BAULEXIKON

Was ist ein „Maulwurf“? Was ein „monovalentes Heizsystem“? Für all diejenigen, die jetzt nur noch Bahnhof verstehen, haben wir eine umfassende Schlagwortsammlung angelegt, in der wichtige Fachbegriffe rund ums Bauen, Renovieren und Einrichten für jedermann verständlich erklärt werden.

Barrierefrei

Barrierefreies Bauen orientiert sich an den besonderen Bedürfnissen und Ansprüchen behinderter oder älterer Menschen. Charakteristisch für barrierefreies Bauen sind ausreichend breite Türrahmen oder mit dem Boden abschließende Duschwannen.

Bausatzhaus

Bei einem Bausatzhaus werden alle benötigten Materialien zur Baustelle geliefert und dort vom Bauherrn in Eigenregie verbaut. Von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich kann der Bausatz nur die Materialien für den Rohbau oder aber auch die für den kompletten Innenausbau beinhalten.

Bauträger

Ein Bauträger ist ein Unternehmen, das Wohn- und Gewerbeimmobilien zum gewerbsmäßigen Vertrieb erstellt. Wesentlicher Aspekt der Bauträgertätigkeit (im Gegensatz zum Bauunternehmer) ist, dass der Bauträger dem Erwerber das Eigentum am Grundstück und dem darauf erstellten Gebäude verschafft.

Bau- und Leistungsbeschreibung

Mit der Bau- und Leistungsbeschreibung legt der Bauanbieter sein Konzept für das zu errichtende Eigenheim vor. Da es keinerlei gesetzlichen Vorgaben gibt, gilt es als Bauherr den Leistungsumfang und die Qualitätsstandards konkret zu vereinbaren. Je verständlicher und ausführlicher die Bau- und Leistungsbeschreibung formuliert ist, desto geringer ist das Risiko für Missverständnisse und kostspielige Vertragsstreitigkeiten.

Bemusterung

Bei der Bemusterung entscheidet der Bauherr wie sein neues Fertighaus im Detail ausgestattet sein soll. Erst nach der Bemusterung können verlässliche Aussagen über den tatsächlichen Kaufpreis gemacht werden.

Beton-Fertiggarage

Eine Beton-Fertiggarage wird aus Stahlbeton-Fertigelementen hergestellt und ist um bis zu 50 Prozent günstiger als eine vergleichbare, gemauerte Garage.

Biomasse

Unter dem Begriff der Biomasse sind alle organischen Substanzen (zum Beispiel Holz) zusammengefasst. Biomasse als Energieträger weist eine ausgeglichene Energiebilanz auf. Das bedeutet, dass Biomasse bei seiner Verbrennung (Stückholz, Holzpellets, Hackschnitzel) nur so viel Kohlenstoffdioxid (CO2) frei gibt, wie die Pflanze in ihrer Wachstumsphase aufgenommen hat.

Bitumen

Das vor allem aus Erdöl gewonnene Bitumen (auch „Erdpech“ genannt) wird zum Beispiel als Bitumenbahn oder bitumenhaltige Haftschicht zum Feuchtigkeitsschutz von Gebäudeteilen, zum Beispiel Kellerwände, verwendet.

Bivalentes Heizsystem

Ein bivalentes Heizsystem basiert auf zwei Wärmequellen. So wird zum Beispiel mit einer Wärmepumpe die Grundlast und mit einem konventionellen Öl- oder Gasheizkessel die Spitzenlast abgedeckt.

Blaubrenner

Die Bezeichnung Blaubrenner (auch „Raketenbrenner“ genannt) leitet sich von dessen charakteristisch blauen Flammenbild ab. Er zeichnet sich durch eine nahezu rußfreie Verbrennung aus, außerdem sind die Kohlenmonoxid- und Stickstoffemissionen deutlich reduziert. Blaubrenner zerstäuben das Heizöl unter Hochdruck und nutzen die Abgaswärme, um dieses vor der eigentlichen Verbrennung zu einem Gasgemisch zu verdampfen. Neben den reduzierten Schadstoffemissionen sind Blaubrenner auch merklich sparsamer im Ölverbrauch.

