Einbruchschutz – Gelegenheit macht Diebe

Eine hundertprozentige Sicherheit für Sie und Ihr Eigentum gibt es nicht. Doch oft reichen schon wenige Maßnahmen, um das Haus für Einbrecher uninteressant(er) zu machen.

14.03.2019
Einbruchschutz Symbolbild Tresor
Foto: Pixabay

Einbruchschutz beginnt bereits beim Grundstückskauf. Abgelegenheit alleine kann jedoch die vielen Einbruchsdelikte gerade in städtischen Bereichen nicht erklären. Es gibt Einbrüche, die geplant und lange vorbereitet sind. Doch der größte Teil der Wohnungseinbrüche geschieht eher spontan. Das besagen Polizeistatistiken. Die Gelegenheit ist entscheidend, in ein Haus eindringen zu können. Eindringlinge lieben Sichtschutz: Hohe Hecken frieden oft das Grundstück ein und sollen vor allzu aufdringlichen Blicken bewahren. Sie bieten aber auch Sichtschutz für unbefugte Personen. Schwachpunkte können außerdem sichtgeschützte Lichtschächte oder Nebeneingänge sein, wie etwa Kellerabgänge. Meist sind die nur unzureichend gegen gewaltsames Öffnen geschützt. Gerade bei verdeckt angeordneten Nebeneingangstüren ist auf eine Mehrfachverriegelung zu achten. Einfache Kellertüren verriegeln meist nur im Türschlossbereich. Die obere oder untere Türblattecke hingegen lässt sich leicht aufhebeln. Bei einer montierten Mehrfachverriegelung sollten mindestens die Türblattecken gesichert sein.

Präsenz schreckt ab

Oft reicht es, das Haus als bewohnt und belebt darzustellen. Postansammlungen in Briefkästen beispielsweise sollten Sie gerade in der Urlaubszeit vermeiden. Bei einsetzender Dunkelheit helfen auch programmierte Beleuchtungsszenarien, die in unterschiedlichen Intervallen Licht in einzelnen Räumen an- und auschalten. Das irritiert und wirkt daher oft präventiv. Bewegungsmelder in Verbindung mit hellem Licht verunsichern Eindringlinge und sichern das Haus zusätzlich.

Leichtsinn oft Ursache

Häufig erleichtern unbesorgte Hausbewohner es den Einbrechern, in ein Gebäude hineinzukommen. Insbesondere im Sommer sind Fenster und Terrassentüren zum Lüften geöffnet, ohne dass sich jemand drinnen aufhält. Moderne Lüftungen können vorteilhaft sein, so bleibt das Haus rundum geschlossen. Ein Einbruch ist dann nur mit Gewalt möglich. Fenster und Türen sollten im Erdgeschossbereich nur geöffnet sein, werden die Räume zeitgleich genutzt. Trickbetrüger locken die Bewohner gerne an die Haustür, während ein Komplize über die Gebäuderückseite eindringt.
Der Checkkartentrick funktioniert tatsächlich oft, vor allem wenn die Tür nur zugezogen und das Schloss nicht verriegelt ist. Greift der Riegel ins Schloss, kann die Falle nicht mit der Checkkarte zurückgezogen werden – die Tür bleibt geschlossen.

Schwachpunkte

Leider ist für Einbrecher bei konventionellen Fensterelementen der Gewaltaufwand nur relativ gering. Mit einem größeren Schraubendreher oder einem einfachen Stemmeisen können sie die meisten Fenster sehr schnell aufhebeln. Tipp: Fensterhersteller bieten bereits gegen einen geringen Aufpreis Aushebelsicherungen für Fenster und Türen an.
Bei Einbrechern beliebt ist das sogenannte „Glasstechen“: Meist wird dazu ein Schraubenzieher unmittelbar im Bereich der Fensterverriegelung am Glasrand angesetzt und durch das Glas gestoßen. Die Scheiben werden mittels Hebelarm nach innen gedrückt, bis der Griff zum Beschlag erreichbar ist. Kunststofffolien, die auf die Scheiben aufgebracht werden, helfen nicht wirklich. Tauscht man die Fensterscheiben hingegen aus, können bestehende Fenster meist mit einer einbruchhemmenden Verglasung ausgestattet werden. Ist das nicht möglich, empfiehlt sich, das gesamte Fensterelement zu erneuern. Ebenso wie Nebeneingangs- sollten auch Haustüren mit einer Mehrfachverriegelung gesichert sein. Bei älteren Türen bietet es sich an, relativ kostengünstig eine Vorhängekette oder einen stabilen Türriegel anzubringen.

Widerstandsklassen

Für Einbrecher ist maßgebend, wie schnell sie ins Gebäude kommen. Die Erfahrungen zeigen, dass sie den Einbruchsversuch wahrscheinlich abbrechen, wenn er nicht innerhalb von drei bis fünf Minuten gelingt. Beim Neubau oder beim technischen „Upgrade“ von Fenstern und Türen sollten Sie deshalb auf die „Widerstands-Klasse“ achten. In der technischen Norm werden Widerstandsklassen, Widerstandszeiten – das ist die Zeit, die ein Produkt einem Einbruch standhält – , Tätertypen und die Vorgehensweise definiert. Die Widerstandsklassen bezeichnet man seit September 2011 mit „RC“ für „resistance class“. Eine gute Wahl trifft, wer Produkte mit der Widerstandsklasse RC 2N oder besser einbaut. Bei Widerstandsklasse RC 4 etwa benötigt ein erfahrener Täter mit zusätzlichem Säge- und Schlagwerkzeug bereits zehn Minuten, um verschlossene und verriegelte Fenster oder Türen zu öffnen – Zeit, die er sich aus Angst entdeckt zu werden, oft nicht nimmt.

Elektronisch gesichert

Abschreckend wirken vor allem Alarmanlagen, die sowohl akustisch als auch visuell einen Eindringling melden. Gleichzeitig sollte automatisch eine Meldung an die Polizei oder eine andere dauerhaft besetzte Kontaktstelle gehen. Auch lassen sich über Kameras im Haus die Räumlichkeiten direkt überprüfen. Die Kameraaufschaltung muss jedoch zunächst autorisiert werden. Prophylaktisch gegen unerwünschte Besucher empfiehlt sich eine optische Zugangskontrolle. Früher bestand diese Kontrolltechnik aus einem Türspion. Heute bieten sich Türsprechanlagen mit einer Videokontrolle an. Empfohlen werden aus Gründen der Kriminalermittlung Geräte, die automatisch aufzeichnen. Im Bedarfsfall sind so später Fotos zur kriminaltechnischen Ermittlung verfügbar.

Gut beraten

Für private Bauherren und Hauseigentümer bietet die örtliche Polizei einen Beratungsservice an, wie man sich sinnvoll vor Einbruchsversuchen schützen kann. Bei bestehenden Objekten ist die Beratung auch direkt vor Ort möglich. Tipp: Wer ein neues Haus bauen will, sollte sich möglichst vor Abschluss des Bauvertrages einschlägig informieren, um bei der Verhandlung zur Bau- und Leistungsbeschreibung die gewünschten Sicherheitsstandards vereinbaren zu können. Viel Wissenswertes entdecken Interessenten dazu außerdem im BSB-Ratgeber „Sicherheits-Check für das eigene Haus“, erhältlich auf der Internetseite bsb-ev.de.

  • Bauherren-Schutzbund e.V.
    Kleine Alexanderstraße 9/10
    10178 Berlin

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