Anschaffung und Instandhaltung – Das kosten Haustechnik und Geräte

21.07.2021

Endlich den Traum vom Eigenheim erfüllen – wer neu baut, denkt an Farbe, Fußbodenbelag oder das neue Badezimmer. Die effizienteste Heizung oder Lebensdauer der Dacheindeckung spielt selten die Hauptrolle. Vielleicht haben „Häuslebauer“ noch den Energiestandard auf dem Schirm. Dabei ist es gerade die Haustechnik, welche den Zahn der Zeit schneller als die Bausubtanz zu spüren bekommt. Mit Weitsicht gebaut heißt: Auf lange Sicht sparen. Aber auch beim Kauf aus dem Bestand muss der Blick auf die Sanitär- und Versorgungssysteme gerichtet sein. Jeder, der heute eine Immobilie besitzt, hat sich mit Instandhaltung zu beschäftigen. Gerade die Wartung der Haustechnik trägt am Ende dazu bei, deren Lebensdauer zu verlängern. Wie teuer wird das Ganze? Eines vorweg: Deren Neuanschaffung ist für viele Eigenheimbesitzer ein recht heftiger Schlag ins Kontor.

Kosten für die Haustechnik

Ein neues Eigenheim oder die Komplettsanierung im Bestand beschränken sich nicht nur auf die Bausubstanz. Gerade die Haustechnik kann an dieser Stelle zu einem erheblichen Kostenfaktor werden. Beispiel Heizungsanlage: Der Austausch eines alten Heizkessels verschlingt schnell 3.000 Euro bis 4.000 Euro. Wenn dann noch die Heizungsanlage komplett saniert werden muss – sprich es neue Rohre und Heizkörper braucht – verdoppelt bzw. verdreifacht sich dieser Betrag sehr schnell.

Was fällt eigentlich alles in den Bereich Haustechnik? Laien, die sich bisher nicht intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, erleben schnell eine Überraschung. In der Praxis existiert dieser Begriff übrigens in ganz unterschiedlicher Ausdehnung. Wer nach Handwerker für Ausbau und Sanierung sorgt, redet schnell über:

  • Sanitärtechnik
  • Heizungstechnik
  • Klimatechnik

Dabei umfasst der Begriff Haustechnik weitere Bereiche – wie die Elektroinstallation und die Steuerung der Hausanlagen.

An diesem Punkt wird klar, dass Haustechnik nicht einfach nur den Heizkessel meint. Wie weit im Einzelnen zu gehen ist, hängt sehr stark von individuellen Rahmenbedingungen ab. Eine Immobilie mit Solaranlage auf dem Dach ist an dieser Stelle komplett anders als die Immobilie unter Denkmalschutz zu bewerten.

Förderungen helfen bei der Finanzierung

Entsprechend variieren die Kosten in erheblichem Umfang. Die komplette Sanierung der Haustechnik ist – auch mit Förderung – deutlich teurer als einfache Instandhaltungsmaßnahmen einzelner Bereiche. Besonders teuer wird natürlich der Neubau – da hier die komplette Haustechnik bis zur letzten Schraube neu geplant und installiert werden muss. Aus diesem Grund ist es entsprechend schwierig, sich konkret auf Kosten festzulegen. Was hier bleibt: Das Ganze in einzelne Bereiche aufteilen und diese betrachten.

Die neue Heizung

Je nach Betriebsart und Leistungsstufe variieren die Kosten für einen Heizkessel zwischen 2.000 Euro bis 5.000 Euro. Hinzu kommt noch die Montage. Muss die komplette Anlage inklusive der Heizkörper erneuert werden, kommt dieser Betrag schnell noch einmal dazu. Eine Kombination aus Solarthermie-Anlage und Heizung macht das Projekt noch einmal deutlich teurer. Am Ende kostet das Ganze schnell 15.000 Euro bis 20.000 Euro. Nach oben sind die Grenzen dabei recht fließend.

Wasserversorgung und Sanitärinstallation

Zur Haustechnik gehört auch die Wasserversorgung. Muss neu gebaut oder komplett saniert werden, ist mit Beträgen zwischen 50 Euro bis 70 Euro pro Rohrmeter zu rechnen. Je nach Material kann dieser Preis noch einmal deutlich nach oben gehen. Zusätzlich macht sich der Einbau von Waschbecken und Badewanne bemerkbar. Einige tausend Euro können in einer von Grund auf sanierten Immobilie durchaus stecken.

Elektroinstallation

Die Modernisierung der Elektroinstallation ist besonders aufwendig. Gerade im Altbau muss hier unter Putz gearbeitet werden, was das Ganze zu einer schweißtreibenden Arbeit werden lässt. Die Kosten schwanken an dieser Stelle sehr stark. Zu den Ausgaben trägt unter anderem bei, inwiefern die Immobilie für Smart Home fit gemacht wird. Aber: Mit einigen hundert Euro lässt sich die Elektroinstallation nicht sanieren. Ein deutlich höherer Faktor ist an dieser Stelle in jedem Fall einzuplanen.

Zusätzlich haben weitere Faktoren Einfluss – etwa eine existierende Lüftungsanlage. Aber auch das Thema Solar oder Wärmepumpe kann eine Rolle spielen. Ohne kompetente Begleitung verlieren sich Immobilienbesitzer sehr schnell in Details.

