BAULEXIKON

Was ist ein „Maulwurf“? Was ein „monovalentes Heizsystem“? Für all diejenigen, die jetzt nur noch Bahnhof verstehen, haben wir eine umfassende Schlagwortsammlung angelegt, in der wichtige Fachbegriffe rund ums Bauen, Renovieren und Einrichten für jedermann verständlich erklärt werden.

Hackschnitzel

Hackschnitzel sind zerkleinertes Holz, das als Brennstoff für Hackschnitzelheizungen dient. Der Energieaufwand, der für die Herstellung von Hackschnitzeln aufgewendet werden muss ist geringer als der für die Produktion von Holzpellets und ähnlich hoch wie der für die Erzeugung von Stückholz.

Hausautomation

Hausautomation (auch „Smart Home“ oder „intelligentes Wohnen“) soll den Wohnkomfort und die Sicherheit erhöhen. Ein Hausautomationssystem besteht aus Sensoren und Aktoren, wobei die Sensoren Informationen liefern und die Aktoren diese verarbeiten und umsetzen. Mittels Hausautomation können alltägliche Vorgänge, wie zum Beispiel das Öffnen der Jalousien oder das Regeln der Raumtemperatur, miteinander vernetzt und automatisiert werden.

Heizkreis

Der Heizkreis versorgt das gesamte Gebäude mit Heizungswärme. Er besteht aus einem Rohrleitungssystem für den Heizungsvor- und Heizungsrücklauf, Heizkörpern oder Flächenheizsystem, einer Heizungspumpe und gegebenfalls einem Heizungsmischer.

Heizkreispumpe

Siehe Heizungspumpe.

Heizkreisverteiler

Der Heizkreisverteiler wird zur Wärmeverteilung bei Flächenheizsystemen benötigt. Der Verteiler leitet exakt die benötgite Menge Heizungswasser in die einzelnen Räume.

Heizlast

Als Heizlast wird die Heizleistung bezeichnet, die notwendig ist, um die Raumtemperatur in einem Gebäude konstant zu halten.

Heizleistung

Unter Heizleistung wird die abgegebene Heizwärme eines Wärmeerzeugers innerhalb eines bestimmten Zeitraums verstanden. Um die Raumtemperatur innerhalb eines Gebäudes auf konstantem Niveau zu halten, muss die Heizleistung der Heizlast entsprechen.

Heizungsmischer

Mit dem Heizungsmischer wird die Temperatur des Heizungswassers gesteuert. Der Heizungsmischer ist in den Heizungsvorlauf eingebaut, um durch die Beimischung von kälterem Rücklaufwasser die Vorlauftemperatur zu regeln.

Heizungspumpe

Die Heizungspumpe (auch „Umwälzpumpe“ genannt) sorgt dafür, dass erwärmtes Wasser (Wärmeträgermedium) zu den Heizkörpern oder Flächenheizungen befördert und gleichzeitig das abgekühlte Wasser wieder der Heizung zugeführt wird. Moderne, energiesparende Heizungspumpen sind geregelt und passen ihre Pumpleistung dem Bedarf an.

Heizungsunterstützung

Bei einer solarthermischen Anlage mit Heizungsunterstützung wird die Sonnenenergie zusätzlich zur Trinkwassererwärmung auch zum Heizen des Hauses genutzt. Voraussetzung ist ein Gebäude mit überdurchschnittlichem Dämmstandard und einem Solar-Kombispeicher.

Heizwert

Der Heizwert (Hi) (umgangssprachlich auch „Energiewert“) ist die bei einer Verbrennung maximal nutzbare Wärmemenge (bezogen auf die Menge des eingesetzten Brennstoffes) bei der es nicht zu einer Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes kommt.

Hinterlüftete Vorhangfassade

Bei einer hinterlüfteten Vorhangfassade ist eine Unterkonstruktion am Außenputz aufgebracht. Zwischen der Unterkonstruktion ist die Dämmung an der Fassade befestigt. Der eigentliche „Vorhang“ wird im Abstand von etwa 4 cm zur Dämmschicht montiert. Über die Hinterlüftung wird eventuell entstehende Feuchtigkeit abgeführt. Den Abschluss bildet eine Verkleidung aus Holz, Schiefer, Faserzementplatten oder Ähnlichem.

Hocheffizienzpumpe

Eine Hocheffizienzpumpe hat einen besonders effizienten Motor und verbrauchen bei geringerer elektrischer Leistung deutlich weniger Strom. Außerdem laufen sie nicht permanent und passen ihre Pumpleistung an die Druckverhältnisse an.

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure

Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) ist eine Verordnung des Bundes zur Regelung der Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen in Deutschland.

Holzfaserplatte

Holzfaserplatten oder Holzwerkstoffplatten stellen eine guten Wärme- und Kälteschutz dar, sie sind diffusionsoffen und feuchtigkeitsregulierend. Die besondere Faserstruktur bietet einen guten Schallschutz gegen Umgebungslärm. Mit Naturharzen oder Bitumen imprägniert, sind Holzfaserplatten auch feuchtigkeitsbeständig. Mit Bitumen behandelte Platten sollten jedoch nicht in Innenräumen eingesetzt werden, da Schadstoffe ausgasen können.

Holzpellets

Holzpellets werden aus naturbelassenem und getrocknetem Restholz (Säge- und Hobelspäne, Waldrestholz) hergestellt. Ohne das Beimischen von chemischen Bindemitteln (erlaubt ist die Zugabe von maximal zwei Prozent Presshilfsmitteln wie zum Beispiel Stärke) werden sie bei hohem Druck zu Stäbchen mit einer Länge von zirka sechs bis acht Millimeter gepresst. Der Heizwert liegt bei etwa fünf kWh pro Kilogramm. Dadurch entspricht der Energiegehalt von einem Kilogramm Pellets in etwa dem von einem halben Liter Heizöl. Der Heizwert von Pellets bleibt konstant und liegt über dem von Stückholz.

