Gasheizung  Ein Gas-Brennwertkessel spart Heizkosten

Gas-Brennwertkessel nutzen die Kondensationswärme der Abgase, um ihren Energieverbrauch drastisch zu reduzieren: In Kombination mit einer Solarthermie-Anlage verbraucht ein Heizkessel mit Brennwerttechnik bis zu 40 Prozent weniger Erdgas, um dieselbe Menge Heizwärme wie ein Standardheizkessel bereitzustellen. Hausbesitzern, die noch auf der Suche nach einer neuen Heizung sind, erklären wir, warum es sich außerdem lohnt, auf einen Gas-Brennwertkessel umzusteigen.

03.04.2020
Mit geregelter Verbrennung
Das Gas-Brennwertgerät „Condens 9000i“ garantiert laut Hersteller auch bei schwankender Gasqualität, unterschiedlichen Gasarten und bei Luftzug eine sichere und effiziente Verbrennung. Das Gerät lässt sich per Smartphone oder Tablet bedienen. Foto: Junkers Bosch | Zur Fotostrecke

Zusammenfassung:

  • Optimal im Betrieb: Ein Gas-Brennwertkessel verwendet auch die in den Abgasen gebunde Restwärme, um Energie zu sparen.
  • Wie bei anderen Heizsystemen auch, lassen sich bei einem Gas-Brennwertkessel die Heizkosten mit einem hydraulischen Abgleich weiter senken.
  • Brennwerttechnik stellt hohe Anforderungen an die Abgasanlage. Eine Umrüstung des Schornsteins kann demnach erforderlich werden.
  • Eine Gasheizung eignet sich ideal für die Kombination mit regenerativen Energiequellen.
  • Die Kosten für die Anschaffung eines Gas-Brennwertkessels belaufen sich ohne Einbau auf etwa 4.500 bis 8.000 Euro. Die Preise lassen sich jedoch durch staatliche Förderung senken.

Gas-Brennwertkessel können mit einem auf den Brennwert (HS) bezogenen Nutzungsgrad von bis zu 98 Prozent überzeugen. Zum Vergleich: Heizungen mit Standardkessel erzielen Nutzungsgrade von gerade einmal 70 Prozent, so dass jede Menge Geld einfach zum Fenster „hinaus geheizt“ wird. Niedertemperaturkessel schaffen immerhin schon 85 Prozent. Brennwertheizungen sind aber nicht nur in Sachen Heizkosten besonders sparsam, sondern auch was den Ausstoß von Treibhausgasen betrifft.

Wie funktioniert ein Gas-Brennwertkessel?

Ein Gas-Brennwertgerät nutzt nicht nur die Wärme, die unmittelbar bei der Verbrennung von Erdgas frei wird, sondern auch die im Abgas gebundene Restwärme. Die Funktionsweise einer Brennwertheizung ist dabei, lassen wir die physikalischen Feinheiten an dieser Stelle beiseite, relativ simpel: Wird Erdgas verbrannt, entstehen neben CO2 auch große Mengen Wasserdampf. Brennwertheizungen kühlen den Wasserdampf bis unter den Taupunkt ab, so dass er kondensiert. Durch die Kondensation wird die Restwärme freigesetzt, die zusätzlich nutzbar wird.
Das Herunterkühlen der Abgase übernimmt das Heizungswasser, das von den Heizkörpern oder der Fußbodenheizung zum Kessel zurückfließt. Für einen optimalen Brennwerteffekt ist darum eine möglichst geringe Rücklauftemperatur notwendig. Je kälter das zurückfließende Heizungswasser, desto höher die Brennwertnutzung. Darüber hinaus sorgen weitere technische Verbesserungen dafür, dass sich die Effizienz von Brennwertkesseln weiter erhöht. So verfügt ein modernes Gas-Brennwertgerät über einen großen Modulationsbereich. Das bedeutet, dass sich die Brennerleistung automatisch an den tatsächlichen Wärmebedarf der Hausbewohner anpasst. Dadurch werden hohe Brennerlaufzeiten bei gleichzeitig weniger Brennerstarts möglich. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit des Brennwertkessels und verringert zudem den Verschleiß. Eine moderne Gas-Brennwertheizung verfügt über einen Modulationsbereich von 30 bis 100 Prozent. Zusätzliche Energieeinsparung erzielen Brennwertkessel durch ihre perfekte Rundumdämmung. Damit werden Wärmeverluste an den Aufstellungsraum der Heizungsanlage so gering wie möglich gehalten. Zusätzlich senken die vergleichsweise niedrigen Verbrennungstemperaturen den Verbrauch.