Haushaltsgeräte nicht vernachlässigen

Der Fokus auf die Haustechnik darf nicht den Blick auf einen wichtigen Aspekt verstellen – die Haushaltsgeräte. Heute nutzen Haushalte unter anderem Waschmaschine, Kühlschrank oder Wäschetrockner. Laut Statistischem Bundesamt sind etwa 96 Prozent der Haushalte mit einer Waschmaschine ausgestattet. Beim Geschirrspüler ist die Tendenz steigend.

Die durchschnittliche Lebensdauer der einzelnen Geräteklassen variiert stark. Eine Waschmaschine 12 oder 13 Jahre störungsfrei zu nutzen, ist sportlich. Gerade im Rahmen einer Modernisierung denken viele Haushalte darüber nach, die Ausstattung mit Haushaltsgeräten auf den neusten Stand zu bringen. Mit welchen Kosten ist an dieser Stelle zu rechnen? Pauschal gibt es dafür keine Antwort. Entscheidend sind verschiedene Faktoren.

Info

Achtung!

Eine Reparatur ist zwar oft die günstigere Lösung. Reparaturkosten von mehreren hundert Euro rechtfertigen dagegen in jedem Fall den Neukauf.

Hohe Preisspannen bei Waschmaschinen möglich

Beispiel Waschmaschine: Wo auf eine Kombination aus Waschen und Trocknen verzichtet wird, reichen 400 Euro bis 500 Euro. Leistungsfähige Waschtrockner mit entsprechend hohen Energieeffizienz-Klassen kosten schnell das Doppelte. Oft müssen Käufer hier noch einmal deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Ähnlich breit ist die Preisspanne bei anderen Haushaltsgeräten. Beim Kühlschrank kommt es beispielsweise auf dessen Größe an und ob zu einer Kühl-Gefrierkombination gegriffen wird. Letztlich haben individuelle Rahmenbedingungen Einfluss auf die Kosten. Was in jedem Fall klar sein muss: Die Neuanschaffung der Geräte ist teuer – und muss nicht immer sein. Wer sparen möchte, sollte zunächst checken, ob eine Reparatur des bisherigen Geräts nicht auch möglich ist. Mittlerweile existieren online zahlreiche Möglichkeiten, passende Ersatzteile zu finden und entsprechende Reparaturanleitungen liegen ebenfalls vor.

Haustechnik modernisieren: Wann ist das nötig?

Grundsätzlich wird Haustechnik nicht nach festen Fristen modernisiert. Entscheidend ist eher, ab welchem Zeitpunkt die Technik nicht mehr sicher und rentabel arbeitet. Damit Immobilienbesitzer aber eine ungefähre Vorstellung zu diesem Thema entwickeln, gibt es für einzelne Bereiche Faustregeln. Diese gelten nicht nur für Haustechnik, sondern auch die Gebäudesubstanz wie beispielsweise das Hausdach. Hier liegt die durchschnittliche Lebenserwartung der Eindeckung bei 50 Jahren.

Eine Heizung schwankt in ihrer Lebenserwartung zwischen 15 bis 30 Jahren. Die Spanne ist recht groß. Es hängt viel von der Heizungsart und dem Nutzungsverhalten ab. Bis zum Ende muss der Zeitraum nicht ausgereizt werden. 25 Jahre sind ein Alter, dass Heizungsanlagen erreichen können. Der Zahn der Zeit macht sich dann aber schon bemerkbar.

Elektrische Anlagen haben oft eine höhere Lebensdauer. Wo natürlich schneller Hand anzulegen ist, sind verbaute Datenverbindungen. Hier es kann nach 15 Jahren bereits zu spürbaren Defiziten kommen. Tipp: Um diesbezüglich eine Modernisierung einfach zu gestalten, ist das Verlegen von Kabeln in Kanälen eine Option. Während Bäder alle 15 bis 20 Jahre komplett saniert werden, ist die Sanitärtechnik – also der Anschluss für Trinkwasser und Abwasser sowie die Verrohrung langlebiger. Wer eine Immobilie aus dem Bestand erworben hat, lässt einfach von Zeit zu Zeit einen Experten darauf einen Blick werfen – und entscheidet nach dessen Prüfung, wie es hier mit Modernisierung weitergeht.

Symbolbild Haustechnik
Foto: stock.adobe.com ©Alexander Raths

Fazit: Haustechnik von Zeit zu Zeit erneuern

Viele frischgebackenen Eigenheimbesitzer achten zuerst nur auf die Bausubstanz und was sich aus dem Haus alles machen lässt. Erst der dritte oder vierte Blick geht Richtung Haustechnik. Und hier gibt es durchaus die eine oder anderen unangenehme Überraschung. Während es einer Fassade oder dem Dach deutlich anzusehen ist, was der Zahn der Zeit auslöst, altert Haustechnik im Stillem. Oft bekommen es Immobilienbesitzer gar nicht mit. Erst, wenn ein Defekt auftritt, ist die Überraschung groß. Die Kosten einer kompletten Modernisierung sind erheblich. Es geht um mehrere 10.000 Euro. Wer sich die sparen will, muss bei der Instandhaltung hinterher sein. Entsprechend gewartet und gepflegt kann auch Haustechnik durchaus alt werden. Sich zurücklehnen und die Augen verschließen ist der falsche Weg.

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Monika Läufle

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Symbolbild Haustechnik

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