BAULEXIKON

Was ist ein „Maulwurf“? Was ein „monovalentes Heizsystem“? Für all diejenigen, die jetzt nur noch Bahnhof verstehen, haben wir eine umfassende Schlagwortsammlung angelegt, in der wichtige Fachbegriffe rund ums Bauen, Renovieren und Einrichten für jedermann verständlich erklärt werden.

Wärmeschutzverglasung

Eine Wärmeschutzverglasung ist eine Zwei- oder Dreischeibenisolierverglasung mit Edelgasfüllung plus einer zusätzlichen Wärmefunktionsschicht. Diese Wärmefunktionsschicht besteht aus einer aufgedampften, für das Auge nicht zu erkennenden, Silberschicht, die wärmende Sonnenstrahlen zwar ins Gebäude hinein aber nicht wieder hinaus lässt. Man spricht von solaren Wärmegewinnen.

Wärmebrücke

Eine Wärmebrücke (umgangssprachlich fälschlicherweise häufig auch als „Kältebrücke“ bezeichnet) ist eine energetische Schwachstelle in der Gebäudehülle bzw. Dämmung, über die während der Heizperiode kontinuierlich Raumwärme von innen nach außen entweicht. Die Folgen können neben erhöhten Heizkosten auch Tauwasserausfall mit anschließender Schimmelbildung sein.

Wärmedämmverbundsystem

Bei einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) werden Dämmstoffplatten direkt auf die Außenwand aufgeklebt oder festgedübelt. Auf diese Dämmschicht wird ein Kunststoffgewebe mit Armierungsmörtel aufgetragen. Die Armierungsschicht trägt den Oberputz. Als Schlussbeschichtung werden organische oder mineralische Putze aufgebracht.

Wärmedurchgangskoeffizient

Siehe U-Wert.

Wärmemengenzähler

Der Wärmemengenzähler misst die durch einen Heizkreis abgegebene Heizwärme. Die Wärmeenergie wird ermittelt durch das durchströmende Wasservolumen und der Temperaturdifferenz zwischen Heizungsvor- und Heizungsrücklauf.

Wärmegeführt

Orientiert sich die Leistung eines Mini-Blockheizkraftwerks (Mini-BHKW) am Wärmebedarf eines Gebäudes, so spricht man von einem wärmegeführten Mini-BHKW.

Wärmepumpe

Stark vereinfacht ausgedrückt funktioniert eine Wärmepumpe wie ein Kühlschrank. Während jedoch der Kühlschrank seinem Innenraum Wärme entzieht und nach außen leitet, entzieht eine Wärmepumpe dem Außenbereich Wärme und leitet diese ins Innere eines Gebäudes. Dies geschieht so: Ein Kältemittel, das bereits bei sehr niedrigen Temperaturen in einen gasförmigen Zustand übergeht, zirkuliert innerhalb der Wärmepumpe. Dabei nimmt es aus dem Wärmequellenkreislauf Wärme auf. Durch den Einsatz elektrischer Antriebsenergie wird das gasförmige Kältemittel in einem Kompressor stark verdichtet, was die Temperatur weiter steigen lässt. Im Anschluss wird das Kältemittel wieder verflüssigt. Dabei gibt es die in ihm gespeicherte Wärme an das Heizsystem des Hauses ab. Danach beginnt der Kreislauf von vorne. Der Wirkungsgrad einer Wärmepumpe wird durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) und die Leistungszahl (COP) bestimmt.
Mit geringen technischen Modifikationen können Wärmepumpen auch zur Kühlung eingesetzt werden. Die Kühlleistung hängt dabei von der Betriebsweise (aktive oder passive Kühlung) des Systems ab.

Wärmetauscher

Dank Wärmetauscher (auch „Wärmeübertrager“ genannt) lässt sich zum Beispiel auch noch die in den Abgasen einer Heizungsanlage enthaltene Restwärme nutzen. Dabei wird die Restwärme für die Trinkwassererwärmung genutzt.

Wärmeübertrager

Siehe Wärmetauscher.

Wafer

Als Wafer werden die runden oder quadratischen Grundbausteine einer Solarzelle bezeichnet. Sie sind aus dem mono- oder polykristallinem Halbleitermaterial Silizium gefertigt.

Warmwasserspeicher

Der Warmwasserspeicher bevorratet das erhitzte Brauchwasser. Es werden zwei Modelle unterschieden. Der indirekt erwärmte Warmwasserspeicher wird über das Heizungswasser erhitzt, welches in einem spiralförmigen Rohrleitungssystem durch den Speicher geleitet wird und dabei das Brauchwasser erhitzt. Ein direkt erwärmter Warmwasserspeicher verfügt über einen eigenständigen Kessel, der das Brauchwasser erhitzt. Dieses Modell war früher sehr beliebt, konnte doch der eigentliche Heizkessel in den Sommermonaten ausgeschaltet und dadurch Kosten gespart werden.

