Sturmsicheres Dach – Vom Winde verweht

Lothar, Xavier und Friederike möchte nun wirklich niemand zu Besuch: Sturmtiefs blasen Ziegel von den Dächern und können binnen weniger Augenblicke enormen Schaden an Ihrem Haus anrichten. Was Sie für ein sturmsicheres Dach tun müssen, können Sie hier nachlesen.

12.04.2019
Dächer mit Sturm- und Hagelschaden
Ziegel um Ziegel wurde vom Dach geweht oder von golfballgroßen Hagelkörnern zerschlagen. Foto: Bauder

Zusammenfassung:

  • Starkwindereignisse, die Ziegel verschieben, beschädigen oder komplett vom Dach wehen, treten immer häufiger auf und richten hohen Schaden an.
  • Die dem Sturm abgewandte Dachseite ist aufgrund des Windsogs besonders schadensanfällig.
  • Mit einer individuell ausgearbeiteten Windsogsicherung lassen sich Dächer sicherer machen.
  • Die richtige Dacheindeckung mindert das Risiko für Sturmschäden.
  • Sturmschäden sollten so schnell als möglich repariert werden, um Folgeschäden an der Dachkonstruktion auszuschließen.

Über Deutschland braut sich etwas zusammen: Schwere Stürme sind längst nichts Außergewöhnliches mehr und treten in Folge des Klimawandels immer häufiger auf. Allein Orkantief „Friederike“, das im Frühjahr 2018 mit Spitzengeschwindigkeiten von 205 km/h über Deutschland hinweg zog, hat immensen Schaden verursacht – laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft summierten sich die Kosten auf rund eine Milliarde Euro!
Damit Ihr Haus, beziehungsweise das Dach Ihres Hauses, beim nächsten Sturm nicht in Mitleidenschaft gezogen wird, können Sie Vorkehrungen treffen.

Angesaugt und weggeblasen

Vor allem das Dach Ihres Eigenheims bietet Stürmen eine große Angriffsfläche. Die schwersten Schäden entstehen dort, wo man es am wenigsten erwarten würde, nämlich auf der dem Wind abgewandten Dachseite. Grund hierfür ist der gefährliche Windsog: Schon bei Windgeschwindigkeiten zwischen 50 und 60 Stundenkilometern kann sich ein gefährlicher Sog aufbauen, der einem Zuggewicht von 100 Kilogramm pro Quadratmeter Dachfläche entspricht. Kritisch wird es, wenn einzelne Dachziegel oder Betondachsteine den Elementen nicht länger trotzen können, verschoben, angehoben und schließlich ganz vom Dach herunter geblasen werden.
Doch nicht nur das Dach Ihres Hauses sollte sturmsicher sein. Grundsätzlich obliegt es Ihnen, sicherzustellen, dass bei Sturm von Ihrem Haus und Grundstück keine Gefahr für Dritte ausgeht. Das bedeutet, dass Sie neben Ihrem Hausdach etwa auch Dachrinnen sowie die Antennen- und Solaranlage regelmäßig auf ihre sturmsichere Verankerung überprüfen sollten. Auch die Bäum in Ihrem Garten müssen sturm- und wetterfest sein. Das heißt: Entfernen Sie abgestorbene und morsche Äste. Ist die Standsicherheit des Baumes grundsätzlich fraglich, dann sollten Sie sich lieber für das Fällen entscheiden. Nehmen Sie hierfür am besten Kontakt zu einem Fachmann auf, der Ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Info

Verkehrssicherungspflicht

Hauseigentümer sind verpflichtet, zu garantieren, dass von ihrem Grundstück oder ihrer Immobilie keine Gefahr für Dritte ausgeht. Fällt ein Dachziegel vom Dach und verletzt einen Passanten, kann dieser Schadensersatz einfordern, sollte der Eigentümer seiner Verkehrssicherungspflicht nachweislich nicht nachgekommen sein. In diesem Sinne ist es nur ratsam, dass Eigentümer den Zustand ihres Eigenheims regelmäßig kontrollieren und etwaige Gefahrenquellen, zum Beispiel lose Dachziegel, beseitigen.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt! Sturmklammern schützen vor Schäden

Damit Ihr Dach bei Sturm keinen Schaden nimmt, gilt es für jedes Gebäude eine individuelle Windsogsicherung durch einen Dachdecker auszuarbeiten. In die Berechnungen fließen zum Beispiel Werte wie die geografische Lage des Hauses (Windlastzone), die Geländetopografie und die Gebäudehöhe ein. Anhand der Ergebnisse lässt sich dann im Anschluss ein Konzept für ein Windsogsicherungssystem ausarbeiten.
Zentraler Baustein eines jeden Sicherungssystems sind heute die Sturmklammern. Die kleinen Drahtbügel schaffen eine feste Verbindung zwischen Dachziegel beziehungsweise -stein und der Dachlatte, so dass das Eindeckmaterial nicht durch den Windsog angehoben und vom Dach geweht werden kann. In welchen Bereichen des Daches die Eindeckung mittels Sturmklammern gesichert werden muss und wo der Einsatz von Klammern überflüssig ist, ergibt sich aus der Windsogberechnung.

Ein sturmsichers Dach dank sturmsichere Dacharchitektur

Nicht jedes Dach ist in gleichem Maße anfällig für Stürme. Wie auf dem Informationsportal dach.de nachzulesen ist, hat die Auswertung früherer Sturmereignisse zu Tage gefördert, dass Dächer mit einer Dachneigung von sieben Grad und mehr weniger schadensanfällig als Flachdächer sind. Steildächer bieten dem Wind weniger Angriffsfläche als Flachdächer.
Aber auch durch eine kluge Auswahl der Dacheindeckung lassen sich potenzielle Schäden minimieren beziehungsweise ausschließen. Laut den Angaben des Fachportals Dach.de ist nicht jede Dacheindeckung in gleichem Maße durch schwere Stürme gefährdet. In diesem Sinne sind Schiefer- und Titanzink-Dächer im Vorteil gegenüber Dächern, die mit Ziegeln oder Dachsteinen eingedeckt wurden.

Sturmklammer von Braas
Braas bietet verschiedene Strumklammern zur Befestigung seiner Dachsteine, um jedes Dach sturmsicher zu machen. Die Handhabung ist dabei laut Hersteller sehr einfach: Entweder werden die Sturmklammern eingehangen oder eingeschlagen. Foto: Braas

Sturmschäden am besten heute als morgen reparieren

Wenn Sie nach einem Sturm Schäden an Ihrem Dach entdecken, dann sollten Sie die notwendigen Reparaturen keinesfalls auf die lange Bank schieben. Denn je länger Sie warten, desto größer wird die Gefahr für weitere Schäden. Dringt zum Beispiel Regenwasser durch einen verschobenen oder gebrochenen Dachziegel ins Innere der Dachkonstruktion, wird sich dort schnell Schimmel ausbreiten, der nicht nur Ihre Gesundheit gefährdet, sondern auch die Bausubstanz nachhaltig schädigt – und dann wird die Sanierung unterm Strich richtig teuer.
Apropos „richtig teuer“. Für Sturmschäden haftet Ihre Gebäude-, Hausrat- und Kaskoversicherung. Ab Windstärke 8, was einer Windgeschwindigkeit von 62 km/h entspricht, können Sie auf eine Übernahme der Schadenssumme hoffen. Stellen Sie nach einem Sturm Beschädigungen an Ihrem Dach fest, sollten Sie diese umgehend Ihrer Versicherungsgesellschaft melden. Dokumentieren Sie den enstandenen Schaden am besten auch mit Fotos und/oder Videos.

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