Blockbohlenbauweise

Die Blockbohlenbauweise ist eine Konstruktionsart für Fertighäuser. Dabei werden die Außenwände des Blockhauses nicht wie bei einem traditionellen Blockhaus aus Rundhölzern gefertigt, sondern aus Vierkant-Blockbohlen.

Blower-Door-Test

Der Blower-Door-Test ist eine Luftdichtheitsprüfung zur Ortung von energetischen Schwachstellen in der Gebäudehülle. Für die Prüfung werden sämtliche Außentüren und Fenster geschlossen und ein Gebläse installiert. Das Gebläse baut einen Druck von etwa 50 Pascal innerhalb des Gebäudes auf. Schwachstellen und Löcher in der Gebäudehülle, über die wertvolle Heizenergie entweicht, können nun mittels einer Wärmebildkamera oder einem Strömungsmesser sichtbar gemacht werden.

Brauchwasserladepumpe

Die Brauchwasserladepumpe (auch „Speicherladepumpe“ genannt) befördert Heizungswasser durch das Wärmetauschersystem einen Warmwasserspeichers. Sobald das Brauchwasser die voreingestellte Temperatur erreicht hat, stellt die Brauchwasserladepumpe ihren Betrieb ein bis ein erneuter Wärmebedarf besteht.

Brennwert

Der Brennwert (Hs) definiert die bei vollständiger Verbrennung frei werdende Wärmemenge einschließlich der Verdampfungswärme, die im Wasserdampf der Heizgase enthalten ist.

Brennwertkessel

Ein Brennwertkessel (auch „Kondensationskessel“ genannt) entzieht den bei der Verbrennung entstehenden Rauchgasen die Restwärme und setzt diese in Heizwärme um. Diese Restwärme wird bei der Kondensation (Verdampfungswärme) der in den Abgasen enthaltenen Feuchtigkeit frei. Dadurch senkt sich bei einem Brennwertkessel im Vergleich zu einem Standardheizkessel der Energieverbrauch um bis zu 30, der Schadstoffaustausch um bis zu 50 Prozent.

Brettschichtholz

Brettschichtholz (BSH), auch Leimbinder genannt, besteht aus mindestens drei Brettlagen Holz, die technisch getrocknet, gehobelt und miteinander verleimt wurden. Brettschichtholz wird beim Holzbau für eine Konstruktion mit hoher statischer Belastung verwendet. Im Gegensatz zu Vollholz neigt Brettschichtholz in nur sehr geringem Maße zur Rissbildung.

Bundesimmissionsschutzverordnung

Die Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) regelt, unter welchen Bedingungen kleinere und mittlere Gas-, Öl-, Kohle- oder Holzheizungen aufgestellt und betrieben werden dürfen. Grenzwerte legen fest, wie viel Schadstoffe entweichen dürfen. Geregelt ist in der Verordnung daher unter anderem, wie oft und in welchem Umfang eine Anlage aus Immissionsschutzgründen überwacht werden muss.

BUS-System

Ein BUS bezeichnet in der Datenverarbeitung ein Leitsystem, das dem Austausch von Daten zwischen Hardwarekomponenten dient. In Gebäuden können damit Beleuchtung, Sonnenschutz, Fenster- und Türüberwachung, Heizung, Klima und Lüftung gesteuert werden. Häufig verwendete Standards in der Gebäudeautomation sind EIB (Europäischer Installationsbus, LCN (local control network) oder LON (local operating network).

Bivalenzpunkt

Der Bivalenzpunkt (auch „Dimensionierungspunkt“ oder „Grenztemperatur“ genannt) gibt den Wert der Außentemperatur an, bei dem aus Gründen der Wirtschaftlichkeit zum Wärmepumpenbetrieb ein Heizstab/Heizkessel (z.B. Öl- oder Gas-Brenner, etc.) hinzu geschaltet wird, um den Wärmebedarf eines Hauses zu decken.

Bypassdiode

Bei einer in Reihe geschalteten Photovoltaikanlage bestimmt immer das Solarmodul, welches am geringsten mit Sonnenlicht beschienen wird, die Stärke des Stromflusses. Wird nur ein Modul beschattet, geht die Stromerzeugung spürbar zurück. Um Ertragsverluste zu mindern, sind Photovoltaikmodule daher mit einer Bypassdiode (auch Freilaufdiode genannt) ausgerüstet, die den Stromfluss am beschatteten Modul vorbei führt.

