Massivhaus – Stein auf Stein bauen

Das Stein auf Stein gemauerte Massivhaus hat in unseren Breiten eine lange Tradition und ist nach wie vor die Bauweise, für die sich Bauherren am häufigsten entscheiden: Über 80 Prozent der in Deutschland errichteten Häuser wurden im Jahr 2017 als Massivbau gebaut. Wir informieren Sie zum Thema Massivhaus.

19.03.2018
Außenansicht Haus Jessen von Baumeister-Haus
Außenansicht Haus Jessen. Foto: BAUMEISTER-Haus

Zusammenfassung:

  • Individuelle Planung: Massivhäuser werden in der Regel von einem Architekten geplant, der die Wünsche und Ideen der Bauherren in seinen Entwurf einarbeitet.
  • Massivhäuser überzeugen durch ihre robuste und solide Bauweise, eine gute Schalldämmung und hohe Wertstabilität.
  • Massivhäuser sind im Schnitt teurer als Fertighäuser. Ein weiterer Nachteil ist der hohe Koordinationsaufwand zwischen einzelnen Gewerken und Handwerkern, die zu Zeitverzögerungen sorgen und in einer verlängerten Bauphase münden.
  • Massivhaus und Fertighaus schließen sich nicht grundsätzlich aus. Ein Fertighaus in Massivbauweise verspricht Bauherren eine stark verkürzte Bauphase.

Egal, ob Stadtvillen, Doppelhäuser oder Bungalows: Massivhäuser präsentieren sich mit vielen unterschiedlichen Gesichtern. In der Regel wird ein Architekt mit der Planung eines neuen, massiv gebauten Eigenheims betraut, der alle Wünsche und Ideen der Bauherren aufgreift und in seinen Entwurf einarbeitet. Solch ein individuell geplantes Architektenhaus hat selbstverständlich seinen Preis: Im Schnitt liegen die Kosten für ein Massivhaus über denen für ein vergleichbar großes und ähnlich ausgestattetes Holzfertighaus.

Massivhäuser brauchen ein solides Fundament

Wie bei allen anderen Häusern gilt auch beim Massivhaus: Ohne sicheres Fundament geht gar nichts! Bauherren haben damit gleich zu Beginn ihres Weges in die eigenen vier Wände eine wichtige Frage zu beantworten: Mit Keller oder Bodenplatten bauen? Wer sich für einen Keller entscheidet, der erweitert seinen Wohn- oder Stauraum deutlich. Bauherren, die bei den Kosten auf die Bremse treten möchten oder müssen, können mit der Entscheidung für eine Bodenplatte ihre Ausgaben reduzieren. Apropos Geld sparen: Wer seine Ausgaben im Auge behalten muss, der kann durch Eigenleistung einen gewissen Teil se Baukosten einsparen.

Außenansicht Cubatur 145 von Roth-Massivhaus
Außenansicht Cubatur 145. Foto: Roth-Massivhaus

Vorteile der Massivbauweise

Die massiven Wände erweisen sich als großer Vorteil. Die hohe Dichte der eingesetzten Baustoffe sorgt für eine sehr gute Schalldämmung im Inneren des Massivhauses, so dass sich Verkehrs- und Umgebungslärm nicht zu einer Belastung für die Hausbewohner entwickeln kann. Auch die Wärmespeicherfähigkeit der massiven Außenwände sind ein nicht zu unterschätzender Vorteil. In den Sommermonaten kann Hitze bei einem Massivhaus nur verlangsamt ins Gebäudeinnere vordringen, in der kalten Jahreszeit speichern die Wände die Heizwärme, so dass das Gebäude nicht so schnell auskühlt. Die robuste und widerstandsfähige Bauweise macht sich auch im Schadensfall positiv bemerkbar. Bei einem Wasserrohrbruch zum Beispiel ist der Aufwand, der für die Beseitigung der entstandenen Schäden betrieben werden muss, deutlich geringer als bei einem Haus, das in Holzfertigbauweise errichtet wurde. Diese Robustheit macht sich auch bei der Lebensdauer des Massivhauses bemerkbar. 100 Jahre und mehr sind problemlos möglich. Das spiegelt auch der Wiederverkaufswert einer massiv gebauten Immobilie wieder: Anders als bei einem Holzfertighaus ist der Preisverfall über die Jahre hinweg nicht ganz so dramatisch. Wer sein Eigenheim als lukrative Kapitalanlage sehen möchte, der baut also besser massiv. Als weiterer Vorteil wäre zu nennen, dass sich ein Massivhaus relativ unproblematisch an neue Anforderungen anpassen lässt. Wer umbauen und dabei Wände entfernen oder versetzen möchte, hat bei einem Massivhaus deutlich höhere Spielräume als bei einem Holzfertighaus. Solange tragende Wände unangetastet bleiben können, lassen sich Umgestaltungs- oder Renovierungsarbeiten einfach durchführen.

Außenansicht Stadtvilla Ravenna von Roth-Massivhaus

Fertighaus in Massivbauweise

Für die meisten Bauinteressierten ist eine ausgemachte Sache: Ein Fertighaus wird im Werk des Herstellers in Holzbauweise vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle montiert. Ein Massivhaus wird hingegen vor Ort Stein auf Stein gemauert. Diese strikte Trennung ist so einfach wie falsch. Es gibt ja noch das Fertighaus in Massivbauweise.

