Fertighäuser werden immer vielfältiger

Fertighäuser. Lange Zeit galten sie als die Häuser, die quasi von der Stange kamen und bei denen Individualität ein Fremdwort war. Das hat sich mittlerweile jedoch gewaltig geändert.

01.04.2021
Außenansicht Haus Kopenhagen von Rensch-Haus
Fertighäuser bieten heute viele Möglichkeiten und eine große Auswahl. Foto: Rensch-Haus

Sicherlich lässt sich bei einem individuell geplanten Massivhaus immer noch mehr verändern und die eigenen Wünsche sind eher zu verwirklichen, doch auch Fertighäuser stammen heute nicht mehr von der Stange. Die Auswahl ist riesig und, sobald das Budget stimmt, auch die Möglichkeiten. Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Längst keine reine Budget-Lösung mehr

Um zu verstehen, weshalb sich Fertighäuser heute so stark gewandelt haben, ist der Begriff zu verstehen. Ein Fertighaus ist schlichtweg ein vorab vollständig geplantes und teils gefertigtes Haus. Auf dem Weg bis zum Endprodukt sind hingegen große Abstufungen möglich:

  • Auswahloptionen – fast alle Fertighaushersteller unterhalten heute ganze Musterdörfer mit ihren Produkten. Jedes Haus ist ein Fertighaus, doch von der Stadtvilla bis zum kleinen Einfamilienhaus ist alles dabei. Schon jetzt ist zu beachten, dass individuelle Lösungen oft möglich sind.
  • Bauart – Fertighäuser können in Holzständerbauweise, mit vorgefertigten Wänden und in Massivbauweise errichtet werden. Der Holzständerbau bietet die meisten individuellen Optionen, da es hier praktisch keine tragenden Wände gibt. Das gesamte Haus ruht auf dem Holzständerbau, die Innenwände können durchaus versetzt oder entfernt werden.
  • Billiglösung? – gewiss ist ein Fertighaus immer günstiger als ein Architektenhaus. Doch das Attribut des Billigbaus gilt nicht wirklich. Sicherlich hat ein Fertighaus vermutlich eine geringere Lebensdauer als ein normales Massivhaus, über den Lauf der Lebensdauer hinweg kann das Fertighaus aber durchaus eine Villa darstellen. Es kommt allein auf das vorhandene Budget, den Anbieter und den Kundenwunsch an.

Interessenten sollten immer die verschiedenen Anbieter miteinander vergleichen und gezielt nachfragen, welche individuellen Wünsche umsetzbar sind. Natürlich kostet jeder Extrawunsch Geld, doch möglich ist vieles. Wer keine offene Küche wünscht, der bekommt gegen Aufpreis mühelos eine eigene Wand samt Tür eingezogen.

Was sollte bei einem Fertighaus generell beachtet werden?

Fertighäuser locken meist mit einem sehr niedrigen Preis. Interessenten müssen nun aber aufhorchen, denn dieser Preis bezieht sich nicht selten auf das ›Ausbauhaus‹. Dieses dürfte für die meisten Menschen nicht infrage kommen, denn dabei handelt es sich um den absoluten Rohbau. Das Haus steht, alles andere jedoch nicht. Daher gilt:

  • Haus konkret festlegen – bei der Bestellung des Hauses muss konkret und vertraglich festgelegt werden, in welchem Zustand das Haus übergeben wird. Auch bei der Bezeichnung ›schlüsselfertig‹ gibt es rein rechtlich viel Spielraum. Die meisten Hausbauer wünschen sich ein einzugsfertiges Haus. Eben diese Deklaration muss festgeschrieben sein: inklusive Bodenbeläge, Badausbau, Elektrik, Wandfarbe etc.
  • Kostenpunkte – das günstige Fertighaus ist das aus dem Katalog. Jeder abgeänderte Wunsch kostet und dies beginnt schon bei den Türbeschlägen. Einen gewissen Spielraum haben Kunden meist bei den Bodenbelägen. Kosten die Katalogbeläge 15,00 Euro je Quadratmeter und gibt es Alternativen im selben Spielraum, so sind keine Mehrkosten zu erwarten.
  • Baustart – vorab muss geklärt werden, wer für die Erstellung eines eventuellen Kellers oder der Bodenplatte zuständig ist. Meist ist es sinnvoller, alles aus einer Hand fertigen zu lassen. In der Praxis ist zwar der Guss der Bodenplatte auf eigene Rechnung oft günstiger, doch kann es nun zu Problemen beim Bau kommen. Zugleich ist es wichtig, sich einen fixen Einzugstermin im Vertrag zusichern zu lassen.

