenfassung:

  • Ein Öl-Brennwertkessel nutzt, anderes als veraltete Ölheizungen, die in den Verbrennungsabgasen gebundene Restwärme und macht diese für Heizzwecke nutzbar.
  • Beim Einbau eines Brennwertkessels kann unter Umständen eine Kaminsanierung notwendig werden.
  • Ein Öl-Brennwertkessel ist bestens dazu geeignet, um mit einer thermischen Solaranlage kombiniert zu werden.
  • Die Kosten für eine Öl-Brennwertheizung belaufen sich auf rund 8.000 Euro.

Ein moderner Öl-Brennwertkessel nutzt im Gegensatz zu einer Ölheizung mit veralteter Heiztechnik auch die Restwärme der Abgase. Dadurch erzielen Öl-Brennwertkessel einen hervorragenden Nutzungsgrad von bis zu 98 Prozent (HS). Im Vergleich zu einem Heizkessel mit Niedertemperaturtechnik bedeutet das bis zu zehn Prozent Energieeinsparung. Verglichen mit älteren Öl-Standardheizungen fällt die Heizkostenersparnis sogar noch viel höher aus: rund 30 Prozent weniger Heizöl pro Jahr sind ein überzeugendes Argument, um sich von einem veralteten Heizkessel zu trennen.

Wie funktioniert ein Öl-Brennwertkessel?

Eine Öl-Brennwertheizung leitet die Verbrennungsabgase nicht einfach nur durch den Schornstein ins Freie, sondern kühlt sie ab, sodass der darin enthaltene Wasserdampf kondensiert. Durch den Kondensationsprozess wird die in den Abgasen gebundene Restwärme frei, die sich nun zum Heizen nutzen lässt. Zusätzliche Energiespareffekte erzielen Brennwertkessel durch ihre perfekte Rundumdämmung. Damit werden Wärmeverluste des Heizkessels an den Aufstellungsraum so gering wie möglich gehalten. Niedrige Verbrennungstemperaturen, die für eine Öl-Brennwertheizung, aber auch für Gas-Brennwertkessel, charakteristisch sind, sparen zusätzliches Heizöl.
Für das Herunterkühlen der Verbrennungsgase wird das Heizungswasser genutzt, das von den Heizkörpern oder der Fußbodenheizung zum Heizkessel zurückströmt. Je kälter das Heizungswasser im Rücklauf, desto effektiver der Kondensationsprozess. Umgekehrt bedeutet eine zu hohe Rücklauftemperatur, dass der Brennwerteffekt nicht voll zum Tragen kommt. Bei einem Brennwertkessel ist eine Temperaturspreizung von 60 Grad im Vorlauf und 40 Grad im Rücklauf ideal. Ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage stellt sicher, dass die Brennwertheizung optimal eingestellt ist und ihr volles Energiesparpotenzial ausschöpfen kann. Die Feinjustierung einer Heizungsanlage setzt jede Menge Erfahrung und Können voraus. Darum sollten mit dem hydraulischen Abgleich auch nur ausgewiesene Fachbetriebe beauftragt werden.

Öl-Brennwertheizung: Kaminsanierung notwendig?

Mit dem Umstieg auf Brennwerttechnik wird in den meisten Fällen auch eine Anpassung des Kamins notwendig. Ihr Schornstein muss nämlich korrosions- und vor allem feuchtebeständig sein, um dem säurehaltigen Kondensat standzuhalten, das sich bei der Verbrennung und anschließendem Herunterkühlen der Abgase bildet. Oft ist auch eine Verkleinerung des Kaminquerschnitts unumgänglich, um genügend Auftrieb für das Ableiten der Verbrennungsgase gewährleisten zu können. Aus diesem Grund zieht Ihr Heizungsinstallateur ein Kunststoff- oder Edelstahlrohr in den bestehenden Kamin ein. Meist bieten die Hersteller von Brennwertheizungen bereits ein passendes Abgassystem an.
Ob Sie Ihre Abgasanlage nach einer Modernisierung mit Brennwerttechnik die neue Situation anpassen müssen, das fragen Sie am besten den von Ihnen mit der Planung der Anlage beauftragten Heizungsinstallateur.  