Wartung

Hiermit sind Maßnahmen gemeint, die dem Bewahren des Soll-Zustandes dienen. Sie bestehen aus der regelmäßigen Überprüfung einerseits und der laufenden Funktionssicherung. Je nach Sicherheitsanforderungen der betroffenen Ausstattungen und Konstruktionen bestehen feste Wartungsregelungen. Häufig ist die regelmäßige Wartung sogar vertraglich festgelegt, um Anspruch auf Garantien und Gewährleistungen erheben zu können.

Wassergeführter Kaminofen

Ein wassergeführter Kaminofen arbeitet auf zwei unterschiedliche Arten: Zum einen beheizt er, wie bei einem herkömmlichen Kaminofen auch, seinen Aufstellungsraum mittels angenehmer Strahlungswärme. Zum anderen gibt er einen Teil seiner Heizwärme an eine integrierte Wassertasche ab, die mit dem primären Heizkreis und an einem Pufferspeicher gekoppelt ist. Über den Heizkreis wird die Wärme dann im gesamten Gebäude verteilt. Besonders effektiv arbeitet ein wassergeführter Kaminofen in Verbindung mit einer thermischen Solaranlage.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Siehe Grundwasser-Wärmepumpe.

Wechselrichter

Der Wechselrichter (auch „Inverter“ genannt) ist ein zentraler Baustein jeder Photovoltaikanlage. Er wandelt den von den Solarmodulen produzierten Gleichstrom in netzüblichen Wechselstrom (Drehstrom) um. Drei Arten von Wechselrichtern netzgekoppelter Photovoltaikanlagen lassen sich unterscheiden: Modulwechselrichter, Stringwechselrichter und Zentralwechselrichter. Stringwechselrichter sind die am häufigsten anzutreffenden Wechselrichter.

Weiße Wanne

Als „weiße Wanne” werden die aus wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton) und ohne zusätzliche Abdichtung gefertigten Keller bezeichnet.

Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad drückt das Verhältnis zwischen zugeführter und abgegebener Leistung aus.

Wärmequellenanlage (WQA)

Als Wärmequellenanlage wird der Teil eines Wärmepumpensystems bezeichnet, der für den Entzug der Wärme aus einer Wärmequelle, zum Beispiel Grundwasser, und dem Transport des Wärmeträgers zwischen Wärmequelle und Wärmepumpe zuständig ist.

Wärmenutzungsanalge

Eine Wärmenutzungsanlage besteht aus allen Einrichtung zum Transport des Wärmeträgers von einer Wärmepumpe zu den Wärmeverbrauchern. Dazu gehören das im Haus verlegte Leitungsnetz sowie das Flächenheizsystem bzw. die Heizkörper. Die Wärmenutzungsanlage hat maßgeblichen Einfluss auf die Effizienz der gesamten Wärmepumpenanlage und sollte mit möglichst geringen Vorlauftemperaturen, wie es z.B. bei einer Fußbodenheizung gegeben ist, auskommen.

Wärmeträger

Bei einem Wärmeträger (auch „Wärmetransportmittel“, „Heizmittel“ oder „Kälteträger“ genannt) handelt es sich um ein Medium, z.B. Wasser, das in einem Heiz- oder Kühlkreislauf Wärme von einem Wärmeerzeuger (z.B. Heizkessel) zu einem Wärmeverbraucher (z.B. Konvektionsheizung) transportiert.

Wärmetransportmittel

Siehe Wärmeträger.

Warmwasserbedarf

Mit dem Warmwasserbedarf wird die benötigte Menge an erwärmten Trinkwasser beschrieben. Er ist abhängig von der in einem Haushalt lebenden Personenzahl, den Verbrauchsgewohnheiten und den installierten Warmwassereinrichtungen.

Warmdach

Im Gegensatz zu einem Kaltdach verfügt das Warmdach über keine Hinterlüftungsebene. Die unterschiedlichen Konstruktionsschichten folgen unmittelbar hintereinander, so dass sich die Wärmedämmschicht direkt unter der Dacheindeckung befindet.

Windlast

Die Windlast ist die auf den Wind zurückzuführende mechanische Beanspruchung (Winddruck oder Schwingungserscheinungen) von Bauwerken und Bauteilen.

Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG)

Dieser Zusammenschluss mehrerer Parteien im Rahmen des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) hat zum Ziel, an einem Gebäude Sonder- und Teileigentum zu erwerben. Das Sondereigen­tum umfasst die eigene Wohnung, das Teilei­gentum den Anteil am Gemeinschaftseigentum, wie Gebäudehülle, Freiflächen oder gemeinschaft­liche Räume.