Fertighaushersteller müssen den genannten Preis für einen Zeitraum von 12 Monaten garantieren. Auch durch diesen Punkt sollte das Übergabe- und Einzugsdatum fix im Vertrag vermerkt sein.

Außenansicht Haus Erlenbrunn von GUSSEK HAUS
Fertighäuser weisen gegenüber Massivhäusern viele Vorteile auf. Foto: GUSSEK HAUS

Welches Fertighaus passt?

Der Markt ist riesig. Viele Hersteller haben gleich mehrere Fertighausarten in petto, sodass die Wahl für Kunden noch schwieriger wird. Kurzweg kann gesagt werden, dass alle Fertighäuser heute den gesetzlichen Regelungen bezüglich der Energieeffizienz entsprechen. Ein Fertighaus kann ebenso ein KfW-Haus 55 sein, wie es ein Passivhaus sein kann. Grundsätzlich gilt:

  • Holzständerbau – die einzelnen Wände werden hier schon mit Fenstern installiert. Die Wahl der Fenster muss also vor dem Aufstellen der Wände erfolgen. Diese Bauart hat jedoch den Vorteil, dass durch den Wegfall der tragenden Wände mehr Möglichkeiten innerhalb des Gebäudes bestehen. Mit der Bauweise kommen aber auch Nachteile. So sollten schwere Hängeschränke am Holzständerbau befestigt werden und nicht irgendwo an der Wand.
  • Fertig-Massivhaus – diesbezüglich gibt es klare Unterschiede. Ein Fertig-Massivhaus kann quasi als Lego-Bausatz geliefert werden. Der Hausbauer ist nun wirklich ein Häuslebauer, denn er setzt alle Einzelsteine aufeinander. Die teurere Lösung ist das Fertighaus, welches virtuell geplant wurde und aus einem Katalog stammt. Die Bauweise selbst gleicht dem gewöhnlichen Hausbau.
  • Betonfertighäuser – bei ihnen werden die Wände vorab im Werk fertiggestellt und auf der Baustelle miteinander verbunden und verschraubt. Anders als beim Holzständerbau gibt es klare tragende Wände, dafür gilt dieses Haus als wesentlich robuster und wertbeständiger.

Einst hieß es, dass Fertighäuser höchstens achtzig Jahre halten würden. Mittlerweile wurde diese Zeitspanne auf weit über hundert Jahre erhöht, wobei es natürlich keine Garantie gibt. Bei Massivhäusern ist ein Zeitwert basierend auf Erfahrung möglich, die jetzige Generation der Fertighäuser ist jedoch nicht einmal 15 Jahre auf dem Markt. Dennoch ist sicher, dass die Haltbarkeit nicht mit ursprünglichen Massivhäusern gleichkommt, sofern es sich nicht um ein Fertig-Massivhaus handelt. Wobei auch hier die Renovierungen und Modernisierungen nicht missachtet werden dürfen.

Fazit - kein Haus von der Stange

Auch bei Fertighäusern gilt: Wer Geld auf den Tisch legen kann, der erhält eine individuelle Lösung. Längst gibt es Fertighaushersteller, die komplett individuelle Lösungen bieten. Das Fertighaus beschränkt sich nun nur noch auf die Bauteile, die vorab gefertigt wurden – nach Kundenwunsch. Doch auch die gewöhnlichen Ausfertigungen lassen sich immer individueller und besser planen und umsetzen. Kunden haben stets die Möglichkeit, ihre eigenen Wünsche einzubringen, Wände herauszulassen oder neu einzuziehen. Oft ist es nur eine Kostenfrage, denn alles, was vom Kataloghaus abweicht, kostet natürlich mehr. Wer sich zumindest nicht um tragende Wände sorgen möchte, der wählt das Fertighaus in Holzständerbauweise. Und wer trotz Fertigbau nicht auf Massivbau verzichten will, der könnte im Fertig-Massivhaus glücklich werden.

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