Bebauungsplan

Grundstücksinteressenten können den Bebauungsplan auf Anfrage einsehen. Darin legt eine Gemeinde fest, wie eine Fläche genutzt werden darf. Der sogenannte B-Plan wird meist für einen Teil des Gemeindegebietes, etwa eine Gruppe von Grundstücken oder einen Stadtteil, aufgestellt. Bei den Baugebieten unterscheidet man in Kleinsiedlungs-, Wohn- (W), Dorf- und Mischgebiete (MI) sowie Kern-, Gewerbe- (GE), Industrie- und Sondergebiete. Auch ist das Maß der baulichen Nutzung einsehbar: Grundflächen- (GRZ) und Geschossflächenzahl (GFZ), Bauhöhen und Anzahl der Vollgeschosse. Definiert sind Bauweisen, Verkehrs- und Grünflächen sowie überbaubare Grundstücksflächen, ebenso zulässige Nebengebäude, Stellplätze und Garagen. Für Bauflächen werden die Art und das Maß der Nutzung, die Bauweise und grundsätzlich die Dachform angegeben. In der Regel besteht der Plan aus der Planzeichnung (Teil A) und dem Text (Teil B).

Bauvoranfrage

Durch eine Bauvoranfrage bzw. einen Bauvorbescheid kann der Bauherr bei der Baugenehmigungsbehörde ohne großen Aufwand klären, ob sein Bauvorhaben mit dem deutschen Baurecht vereinbar ist. So lässt sich schnell und unkompliziert klären, ob die Gegebenheiten des Grundstückes eine bestimmte Art oder ein bestimmtes Maß der baulichen Nutzung grundsätzlich zulassen. Ohne Bauantrag kann der Bauherr so prüfen, ob sich der finanzielle Aufwand detaillierter Bauvorlagen überhaupt lohnt. Bauvorbescheide sind zeitlich befristet, so dass innerhalb eines bestimmten Zeitraumes der Bauantrag gestellt werden muss.

Bodengutachten / Baugrundgutachten

Ein Baugrund- oder Bodengutachten wird zur Planung eines Bauvorhabens im Vorfeld eingeholt, mit dem Ziel, eine Gründungsempfehlung auszusprechen. Der geotechnische Bericht beurteilt den Baugrund hinsichtlich Tragfähigkeit, Bodenbeschaffenheit und Bodenverunreinigungen. Die Grundwassersituation zu kennen, ist insbesondere für die geplante Unterkellerung eines Bauwerkes, die Wahl der Abdichtung und eventuelle Wasserhaltungsmaßnahmen entscheidend. Der Sachverständige für Geotechnik oder der Baugrundgutachter schlägt ein dem Bauvorhaben angepasstes Untersuchungsprogramm vor. Ein solches Gutachten ist gemäß den Vorgaben der DIN 4020 in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) definiert.

Bodenplatte

Die Bodenplatte bildet ein sicheres Fundament und sorgt dafür, dass die Wände des Hauses sicher stehen. Eine Bodenplatte wird in der Regel aus robustem und witterungsbeständigem Stahlbeton gefertigt.

Baubetreuer

Er moderiert Baugemeinschaften und -gruppen, die auch Eigenleistung erbringen möchten. Der Baubetreuer erbringt Aufgaben nach § 34c der Gewerbeordnung, wenn er das Bauvorhaben „für fremde Rechnung“ vorbereitet oder durchführt, d.h., die Gelder über ein Sonderkonto des Betreu­ers laufen. Dann benötigt der Betreuer die Erlaubnis des Gewerbeamtes. Der Baubetreuer klärt Finanzierungs- und Förderoptionen sowie steuerliche Vergünstigun­gen und schließt Versicherungen ab. Für die Gruppe kann er außerdem Planungsangebote einholen und prüfen, Verträge vorbereiten, Archi­tekten- und Ingenieursrechnungen checken, den Zahlungsverkehr abwickeln, die Liquidität überwachen, die Buchhaltung sowie die Projektabrech­nung übernehmen.