Baulexikon

  • Nutzungsgrad: Der Nutzungsgrad einer Heizungsanlage gibt das Verhältnis von eingesetzter Energie (Heizwert eines Brennstoffes) und tatsächlich erzielter Wärmeleistung über einen konkreten Zeitraum, meist ein Jahr, an. Der sogenannte Norm-Nutzungsgrad ist eine Herstellerangabe und wird unter idealtypischen Bedingungen auf dem Prüfstand ermittelt.
  • Regenerative Energieträger: Der weltweite Vorrat an regenerativen Energieträgern (auch „Erneuerbare Energieträger“) ist unbegrenzt. Zu dieser Gruppe zählen zum Beispiel Solarstrahlung (Solarthermie, Photovoltaik), Erdwärme („Geothermie“) und Biomasse (Holz). Alle regenerativen Energieträger sind kohlenstoffdioxidneutral und belasten daher nicht das Klima.
  • Fossile Energieträger: Zur Gruppe der fossilen Energieträger gehören Erdöl, Erdgas und Kohle. Alle fossilen Energieträger setzen bei ihrer Verwertung/Verbrennung Kohlenstoffdioxid frei und belasten daher das Klima. Der weltweite Vorrat an fossilen Energieträgern ist begrenzt.

Ölheizung erneuern und mit Solarthermie kombinieren

Wenn Sie Ihre alte Ölheizung erneuern und durch einen Öl-Brennwertkessel ersetzen lassen, sollten Sie auf alle Fälle in Erwägung ziehen, gleich auch noch in eine Solarthermieanlage zu investieren. Eine Solarthermieanlage ist der ideale Partner für Heizungen, die fossile Brennstoffe wie Öl oder Gas zur Bereitstellung von Heizwärme und Warmwasser nutzen. Wer möchte, der kann sich einen Teil der nicht gerade unerheblichen Investitionskosten durch die Inanspruchnahme einer staatlichen Förderung zurückholen.
Herzstück einer sogenannten Hybridheizung ist ein zentraler Warmwasserspeicher. Er bevorratet die Wärmeenergie, die solar auf dem Hausdach gewonnen und in den Heizungskeller geschickt wird. Die solar erzeugte Energie hat immer Vorrang! Erst wenn der Speicher geleert ist, springt die Öl-Brennwertheizung an. So lassen sich nicht nur viele Liter Heizöl sparen, auch der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase verringert sich. Eine Solarthermieanlage lässt sich zur Warmwasserbereitung und zusätzlich auch zur Heizungsunterstützung einsetzen.
Apropos Treibhausgase: Ein Brennwertkessel kann im Vergleich zu einer technisch veralteten Ölheizung durch deutlich reduzierte Kohlenstoffdioxid-Emissionen (CO2) punkten. Dieser positive Effekt lässt sich sogar noch verstärken, wenn Heizölsorten in Premiumqualität verfeuert werden oder Bio-Heizöl genutzt wird.

Baulexikon

  • Solarthermie: Solarthermie ist die Umwandlung von Sonnenenergie in kostengünstige und klimafreundliche Wärmeenergie.
  • Hybridheizung: Eine Hybridheizung besteht aus mindestens zwei Wärmequellen. Denkbar ist zum Beispiel die Kombination von Öl-Brennwerttechnik und Solarthermie. Zentrales Bauteil einer Hybridheizung ist ein Warmwasserspeicher, der die Wärmeenergie der einzelnen Energiequellen bevorratet und bei Bedarf wieder abgibt.
  • Brennwert: Der Brennwert (Hs) definiert die bei vollständiger Verbrennung frei werdende Wärmemenge einschließlich der Verdampfungswärme, die im Wasserdampf der Heizgase enthalten ist.

Die Kosten für einen Öl-Brennwertkessel

Laut dem Institut für Wärme und Oeltechnik e.V. (IWO) verursacht der Umstieg auf einen Öl-Brennwertkessel Kosten in Höhe von rund 8.000 € (inklusive Montagearbeiten). Wenn man ein jährliches Energiesparpotenzial von durchschnittlich zirka 900 € zugrunde legt, macht sich die Investition nach etwa zehn Jahren, bei steigenden Heizölpreisen sogar noch früher, bezahlt.

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