Bodengutachten – Prüfen Sie Ihren Baugrund!

Mit einem Bodengutachten, auch als Baugrundgutachten bezeichnet, lässt sich das Baugrundrisiko senken und damit Schäden am neuen Eigenheim sowie unnötige Kosten aus dem Weg gehen. Bei einem Bodengutachten werden der geologische Aufbau und die Grundwasserverhältnisse des Bodens im wahrsten Sinne des Wortes ans Licht gebracht. Auch giftige Altlasten, wie sie auf einem zuvor industriell oder gewerblich genutzten Grundstück versteckt sein können, lassen sich durch ein solches Gutachten aufspüren. Informieren Sie sich jetzt zum Thema Bodengutachten.

18.05.2018
Untersuchungen für ein Bodengutachten
Ein Baugrundgutachten muss vor der Planung des zu errichtenden Gebäudes erfolgen, da das Gutachten direkten Auswirkungen auf die Arbeit von Statikern und Architekten hat. Foto: Fotolia/pauws99

Zusammenfassung:

  • Ein Bodengutachten sorgt schon vor Baubeginn für Klarheit über die geologischen Besonderheiten des Baugrunds und ist damit eine Rückversicherung für Bauherren.
  • Um ein Bodengutachten erstellen zu können, ist es notwendig zu wissen, wo genau das spätere Gebäude stehen soll. Anschließend werden dem Erdreich mittels Kernbohrungen Proben entnommen, aus denen der Fachmann Aussagen zur Tragfähigkeit des Untergrunds und den Wasserverhältnissen treffen kann.
  • Ein „einfaches“ Bodengutachten kostet ab 500 bis 1.000 Euro. Wer mehr Details über die Beschaffenheit seines Baugrunds benötigt, der muss mit Kosten in Höhe von 2.000 bis 2.500 Euro planen.

Ohne ein Bodengutachten wird der Hausbau zu einem Projekt mit ungewissem Ausgang: Denn die potenziellen „Gefahren“, die sich auf dem Baugrund verbergen können, sind vielfältig. Für Bauherren ist ein Bodengutachten eine Rückversicherung, damit sie im Schadensfall nicht auf ihren Kosten sitzen bleiben. Zudem dient ein Baugrundgutachten als Berechnungs-grundlage für die sichere Gründung des Hauses.

Was geschieht bei der Untersuchung des Grundstücks?

Für ein Bodengutachten analysiert der beauftragte Bodengutachter mit Hilfe verschiedener technischer Verfahren die Beschaffenheit den Baugrund. Mit Baugrundsondierungen und/oder -bohrungen beschaffen sich die Geologen das notwendige Datenmaterial, auf dessen Basis sie ihre späteren Empfehlungen aussprechen.
Um ein Bodengutachten überhaupt ausarbeiten zu können, benötigt der Bodengutachter zumindest die groben Pläne des Vermessers, aus denen ersichtlich wird, wo das neue Eigenheim gebaut werden soll. Anschließend werden an den zukünftigen Hausecken Kernbohrungen durchgeführt und Bodenproben aus dem Erdreich geholt. Wie tief für ein verlässliches Bodengutachten gebohrt werden muss, ist davon abhängig, ob ein Gebäude mit Keller oder Bodenplatte gebaut werden soll. In der Regel reichen die Probeentnahmen drei Meter tiefer als das spätere Fundament. Anhand der Bodenproben kann der Fachmann bestimmen, wie es um die Tragfähigkeit und den Wasserverhältnissen des Erdreichs bestellt ist.

Analyse der tiefer liegenden Erdschichten im Rahmen eines Bodengutachtens
Zu den häufigen Baugrundproblemen gehört so genanntes drückendes Grundwasser. Dabei kann es sich um aufstauendes Sickerwasser oder auch einen hohen Grundwasserspiegel handeln. Diese Besonderheiten müssen bei der Planung und der Kellerabdichtung zugrunde gelegt werden. Dazu liefert das Baugrundgutachten wichtige Messwerte, wie etwa langjährige Höchstwasserstände sowie Höhe und Lage von Bemessungspunkten auf dem Grundstück. Quelle: VPB

Ein Bodengutachten sorgt für Klarheit

Treten bei einem Neubau Setzungsrisse, Absackungen und Wasserschäden auf, sind diese in der Regel eine Folge von geologischen Besonderheiten des Erdreichs. Anhand eines Bodengutachtens lassen sich bereits im Vorfeld Gegenmaßnahmen erarbeiten, um solch unangenehmen Vorkommnissen wirksam vorzubeugen. Ein Bodengutachten enthält daher unter anderem Aussagen über:

  • die Tragfähigkeit des Baugrundes,
  • die Standsicherheit von Böschungen,
  • Probleme mit drückendem Grundwasser,
  • zur Drainage sowie Wasserhaltung,
  • der Sicherung eines angrenzenden Bauwerks
  • der Gründung von Bauwerkslasten,
  • und über mögliche giftigen Altlasten.

Ein Bodengutachten deckt giftige Altlasten im Boden auf

Apropos Altlasten. Wer ein Grundstück erwerben möchte, der sollte sich vorher Klarheit darüber verschaffen, ob der zukünftige Baugrund schon einmal als Gewerbefläche genutzt wurde. Sollte dem so sein, besteht nämlich immer die Gefahr, dass das Erdreich mit giftigen Hinterlassenschaften verunreinigt wurde, für deren Beseitigung allein der neue Grundstücksbesitzer verantwortlich zeichnet. Bei Unsicherheiten sollte der Kaufvertrag einen Passus enthalten, in dem der Verkäufer dem Käufer zusichert, keinerlei Kenntnis von Altlasten zu haben. Ganz auf der sicheren Seite ist der Käufer aber nur, wenn diese Aussage durch ein Bodengutachten gestützt wird.

Was kostet ein Bodengutachten?

Wie der Verband Privater Bauherren (VPB) erklärt, liegen die Kosten für ein Bodengutachten bei einem durchschnittlich großen Einfamilienhaus bei etwa 500 bis 1.000 Euro. Soll der Bodengutachter zusätzliche Leistungen erbringen, zum Beispiel den Wasserdurchlässigkeitswert des Bodens bestimmen oder eine bauchemische Wasseranalyse vornehmen, erhöhen sich die Kosten für das Bodengutachten auf etwa 2.000 bis 2.500 Euro. Der VPB betont jedoch, dass diese Mehrkosten unter Umständen gut angelegtes Geld sein können und angesichts anderer Baunebenkosten nicht sonderlich ins Gewicht fallen.

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