Individuelle Fertighäuser – Energiesparhelden

Man nehme rund 30 Kubikmeter Holz, mehrere hundert Dachpfannen, eine Haustür und einige Fenster, und siehe da: fertig ist das Fertighaus – oder doch nicht? „Ein modernes Holz-Fertighaus wird bis ins kleinste Detail geplant und besonders energieeffizient umgesetzt. Die Architektur und die verwendeten Bauteile werden dabei individuell an die Wünsche und den Bedarf des Bauherrn angepasst“, sagt Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF).

05.04.2016
Individuelles Fertighaus aus Holz von Sander Haus
Der nachhaltige Baustoff Holz macht den Großteil eines Fertighauses aus – teilweise sichtbar, teilweise verborgen hinter der Fassade. Foto: BDF/Sander Haus

17.907 Ein- und Zweifamilienhäuser in Fertigbauweise wurden 2015 in Deutschland gebaut. Aller Individualität zum Trotz, haben sie eines gemeinsam: Zum allergrößten Teil bestehen sie aus Holz, vorwiegend aus Fichte. Nicht immer ist der natürliche Baustoff dabei von außen sichtbar, denn zum vielfältigen Angebot der führenden deutschen Fertighaushersteller zählt auch eine individuelle Fassadengestaltung: Putz, Klinker und Glas gehören zu den beliebtesten Alternativen einer Holzverschalung – viele Bauherren wünschen sich zudem eine Kombination daraus.

Das von den Fertighausherstellern des BDF verwendete Holz stammt immer aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Bereits seit 300 Jahren wird in deutschen Wäldern das Prinzip befolgt: es darf nur so viel gefällt werden wie auch nachwächst. Die Satzung der Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF) verpflichtet die BDF-Mitglieder darüber hinaus zur Einhaltung weiterer Nachhaltigkeitskriterien. „Nachhaltigkeit ist für uns kein verstaubter Terminus oder bloß ein geflügeltes Wort: Wir setzen auf die Grundsätze der Nachhaltigkeit als Basis für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen – und das geht mit Holz besser als mit jedem anderen Baustoff“, betont Klaas.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal von Holz ist seine geringe Wärmeleitfähigkeit. So weist etwa die Fichte gerade einmal einen Wert von 0,13 Watt pro Quadratmeter und Kelvin auf. Das bedeutet, dass die Wärme deutlich langsamer nach außen oder nach innen abgegeben wird als in einem konventionellen Gebäude bei gleicher Wanddicke. „Das und die intelligente Wandkonstruktion mit den Dämm-, Brandschutz- und Schallschutzmaterialen im Inneren der Wand, machen ein Holz-Fertighaus zu einem echten Energiespar-Helden“, ergänzt der BDF-Hauptgeschäftsführer.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass beinahe alle neuen Fertighäuser als KfW-Effizienzhäuser realisiert werden. Die KfW-Bank unterstützt energieeffizientes Bauen mit Fördermitteln und attraktiven Tilgungszuschüssen. Seit dem 1. April 2016 gelten bei der KfW-Bank strengere Förderstandards für Neubauten – mehr als die Hälfte der im vergangenen Jahr genehmigten Fertighäuser entsprachen allerdings damals schon den hohen Standards des KfW-Effizienzhauses 55 oder waren sogar noch effizienter. „Wir gehen davon aus, dass der Anteil der besonders energiesparenden Neubauten weiter steigen wird. Damit trägt der Holz-Fertigbau auch entscheidend zum Erreichen der UN-Klimaziele bei, denn mehr als jeder sechste Bauherr eines neu zu bauenden Ein- oder Zweifamilienhauses setzt heute schon auf unsere nachhaltige Bauweise – Tendenz steigend“, schließt Klaas.

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