Hydraulischer Abgleich für die Gas-Brennwertheizung

Wie eben angesprochen, braucht es, um das maximale Sparpotenzial einer Gas-Brennwertheizung auszuschöpfen, eine möglichst geringe Rücklauftemperatur. Eine Temperaturspreizung von 60 Grad im Vorlauf und 40 Grad im Rücklauf ist ideal. Denn dann sind die Verbrennungsabgase ausreichend heruntergekühlt, um nahezu den gesamten Brennwert auszunutzen, der im Gas steckt. Ein hydraulischer Abgleich stellt sicher, dass das Heizwasser mit nur geringer Geschwindigkeit durch den Heizkreis fließt und auf seinem Weg entsprechend stark an Wärme verliert beziehungsweise diese an die Raumluft abgibt. Da das Abgleichen einer Heizungsanlage eine sehr anspruchsvolle Angelegenheit ist, sollten damit nur Fachbetriebe mit ausreichend Know-how beauftragt werden.

Baulexikon

  • Solarthermie: Solarthermie ist die Umwandlung von Sonnenenergie in kostengünstige und klimafreundliche Wärmeenergie.
  • Brennwert: Der Brennwert (Hs) definiert die bei vollständiger Verbrennung frei werdende Wärmemenge einschließlich der Verdampfungswärme, die im Wasserdampf der Heizgase enthalten ist.
  • Nutzungsgrad: Der Nutzungsgrad einer Heizungsanlage gibt das Verhältnis von eingesetzter Energie (Heizwert eines Brennstoffes) und tatsächlich erzielter Wärmeleistung über einen konkreten Zeitraum, meist ein Jahr, an. Der sogenannte Norm-Nutzungsgrad ist eine Herstellerangabe und wird unter idealtypischen Bedingungen auf dem Prüfstand ermittelt.

Bei einem Gas-Brennwertkessel Schornstein umrüsten?

Beim Herunterkühlen der Abgase bildet sich ein stark säurehaltiges Kondensat. Damit Ihr Schornstein beim Umstieg auf die neue Heiztechnik keinen Schaden nimmt, muss er häufig nachträglich geschützt werden. Dazu baut der von Ihnen beauftragte Fachbetrieb ein Edelstahl- oder säurebeständiges Kunststoffrohr in den vorhandenen Kaminzug ein. Ob Sie Ihren Schornstein bei der Modernisierung Ihrer Heizungsanlage mit solch einer säurebeständigen Querschnittsverengung ausstatten müssen, sagt Ihnen Ihr Heizungsbauer oder Schornsteinfeger während einer Beratung. Diese Auskunft gehört zum Service.

Gas-Brennwertkessel: Die Vorteile

  • Ein Gas-Brennwertkessel ist die richtige Wahl, wenn es um eine möglichst preisgünstige Heizungsmodernisierung geht.
  • Die Kombination aus Gasheizung und Solarthermie-Anlage ist die günstigste Variante, um erneuerbare Energien zu nutzen.
  • Bei einem Gas-Brennwertkessel entfällt der Platz für die Brennstofflagerung.
  • Eine moderne Gasheizung arbeitet modulierend und passt sich automatisch dem tatsächlichen Wärmebedarf an. Das spart Heizkosten!

Gas-Brennwertkessel: Die Nachteile

  • Ein Gasanschluss oder Flüssiggastank wird benötigt.
  • Eine Vorratshaltung, wie bei Heizöl, ist bei niedrigen Gaspreisen nicht möglich.
  • Erdgas ist eine endliche Ressource und wird hauptsächlich aus dem Ausland nach Deutschland importiert.