Holzrahmenbau

Der Holzrahmenbau, eine Vorstufe des Holztafelbaus, wird ein tragendes Gerüst aus Holzbalken mit Plattenwerkstoffen beplankt. Diese Plattenwerkstoffe sind in der Regel Holz- oder Gipsfaserplatten. Die Hohlräume des Tragegerüsts werden mit einer Wärmedämmung ausgefüllt. Ein großer Vorteil der Holzrahmenbauweise ist der relativ hohe Vorfertigungsgrad. Die Wandelemente werden beim Hersteller fix und fertig montiert und im Anschluss auf die Baustelle geliefert. Dort werden die einzelnen Elemente schließlich zusammengefügt.

Holzskelettbauweise

Die Holzskelettbauweise (auch Holzständerbau oder Fachwerkbau) ist die Weiterentwicklung des traditionellen Fachwerkbaus. Kennzeichnend für die Skelettbauweise sind die relativ großen Raster aus Stützen und Trägern. Bei der Konstruktion wird weitestgehend auf Metallteile verzichtet.

Holzständerbauweise

Siehe Holzskelettbauweise.

Holztafelbau

Siehe Holzrahmenbau.

Holzvergaserkessel

Ein Holzvergaserkessel (auch „Sturzbrandofen“ genannt) trennt die beiden Stufen der Holzverbrennung (Holzvergasung und Holzgasverbrennung) zeitlich und räumlich. Zuerst wird in der Oberkammer dem Scheitholz die Restfeuchte entzogen und anschließend die Holzvergasung eingeleitet. Danach werden die Verbrennungsgase in die Unterkammer (Brennkammer) geleitet und bei einer Temperatur von etwa 1.100 Grad Celsius verbrannt. Dadurch lassen sich im Vergleich zu anderen Festbrennstoffkesseln niedrigere Schadstoffemissionen und ein höherer Wirkungsgrad erzielen.

Hüllenflächentemperierung

Bei der Hüllenflächentemperierung werden gezielt Bereiche der Außenwand erwärmt, die Wärmebrücken aufweisen. Feuchte Wandbereiche werden getrocknet, was die Dämmleistung erhöht. Die erwärmten Oberflächen geben Wärmestrahlung an den Innenraum ab und beeinflussen so das Raumklima positiv. Tauwasserniederschlag und Schimmelbildung werden unterbunden.

Hybridheizung

Eine Hybridheizung besteht aus mindestens zwei Wärmequellen. Denkbar ist zum Beispiel die Kombination von Öl-Brennwerttechnik und Solarthermie. Zentrales Bauteil einer Hybridheizung ist ein Warmwasserspeicher, der die Wärmeenergie der einzelnen Energiequellen bevorratet und bei Bedarf wieder abgibt.

Hybridkollektor

Bei einem Hybridkollektor sind die Technik der Fotovoltaik und der Solarthermie in einem Solarmodul vereint. Ein solches Modul produziert Strom und gleichzeitig auch Wärme.

Hydraulischer Abgleich

Durch den hydraulischen Abgleich wird das Heizsystem so eingestellt, dass jeder Heizkörper oder Heizkreis einer Flächenheizung exakt mit der Wärmemenge versorgt wird, die für das Erreichen der gewünschten Raumtemperatur benötigt wird. Der hydraulische Abgleich hilft Energie und dadurch Heizkosten zu sparen.

Heat-Pipe-Vakuumröhrenkollektor

Heat-Pipe-Vakuumröhrenkollektoren sind eine spezielle Art von Solarkollektor. Bei der Heat-Pipe-Technologie sind die Wärmeröhren bei Unterdruck mit Wasser oder Alkohol gefüllt, die bereits bei geringer Sonneneinstrahlung verdampfen. Der Dampf steigt in den Röhren nach oben, wo die durch Kondensation frei werdende Wärme über einen Wärmetauscher an eine vorbeiströmende Trägerflüssigkeit abgegeben und zum Pufferspeicher geleitet wird.

Heizstab

Der elektrisch betriebene Heizstab unterstützt bei niedrigen Außentemperaturen die Wärmepumpe bei der Wärmeerzeugung.

Heizmittel

Siehe Wärmeträger.

Heizwärmebedarf

Der Heizwärmebedarf definiert die Energiemenge, die das Heizsystem pro Jahr für die Aufrechterhaltung der gewünschten Raumtemperatur bereitstellen muss.

Halogenlampe

Der Glaskolben einer Halogenlampe ist mit einem Edelgas, einem Halogen, gefüllt, das die von der Glühwendel abgedampften Wolframatome bindet und wieder anlagert. Dadurch steigt die Lebensdauer der Halogenlampe, außerdem ist die Lichtausbeute um rund 50 Prozent höher als bei einer Glühbirne.

Hypothekendarlehen

Oberbegriff für grundpfandrechtlich gesicherte Darlehen. Zur Sicherung von Baudarlehen werden heute fast nur noch Grundschulden eingetragen – dennoch heißen diese Kredite nach wie vor Hypothekendarlehen. Je nach Rangstelle der im Grundbuch eingeräumten Sicherheiten spricht man von einer 1a-Hypothek oder 1b-Hypothek. 

Hydraulischer Kurzschluss

Werden einzelne Heizkörper auf niedriger Stufe zu heiß, andere auf höchster Stufe jedoch nur lauwarm, spricht der Fachmann von einem hydraulischen Kurzschluss. Abhilfe schafft ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage.