BAULEXIKON

Was ist ein „Maulwurf“? Was ein „monovalentes Heizsystem“? Für all diejenigen, die jetzt nur noch Bahnhof verstehen, haben wir eine umfassende Schlagwortsammlung angelegt, in der wichtige Fachbegriffe rund ums Bauen, Renovieren und Einrichten für jedermann verständlich erklärt werden.

Photovoltaik

Photovoltaik ist eine Technik, um aus der eingestrahlten Sonnenenergie elektrischen Strom zu gewinnen. In Solarzellen werden unter der Zufuhr von Licht positive und negative Ladungsträger freigesetzt und dadurch Gleichstrom erzeugt.

Photovoltaikmodul

Ein Photovoltaikmodul, häufig einfach auch nur als „Solarmodul“ bezeichnet, besteht aus mehreren miteinander verbundenen Solarzellen, die hinter einer Glas- oder Kunststoffscheibe vor der Witterung geschützt und in einem Rahmen zusammengefasst sind. Meist auf dem Dach montiert, werden die einzelnen Photovoltaikmodule zu Gruppen, so genannten „Strings“, miteinander verschaltet. Die Leistung eines 100 W Photovoltaikmoduls liegt, je nach Sonnenscheindauer, im Bereich von 50 Wh bis 700 Wh pro Tag.

PHPP-Standard

Was genau ein Passivhaus ausmacht, ist in Deutschland im sogenannten PHPP-Standard festgeschrieben, der vom Passivhaus Institut Darmstadt entwickelte wurde. Der PHPP-Standard regelt die maximal zulässigen Höchstwerte für den Heizwärmebedarf, den Primärenergiebedarf und den Drucktestluftwechsel.

Polykristallines Photovoltaikmodul

Die bläulich schimmernden polykristallinen Photovoltaikmodule (auch multikristallines Photovoltaikmodul genannt) sind die derzeit am weitesten verbreiteten Solarmodule. Sie haben einen geringeren Wirkungsgrad als monokristalline Photovoltaikmodule, sind aber in der Anschaffung etwas günstiger.

Passivhaus

Das Passivhaus ist eine Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses und benötigt im Vergleich zu einem konventionellen Gebäude 80 bis 90 Prozent weniger Heizenergie. Diese Werte werden vor allem durch die konsequente Nutzung der eingestrahlten Sonnenenergie oder auch durch die Körperwärme der Bewohner erzielt. Für frische Luft sorgt eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung.

Perimeterdämmung

Als Perimeterdämmung bezeichnet man die Dämmung an einer Kelleraußenwand mit Erdberührung und die Wärmedämmung unterhalb der Bodenplatte. Für die Perimeterdämmung werden nur Dämmstoffe verwendet, die wasser- und druckbeständig sowie verrottungsfest sind: extrudierte Polystyrol-Hartschaumplatten (XPS), expandierte Polystyrol-Hartschaumplatten (EPS) und Glasschaumplatten.

Polystyrol

Polystyrol ist besser bekannt als Styropor. Polystyrol ist ein feuchtigkeitsbeständiger, preisgünstiger und unverrottbarer Kunststoff. Es besitzt gute Dämmeigenschaften und wird in einfach zu verarbeitenden Platten geliefert. Durch Zement gebunden wird es als Granulat auch in Schüttungen unter Estrichen eingesetzt, hat in dieser Form aber eine stark verringerte Dämmleistung.

Primärenergiebedarf

Der Primärenergiebedarf (Qp) gibt die Energiemenge an, die zur Deckung des Endenergiebedarfs benötigt wird.

Pufferspeicher

Pufferspeicher bevorraten die überschüssige Wärme einer Heizungsanlage und geben diese bei Bedarf wieder an den Heizkreislauf ab. Auf die Taktung des Brenners (hohe Taktraten steigern den Energieverbrauch!) wegen Überhitzung kann verzichtet werden. Auch wäre der Betrieb eines bivalenten Heizsystems mit regenerativen Energiequellen ohne Pufferspeicher nicht denkbar.

PUR/PIR-Hartschaum

Polyurethan-Hartschaum ist die Bezeichnung für eine Dämmstoff-Familie, die PUR- und PIR-Hartschäume mit einschließt. PUR/PIR-Hartschaum weist gute Druckfestigkeitswerte auf, ist schimmel- und fäulnisresistent und geruchsneutral. Außerdem erfüllt der Hartschaum die gesetzlich festgelegten Anforderungen an den Brandschutz.

Phase Change Materials

Phase Change Materials auch PCM oder Phasenwechselmaterialien genannt, sind Latentwärmespeicher, die einen hohen Anteil von Wärme- und Kälteenergie über lange Zeit speichern und verlustfrei wieder abgeben können. Ihre Funktionsweise beruht auf der Ausnutzung reversibler thermodynamischer Zustandsänderungen eines Speichermediums, wie zum Beispiel beim Phasenübergang von fest zu flüssig (Erstarren/Schmelzen).

PCM

Siehe Phase Change Materials.

Phasenwechselmaterialien

Siehe Phase Change Materials.

Passivhaus Projektierungs Paket (PHPP)

Das Passivhaus Projektierungs Paket (PHPP) ist ein Energiestandard, der durch das Passivhaus Institut in Darmstadt erarbeitet wurde. Darin sind Grenzwerte zum Beispiel zur Wärmedämmung und Energieverbrauch festgelegt.

Pfette

Eine Pfette ist ein parallel zum Dachfirst und der Traufe verlaufender Balken.

PID-Potenzial-induzierte Degradation

Potenzial-induzierte Degradation (PID) umschreibt den Leistungsabfall der PV-Anlage, der mit den Jahren bei in Glas und Folie eingebetteten, kristallinen Siliziumsolarzellen auftritt. Ausgelöst wird die PID durch hohe negative Spannungen, hervorgerufen durch Luftfeuchtigkeit und hohe Temperatur. Leckstrom, also Strom, der über einen Pfad fließt, der zur Leitung von Strom nicht vorgesehen ist, entsteht am Übergang von Modul und Rahmen. Kurzschlüsse, die die Leistung der gesamten Anlage mindern, sind die Folge.

Planungsgesellschaft

Dieser Zusammen­schluss einer Käufergruppe als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) übernimmt in der Bauphase die Vertretung der Bauherrn. Sie ist nicht zu verwechseln mit dem berufsmäßigen Zusammenschluss von Architekten, Planern und anderen Ingenieuren zur gemeinsamen Erbringung von Planungsleistungen. In der Bauphase vertritt sie ebenfalls die Bauherren.

Plusenergiehaus

Ein Plusenergiehaus produziert mehr Energie, als seine Bewohner verbrauchen. Durch seine positive Energiebilanz übertrifft das Plusenergiehaus sogar Niedrigenergiehäuser und Passivhäuser. Plusenergie schließt zudem mit ein, dass die Energieversorgung zu hundert Prozent aus regenerativen Energiequellen stammt. Darüber hinaus wird überschüssige Energie, zum Beispiel in Form von Strom aus einer Photovoltaikanlage, in das öffentliche Netz eingespeist und mit dem einen oder anderen Euro vergütet.