Gas-Brennwerttherme CGB-2-38/55 von Wolf
Langlebigkeit, Betriebssicherheit, höchste Effizienz und beste Komponentenqualität machen die CGB-2-38/55 zur Arbeitsmaschine unter den Gas-Brennwertthermen. Foto: WOLF

Kosten und Fördermittel

Wenn Sie Ihre alte Heizung erneuern und durch einen modernen Brennwertkessel ersetzen, müssen Sie mit Kosten in Höhe von etwa 4.500 bis 8.000 Euro (ohne Montage) rechnen. Etwa dieselben Kosten kommen auf Sie zu, wenn Sie Ihren Neubau mit Gas-Brennwerttechnik ausstatten. Zugegeben, der Umstieg auf einen Gas-Brennwertkessel ist alles andere als günstig. Es gibt aber die Möglichkeit, die eigenen Kosten durch die Inanspruchnahme von Fördermitteln zu reduzieren. Sowohl das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die KfW-Bank unterstützen Hausbesitzer mit einer Förderung beim Einbau einer effizienten und klimafreundlichen Heizung.
Das BAFA stellt Fördermittel zum Beispiel für sogenannte Hybridheizungen bereit. Eine Hybridheizung besteht vereinfacht gesagt aus mehreren Heizsystemen, die zu einer schlagkräftigen Einheit verbunden sind. Die BAFA-Förderung gibt es für die Kombination von Gas-Brennwertkessel mit einer Solar-, Biomasse- oder Wärmepumpenanlage. Auch sogenannte „Renewable Ready“-Gasheizungen, welche spätestens zwei Jahre nach ihrer Inbetriebnahme auch die Wärme aus erneuerbaren Energien nutzen, werden gefördert. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website des BAFA.
In Ergänzung zur BAFA-Förderung gewährt auch die KfW-Bank Fördermittel, wenn Sie eine neue Gasheizung einbauen lassen. Grundvoraussetzung für den Erhalt der KfW-Förderung sind die Förderkriterien des BAFA. Mit dem KfW-Programm 167 steht Hausbesitzern ein zinsgünstiger Kredit zur Finanzierung der neuen Heizung bereit. Die Förderung gibt es für die Sanierung oder beim Kauf von saniertem Wohnraum.
Zusätzlich sparen können Sie, wenn Sie bei Ihrer Steuererklärung die Handwerkerrechnung absetzen.

Baulexikon

  • Taupunkt: Die Temperatur, bei der die Luft gerade vollkommen mit Dampf gesättigt ist (relative Luftfeuchtigkeit 100 Prozent). Wird diese Temperatur unterschritten, schlägt sich der Wasserdampf als feine Wassertröpfchen an kalten Oberflächen nieder (Kondensation).
  • Warmwasserspeicher: Der Warmwasserspeicher bevorratet das erhitzte Brauchwasser. Es werden zwei Modelle unterschieden. Der indirekt erwärmte Warmwasserspeicher wird über das Heizungswasser erhitzt, welches in einem spiralförmigen Rohrleitungssystem durch den Speicher geleitet wird und dabei das Brauchwasser erhitzt. Ein direkt erwärmter Warmwasserspeicher verfügt über einen eigenständigen Kessel, der das Brauchwasser erhitzt. Dieses Modell war früher sehr beliebt, konnte doch der eigentliche Heizkessel in den Sommermonaten ausgeschaltet und dadurch Kosten gespart werden.

Gas-Brennwertkessel und Solarthermie

Wenn Sie das Optimum aus Ihrer Gas-Brennwertheizung herausholen und gleichzeitig noch etwas für das Klima tun möchten, ist die Einbindung einer regenerativen Energiequelle der richtige Weg. Ideal ist eine Verbindung der Energieträger Erdgas und Solarthermie. Möglich ist aber auch eine Kombination von Brennwerttechnik und Wärmepumpen. Eine Solarthermie-Anlage erhitzt Ihr Brauchwasser nahezu kostenfrei und lässt sich auch zur Heizungsunterstützung einsetzen. Bedenken Sie aber, dass Sie einen Warmwasserspeicher benötigen, wenn Sie die Kraft der Sonne nutzen möchten. Der Pufferspeicher bevorratet nämlich die Wärmeenergie, bis sie gebraucht wird.
Apropos Energieträger. Wenn Ihr Eigenheim über keinen Gasanschluss verfügt, müssen Sie nicht gleich auf die Nutzung des beliebten Brennstoffes verzichten. Flüssiggas, das Sie aus einem Tank in Ihrem Garten beziehen, kann den fehlenden Hausanschluss problemlos ersetzen.

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Carolin Schlegel

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