Baugemeinschaft

Sie bildet kein Realeigentum, sondern gemeinschaftliches Eigentum – zum Beispiel als Wohnungseigentümerge­meinschaft oder Genossenschaft. Ihre Projekte realisiert sie vor allem in Form von Mehrparteienhäusern. Eine Baugemeinschaft kann mit wenigen Mitgliedern starten und zu einer größeren Gruppe anwachsen.

Baugruppe

Eine Baugruppe ist ein Zusammen­schluss von Bauwilligen, bei denen jedes Mit­glied durch die (spätere) Aufteilung Realeigen­tum an seinem Grundstück erwirbt – zum Beispiel in Form von Stadt- oder Reihenhäusern. Der Abstimmungsbedarf mit Nachbarn redu­ziert sich.

Betonkernaktivierung

Die Betonkernaktivierung (auch „Betonkerntemperierung“) ist eine Möglichkeit, Gebäude zu beheizen oder zu kühlen. Die Betonkernaktivierung macht sich zunutze, dass Decken und Wände thermische Energie speichern können. Diese thermische Energie kann verwendet werden, um damit Räume zu temperieren.

Betonkerntemperierung

Siehe Betonkernaktivierung.

Beleihungsgrenze

Sie bestimmt stark die Finanzierungskosten und stellt die Obergrenze für einen Kredit dar. Diese errechnet sich aus dem prozentualen Anteil des Beleihungswertes eines Finanzierungsobjektes. Ein Haus kostet zum Beispiel 500.000 Euro. Die Kreditbank legt einen Beleihungswert von 400.000 Euro fest und eine Beleihungsgrenze von 80 Prozent. Der Bauherr erhält so ein Darlehen von 320.000 Euro.

Bauspardarlehen

Auf dieses Annuitätendarlehen hat der Bausparer erst nach der Zuteilung des Bausparvertrages Anspruch. Die Höhe des Darlehens ergibt sich aus der Differenz zwischen Ansparsumme und Bausparsumme. Teilweise besteht jedoch ein garantierter Anspruch auf einen bestimmten Prozentsatz der Bausparsumme.

Baumangel

Ein Baumangel liegt vor, wenn ein Bauwerk zum Zeitpunkt der Abnahme nicht die vereinbarte Beschaffenheit hat. Bis zur Abnahme hat der Auftragnehmer (Bauunternehmen) nachzuweisen, dass sein Werk mangelfrei ist. Ab der Abnahme hat der Auftraggeber (Bauherr) im Streitfall darzulegen, dass ein Baumangel besteht. Bei einem Baumangel hat der Bauherr Anspruch auf Mängelbeseitigung. Sogenannte Gewährleistungsmängel, die nach der Abnahme während der Gewährleistungszeit (Verjährungsfrist für Mängelansprüche) auftreten, gehen in der Regel auf eine mangelhafte Ausführung zurück, so dass der Baumangel zum Zeitpunkt der Abnahme noch nicht äußerlich sichtbar war.

Bitumendickbeschichtung

Die Bitumendickbeschichtung ist ein bautechnisches Verfahren der Bauwerksabdichtung, das häufig im Bereich der Kellerabdichtung (schwarze Wanne) angewendet wird. Dabei werden mehrere Lagen einer Bitumenemulsion auf die Kellerwände aufgebracht, um das Eindringen von Feuchtigkeit in die erdberührende Außenwand zu verhindern. Die Bitumendickbeschichtung zeichnet sich durch ihre hohe Beständigkeit und Elastizität aus.

Baunebenkosten

Zu den Baunebenkosten werden Kosten gezählt, die in die Berechnung der allgemeinen Baukosten miteinfließen, gerne jedoch bei der Kalkulation vergessen werden. Zu den Nebenkosten zählen zum Beispiel Maklerprovision, Notargebühren, Honorar für den Architekten, Versicherung, Erschließungskosten für das Grundstück und Vermessungsgebühren. Diese können die Gesamtkosten für einen Neubau stark in die Höhe treiben.

Bungalow

Ein Bungalow ist ein eingeschossiges Haus. Bungalows werden häufig - jedoch nicht zwangsläufig, wie fälschlicherweise immer wieder behauptet wird - mit einem Flachdach errichtet.