Perimeterdämmung – Eine Dämmung für die Kelleraußenwand

Die sogenannte Perimeterdämmung schützt die Kelleraußenwände gegen kostspielige Wärmeverluste. Das bevorzugte Dämmmaterial für die Perimeterdämmung ist das druckbeständige, verrottungsfeste und wasserdichte XPS. Hier erfahren Sie, warum diese Dämmung bei einem Eigenheim mit Keller unverzichtbar ist.

18.05.2018
Perimeterdämmung mit XPS-Dämmstoff
Eine Dämmung für die Kellerwände muss sorgsam angebracht werden: Bei der Perimeterdämmung umschließt das schützende Material das komplette Kellergeschoss. XPS eignet sich ideal für diese Aufgabe. Foto: XPS

Zusammenfassung:

  • Über das Erdreich verliert ein Keller große Mengen Heizwärme. Die Perimeterdämmung schließt diese Dämmlücke und senkt so die Heizkosten.
  • Als Perimeterdämmung kommen nur wasserdichte und druckbeständige Dämmstoffe in Frage, da die zu dämmenden Bauteile in direktem Kontakt mit dem Erdreich stehen.
  • Erst im Anschluss an eine gewissenhafte Kellerabdichtung lässt sich die Perimeterdämmung verlegen.
  • Eine Perimeterdämmung kostet je Quadratmeter zwischen 40 und 60 Euro.

Werden die Kellerräume beheizt, ist eine Perimeterdämmung – mitunter auch Sockeldämmung genannt – als Wärmeschutz für die Kelleraußenwände und die Fundamentplatte unverzichtbar. Da die Perimeterdämmung komplett oder zumindest in Teilen im Erdreich verborgen liegt, ist der Einsatz spezieller Dämmstoffe vonnöten, die mit den extremen Belastungen dauerhaft zu Rande kommen.

Geeignete Dämmstoffe für eine Perimeterdämmung

Im Erdreich machen der Perimeterdämmung Feuchtigkeit und hoher Druck permanent zu schaffen. Nicht jede Dämmung kommt mit diesen extremen Belastungen klar. Aus diesem Grund hat die Dämmstoffindustrie spezielle Materialien entwickelt, die wasserundurchlässig, druckbeständig und gleichzeitig verrottungsfest sind. Oft werden für die Perimeterdämmung Dämmstoffe aus XPS (Extrudierter Polystyrol-Hartschaum), EPS (Expandierter Polystyrol-Hartschaum) oder Glasschaum verwendet. In Gebieten, in denen zu erwarten ist, dass die Perimeterdämmung einer starken Belastung durch Grundwasser oder Sickerwasser ausgesetzt ist, ist es außerdem ratsam, auf eine solide Drainage zu achten. Die Aufgabe der Drainage ist es, schädliche Feuchtigkeit von der Kellerdämmung wegzuleiten.

Baulexikon

  • Perimeterdämmung: Als Perimeterdämmung bezeichnet man die Dämmung an einer Kelleraußenwand mit Erdberührung und die Wärmedämmung unterhalb der Bodenplatte. Für die Perimeterdämmung werden nur Dämmstoffe verwendet, die wasser- und druckbeständig sowie verrottungsfest sind: extrudierte Polystyrol-Hartschaumplatten (XPS), expandierte Polystyrol-Hartschaumplatten (EPS) und Glasschaumplatten.
  • Wärmebrücke: Eine Wärmebrücke (umgangssprachlich fälschlicherweise häufig auch als „Kältebrücke“ bezeichnet) ist eine energetische Schwachstelle in der Gebäudehülle, über die während der Heizperiode kontinuierlich Raumwärme von innen nach außen entweicht. Die Folgen können neben erhöhten Heizkosten auch Tauwasserausfall mit anschließender Schimmelbildung sein.
  • Wärmedämmverbundsystem: Bei einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) werden Dämmstoffplatten direkt auf die Außenwand aufgeklebt oder festgedübelt. Auf diese Dämmschicht wird ein Kunststoffgewebe mit Armierungsmörtel aufgetragen. Die Armierungsschicht trägt den Oberputz. Als Schlussbeschichtung werden organische oder mineralische Putze aufgebracht.

Der Aufbau einer Perimeterdämmung

Bevor die Dämmplatten für die Perimeterdämmung auf die Kelleraußenwand aufgebracht werden können, muss für eine solide Kellerabdichtung Sorge getragen werden. Die Bauwerksabdichtung stellt sicher, dass keine Feuchtigkeit durch das Mauerwerk hindurch in das Innere des Kellers gelangen kann. Für die Kellerabdichtung kommen unterschiedliche Produkte in Frage. Häufig werden die Kellerwände mit einer Dickbeschichtung aus Bitumen oder einer mineralischen Dichtschlämme versiegelt. Nach der Bauwerksabdichtung werden die Dämmplatten für die Perimeterdämmung an den Wänden befestigt. Wichtig ist es dabei darauf zu achten, dass die Dämmplatten vollflächig und ohne Hohlräume am Perimeter anliegen, so dass keine Wärmebrücken entstehen, die im schlimmsten Fall Schimmel zur Folge haben könnten. Auch der fachgerechte Anschluss der Perimeterdämmung an das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) beziehungsweise an die Fassadendämmung ist von enormer Wichtigkeit.

Baulexikon

  • Kalzium-Silikat: Kalzium-Silikat-Platten werden aus Quarzsand, Kalk oder Zellulosefaser hergestellt und bieten nur eine mittlere Dämmwirkung, dafür aber eine sehr gute Feuchtigkeitsregulierung. Aufgrund dessen finden sie vorrangig in der Innendämmung und Feuchte-Sanierung ihren Einsatz. Formbeständig, wassersaugend und fäulnisfest ist Kalzium-Silikat äußerst alterungsbeständig.

Die Kosten einer Perimeterdämmung

Die Kosten für eine Perimeterdämmung lassen sich mit 40 bis 60 Euro je Quadratmeter angeben. Müssen die Kelleraußenwände jedoch erst freigelegt werden, zum Beispiel im Zuge einer energetischen Sanierung des Gebäudes, dann fallen auch noch Kosten für die Erdarbeiten an. Diese lassen sich auf etwa 20 bis 30 Euro je Kubikmeter Erdaushub beziffern.
Zum Glück dürfen Bauherren, die ihr Eigenheim mit einer energetischen Sanierung auf Grundlage der Energieeinsparverordnung (EnEV) fit für die Zukunft machen, mit einer finanziellen Unterstützung für ihre Dämmung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) rechnen.

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