BAULEXIKON

Was ist ein „Maulwurf“? Was ein „monovalentes Heizsystem“? Für all diejenigen, die jetzt nur noch Bahnhof verstehen, haben wir eine umfassende Schlagwortsammlung angelegt, in der wichtige Fachbegriffe rund ums Bauen, Renovieren und Einrichten für jedermann verständlich erklärt werden.

Gelbbrenner

Gelbbrenner (auch „Zerstäubungsbrenner“ genannt) ist eine andere Bezeichnung für einen klassischen Heizölbrenner, dessen Flammenbild einen charakteristischen gelben Farbton zeigt. Die Funktionsweise eines solchen Brenners ist relativ simpel: Eine Düse zerstäubt das Heizöl zu einem feinen Nebel, der erhitzt und mit Luft vermischt wird. Eine elektrische Zündung leitet die Verbrennung des Heizöl-Luftgemischs schließlich ein.

Geothermie

Als Geothermie (auch „Erdwärme“) bezeichnet man die in der oberen Erdkruste gespeicherte Wärme, sofern sich diese nutzen lässt. Geothermie gehört zur Gruppe der regenerativen Energien und kann zum Heizen und Kühlen (Wärmepumpe) genutzt werden.

Glasierte Dachziegel

Glasierte Dachziegel sind mit einer geschlossenen Schicht bedeckt. Es gibt sie in vielerlei Farbvarianten wobei die Haftung der Farbe nicht von solch langer Dauer ist wie bei engobierten Ziegeln. Zugunsten der Feuchtigkeitsregulierung wird an der Unterseite der Ziegel auf die Glasur verzichtet.

Glasschaum-Granulat

Glasschaum-Granulat wird aus Altglas hergestellt und ist Wärmedämmstoff und Leichtschüttmaterial in einem. Es wirkt wärmedämmend, stabilisierend und kapillarbrechend und ist beständig gegen Alterung, Verrottung, Schrumpfung und Schädlingsbefall. Viele Hohlräume mit darin eingeschlossener Luft sorgen für eine hohe Dämm- und Schallschutzwirkung.

Grundlast

Als Grundlast wird der kontinuierliche Wärmebedarf bezeichnet, der über den ganzen Tag hinweg oder innerhalb einer bestimmten Nutzungsperiode nicht unterschritten wird. So ist zum Beispiel die Bereitstellung von warmem Brauchwasser eine Grundlast.

Grundwasser-Wärmepumpe

Eine Grundwasser-Wärmepumpe (auch „Wasser-Wasser-Wärmepumpe“ genannt) nutzt die im Grundwasser gespeicherte Wärme, um Heizenergie zu generieren. Aus energetischer Sicht ist die Entnahme aus einer Brunnenanlage optimal, dem so genannten Saugbrunnen, und die Wiedereinleitung in die grundwasserführende Schicht über einen Schluckbrunnen.

Glanzruß

Als Glanzruß wird der teerhaltige, glänzende Ruß bezeichnet, der dem Schornstein wie eine schwarze Lackschicht anhaftet. Er entsteht, wenn Holz bei zu geringer Temperatur und Sauerstoffzufuhr verbrennt. Glanzruß kann sich entzünden und zu einem gefährlichen Kaminbrand entwickeln.

Grenztemperatur

Siehe Bivalenzpunkt.

Gebläsekonvektor

Äußerlich ähnelt ein Gebläsekonvektor einem regulären Heizkörper. Im Unterschied zu diesem verteilt ein Gebläsekonvektor die erwärmte oder auch gekühlte Luft jedoch mittels eines integrierten Gebläses. Gebläsekonvektoren arbeiten mit niedrigeren Vorlauftemperaturen, wodurch sie sich besonders für die Kombination mit einer Wärmepumpe eignen.

Gehschall

Als Gehschall wird Lärm charakterisiert, der durch das Begehen eines Fußbodens im begangenen Raum entsteht. Diese Problematik hat in den vergangenen Jahren durch den verstärkten Einsatz harter Bodenbeläge wie z.B. Laminat an Bedeutung gewonnen. Gehschall wird im Gegensatz zum Trittschall von der lärmverursachenden Person als störend empfunden.

Gesamtwärmebedarf

Der Gesamtwärmebedarf eines Gebäudes errechnet sich aus der Addition des Raumwärmebedarfs und des Bedarfs an Warmwasser.

Graue Energie

Als graue Energie wird die Energiemenge bezeichnet, die benötigt wird, um ein Produkt herzustellen, zu transportieren, zu lagern, zu verkaufen und zu entsorgen.