Außenansicht Massivholzhaus Düren von Fullwood

Massivholzhaus

Ein Massivholzhaus besteht aus vorgefertigten Wand- und Deckenelementen. Diese werden vom Hersteller witterungsunabhängig und mit gleichbleibend hoher Qualität hergestellt. Ein Massivholzhaus punktet mit einem hervorragenden Raumklima und guten Dämmwerten. Informieren Sie sich jetzt zum Thema Massivholzhaus.

Außenansicht Haus Lindau von Fullwood Wohnblockhaus

Fullwood Haus Lindau

Familie Eckert hat sich den Traum von einem massiven, wohngesunden und modernen Holzhaus erfüllt. Auf fast 230 Quadratmetern Wohnfläche und zwei Etagen lebt Familie Eckert heute. Informieren Sie sich jetzt zum Fullwood Haus Lindau.

Außenansicht Edition 445 von Viebrockhaus

Viebrockhaus Edition 445

Wer behauptet, ein Haus für mehr als drei Kinder zu bauen, ist heutzutage besonders schwierig, der sollte sich ein Beispiel an den Fröhlichs nehmen. Mit geschickter Planung und sinnvollem Grundriss hat jedes der fünf Kinder nun sein eigenes Reich. Lesen Sie hier mehr zum Viebrockhaus Edition 445.

Außenansicht Innovation³-Haus von Ytong Bausatzhaus

Ytong Bausatzhaus Innovation³-Haus

Als die Wohnung zu klein wurde und die Einschulung des älteren Sohnes anstand, entschieden sich Jens und Jana Richter mit ihrer vierköpfigen Familie zum Umzug ins eigene Haus. Gebaut wurde das Ytong Bausatzhaus Innovation³-Haus. Lesen Sie jetzt die unsere Reportage.

Außenansicht Stadtvilla Karat von Kern-Haus
Außenansicht Stadtvilla Karat. Foto: Kern-Haus

Nachteile der Massivbauweise

Wer ein Massivhaus bauen möchte, der muss aber auch mit dem einen oder anderen Nachteil leben. Ein Nachteil von Massivhäusern ist beispielsweise der Preisaufschlag, mit dem Bauherren im Vergleich zu einem Holzfertigbau zu rechnen haben: Der größere Planungsaufwand, deutlich höhere Ausgaben für Handwerkerleistungen und Baumaterial treiben die Baukosten merklich in die Höhe. Ein weiterer Nachteil ist der Faktor Zeit. Anders als bei Fertighäusern, die aus einer Hand geliefert werden, müssen bei einem Massivhaus Baustoff-Lieferanten und die Arbeiten unterschiedlicher Handwerkerbetriebe unter einen Hut gebracht und sorgfältig koordiniert werden. Des Weiteren ist der Bau eines Stein auf Stein gemauerten Massivhauses stärker von den herrschenden Witterungsbedingungen abhängig als ein Fertighaus – das bietet jede Menge Potenzial für zeitliche Verzögerungen. Auch die längeren Trocknungszeiten, die bei einem traditionell gefertigten Massivhaus einzuhalten sind, können zu Verzögerungen führen.

Freistehendes Einfamilienhaus von Ytong Bausatzhaus
Baustelle eines freistehenden Einfamilienhauses. Foto: Ytong Bausatzhaus

Ein Fertighaus in Massivbauweise

Massivhaus ist nicht gleich Massivhaus. Diejenigen, die sich bislang vielleicht nur oberflächlich mit dem Thema Hausbau auseinandergesetzt haben, verstehen unter dem Begriff Massivhaus ein gemauertes Gebäude. Doch die strikte Trennung, Massivhaus gleich Stein auf Stein gemauert und Fertighaus gleich Holztafel- oder Holzständerbauweise, ist in dieser Form nicht zu halten. Es gibt nämlich Anbieter, die sich dem Fertighaus in Massivbauweise verschrieben haben. Bei einem Fertighaus in Massivbauweise werden ganze Wände im Herstellerwerk aus Ziegeln, Kalksand- oder Porenbetonsteinen vorgefertigt und anschließend per Tieflader zur Endmontage auf das Grundstück des Kunden gebracht.
Fertighäuser in Massivbauweise vereinen die wichtigsten Vorzüge beider Bauweisen und bieten Bauherren darüber hinaus einen entscheidenden Vorteil. Und zwar der Zeitgewinn, den der Bau eines Fertighauses in Massivbauweise bedeutet: nachdem der Hersteller die einzelnen Hauselemente in seinem Werk vorgefertigt und sie per Tieflader auf die Baustelle geliefert hat, ist die Endmontage ähnlich wie bei einem Holzfertighaus binnen weniger Tage abgeschlossen. Außerdem lässt sich ein Fertighaus in Massivbauweise, anders als ein Stein auf Stein gemauertes Massivhaus, auch in den kalten Wintermonaten errichten, während beim traditionellen Massivhausbau die Arbeiten bei schlechter beziehungsweise zu kalter Witterung ruhen müssen.

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Außenansicht Musterhaus Design183 von Frammelsberger

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