Grundbuch

Das Grundbuch ist ein öffentliches Register, das alle Rechte an einem Grundstück darlegt: zum Beispiel Eigentumsverhältnisse, zudem alle Veränderungen, Erwerbe oder Aufhebungen von privaten Rechten an dem Grundstück. Wegen des öffentlichen Glaubens des Grundbuchs ist keine Beschwerde gegen Eintragungen möglich, sondern Widerspruch und Grundbuchberichtigung. Das Grundbuch wird bei dem zuständigen Amtsgericht geführt, in Baden-Württemberg von Notaren (sogenannten Bezirksnotaren). Für jedes Grundstück ein Grundbuchblatt erstellt. Es besteht aus der Aufschrift, dem Bestandsverzeichnis und drei Abteilungen: Abteilung 1 – Angabe der Eigentümer des Grundstücks, Abteilung 2 – Angabe der Belastungen des Grundstücks mit Ausnahme der Grundpfandrechte, Abteilung 3 – Angabe der Grundpfandrechte.

Grundbucheinsicht

Bei einem berechtigten Interesse gewährt das Grundbuchamt gebührenfrei Einsicht in die Akten, etwa bei Kaufabsicht. Ein Grundbuchauszug (Kopie) ist gegen eine geringe Gebühr erhältlich. Per Antrag ist eine Eintragung ins Grundbuch möglich. In einigen Bundesländern besteht die Möglichkeit, auf elektronischem Wege Einsicht zu nehmen.

Grundbuchführung, elektronische

Bei elektronischer Einsicht ins Grundbuch sind die Grundbücher auf die elektronische Grundbuchführung umgestellt. Die Papiergrundbücher wurden entheftet, eingescannt, in den Datenspeicher des zentralen Rechenzentrums übertragen und nach Überprüfung der inhaltlichen Richtigkeit als elektronisches Grundbuch freigegeben. Der Grundbuchinhalt selbst blieb unverändert. Grundbucheinsichten werden auf dem Computer sichtbar gemacht und bei Bedarf ausgedruckt.

Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbsteuer ist einmalig beim Kauf eines Grundstücks zu zahlen, also in der Regel beim Kauf von Häusern und Wohnungen. Ihre Höhe variiert je nach Bundesland und liegt in Deutschland zwischen 3,5 Prozent und bisher 5,5 Prozent. Sie fließt in die Kassen der Bundesländer, die sie jedoch an die Kommunen weiterreichen können. Erwirbt der Käufer im laufenden Jahr ein Grundstück mit oder ohne Haus , hat er die Steuer erst ab 1. Januar des Folgejahres zu entrichten. Bis dahin trägt der Verkäufer die Kosten. Bei einer Erbschaft oder Schenkung entfällt diese Steuer.

Grundsteuer

Die Grundsteuer ist eine Realsteuer, die Gemeinden für Grundbesitz erheben. Sie entfällt auf alle Arten von Grund- und Immobilienbesitz, auch auf Teileigentum und Erbbaurechte. Die Höhe richtet sich nach dem Einheitswert des Grundstückes, den die Kommunen nach unterschiedlichen Hebesätzen festlegen. Deshalb fällt die Grundsteuer von Region zu Region höher oder niedriger aus. Bei vermietetem Haus- und Grundbesitz ist diese Steuer als abzugsfähige Werbungskosten ansetzbar.

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts oder auch BGB-Gesellschaft ist nach dem bürgerlichem Gesetzbuch in Deutschland eine Vereinigung von mindestens zwei Gesellschaftern (natürlichen und/oder juristischen Personen), die sich durch einen Gesellschaftsvertrag gegenseitig verpflichten, die Erreichung eines gemeinsamen Zwecks zu fördern, insbesondere die vereinbarten Beiträge zu leisten.

Genossenschaft

Dieser Zusammenschluss dient einem gemeinsamen Zweck. Charakteristisch sind die Mitgliederförderung, Selbsthilfe, Selbstverant­wortung und Selbstverwaltung. Die Bewohner von Wohnungen der Genossenschaft sind nicht deren individuelle Eigentümer, sondern haben ein sogenannten Dauernutzungsvertrag.

Gewährleistungsbürgschaft

Eine Gewährleistungsbürgschaft oder Gewährleistungsgarantie bzw. -sicherheit stellt sicher, dass ein Bürge für die Kosten einsteht, die innerhalb der Gewährleistungsfrist bei auftretenden Mängeln entstehen, falls der Unternehmer in diesem Zeitraum insolvent werden sollte. In der Regel sind dies Kreditinstitute und Versicherungen. Die Höhe der Gewährleistungsbürgschaft richtet sich nach dem Sicherheitseinbehalt, der meist fünf Prozent der Auftragssumme beträgt. Bei einem nur auf BGB beruhendem Werkvertrag sichert die Gewährleistungsbürgschaft auch Mängelansprüche für Mängel, die in zulässiger Weise vor Abnahme gerügt worden sind.